Betonschleifer/Betonfräse

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Betonschleifer und Betonfräse werden im Handel meist als Synonym verwendet. Gemeint ist fast immer dasselbe Handgerät mit Diamanttopf und Absaughaube. Daneben gibt es aber Maschinen, die deutlich anders arbeiten und für andere Aufgaben gedacht sind. Wer die Begriffe auseinanderhält, mietet am Ende das richtige Gerät statt eines, das tagelang für eine Stunde Arbeit braucht.
Die Begriffe sortiert
| Betonschleifer | Handgerät mit Diamant-Schleiftopf, meist 125 mm, und Absaughaube. Für Wände, Kanten und kleine Flächen. Siehe Betonfräse und Betonschleifer. |
| Sanierungsfräse | Ähnliches Handgerät, aber mit Fräskopf aus Hartmetall-Lamellen statt Diamanttopf. Für Putz, Farbe und Beschichtungen. Siehe Sanierungsfräse. |
| Bodenschleifmaschine | Große, geführte Maschine mit einem oder mehreren rotierenden Tellern. Für Estrich- und Betonböden. |
| Bodenfräse | Schlägt mit rotierenden Lamellen Beschichtungen und Oberflächenschichten von Böden ab. Grob, aber schnell. |
| Anbaufräse | Hydraulischer Fräskopf für Bagger im Tief- und Tunnelbau. Für Heimwerker ohne Bedeutung. |

Welches Gerät für welche Aufgabe
| Aufgabe | Geeignetes Gerät |
| Schalungsgrate an Betonwänden | Betonschleifer 125 mm |
| Einzelne Buckel im Estrich | Betonschleifer |
| Fliesenkleberreste auf 5 m² | Betonschleifer mit PKD-Topf |
| Ganzer Kellerboden, 40 m² | Bodenschleifmaschine aus dem Verleih |
| Alter Putz und Farbe an der Wand | Sanierungsfräse oder Betonschleifer |
| Schlitze für Leitungen | Mauernutfräse |
Die Grundregel: Handgerät für Kanten, Wände und kleine Flächen, Bodenmaschine für alles, was man sonst auf Knien machen müsste.
Wie ein Betonschleifer arbeitet
Ein Elektromotor treibt über ein Winkelgetriebe den Diamanttopf an, der mit hoher Drehzahl über die Oberfläche läuft. Die Diamantsegmente zerreiben das Material zu feinem Staub. Die Haube umschließt den Topf, ein Bürstenkranz dichtet zum Untergrund ab, und ein angeschlossener Sauger zieht den Staub direkt am Entstehungsort ab.
Viele Geräte haben eine abnehmbare Haubenseite, damit man bis an Wandkanten und Ecken schleifen kann. Das ist praktisch, lässt aber an dieser Stelle mehr Staub entweichen.
Kann ein Winkelschleifer das auch?
Technisch ja, mit Diamanttopf und einer passenden Absaughaube, die für viele Winkelschleifer als Zubehör erhältlich ist. Ohne Haube ist es keine gute Idee: Der Staub ist enorm, und der Topf lässt sich ohne Führung schlecht kontrollieren. Die Schutzhaube des Winkelschleifers darf dabei nicht einfach entfernt werden, sondern wird durch die Absaughaube ersetzt.
Wer nur einmal eine kleine Fläche bearbeitet und schon einen kräftigen Winkelschleifer besitzt, kommt mit diesem Zubehör aus. Für längere Arbeiten ist ein echter Betonschleifer handlicher, weil Griff, Gewicht und Haube aufeinander abgestimmt sind.
Die Bodenschleifmaschine
Für ganze Böden gibt es geführte Maschinen, die man wie einen Rasenmäher vor sich herschiebt. Einfache Modelle haben einen großen Teller, bessere mehrere gegenläufig rotierende Köpfe, die gleichmäßiger schleifen. Sie wiegen oft 50 kg und mehr, brauchen teils Drehstrom und werden fast immer gemietet.
Damit lassen sich Estrichböden für neue Beläge vorbereiten, Betonböden in Keller und Garage einebnen oder Sichtbetonböden schleifen und polieren. Mehr dazu unter Betonboden schleifen.
Staub und Schadstoffe
Beton, Estrich und Putz enthalten Quarz, der beim Schleifen als Feinstaub frei wird. Arbeiten Sie nur mit Absaugung der Staubklasse M und Atemschutz FFP2 oder FFP3. Der Arbeitsbereich wird mit Folie abgetrennt, Türen werden abgeklebt.
Bei alten Belägen ist Vorsicht geboten: Manche Kleber, Spachtelmassen und Beschichtungen aus der Zeit vor den 1990er Jahren enthalten Asbest oder PAK. Solche Schichten nicht schleifen, bevor eine Probe untersucht wurde.
Worauf es beim Handgerät ankommt
Wer einen Betonschleifer kauft statt mietet, sollte auf vier Dinge achten. Erstens die Haube: Sie muss stabil sein, einen ersetzbaren Bürstenkranz haben und an einer Seite zu öffnen sein, damit man bis an die Wand kommt. Zweitens der Griff: Ein zweiter, kräftiger Handgriff, am besten als Bügel, hält die Maschine auch bei Rückmomenten sicher. Drittens der Sanftanlauf: Er verhindert, dass die Maschine beim Einschalten ruckartig aus der Hand dreht. Viertens der Saugstutzen: Er muss zum vorhandenen Sauger passen oder mit einem Adapter anschließbar sein.
Nützlich sind außerdem eine Drehzahlregelung, ein Überlastschutz und eine Wiederanlaufsperre nach Stromausfall. Das Kabel sollte lang genug sein, dass Sie nicht ständig an der Verlängerung zerren, und gummiert, damit es auf rauem Beton nicht aufscheuert.
Mieten oder kaufen
Handgeräte mit Topf und Haube gibt es ab etwa 80 Euro zu kaufen, Profigeräte für 300 bis 600 Euro. Bodenschleifmaschinen und Bodenfräsen werden fast ausschließlich gemietet, meist tageweise, und oft gleich mit passendem Sauger und Werkzeugen.
Rechnen Sie beim Mieten die Diamantwerkzeuge mit ein. Viele Verleiher berechnen den Verschleiß nach Millimetern oder pauschal. Fragen Sie vorher nach, wie das gehandhabt wird.
Typische Fehler
- Falsches Gerät gemietet. Ein Handschleifer für einen ganzen Boden bedeutet Tage auf Knien.
- Sauger zu schwach. Ein Haushaltssauger ist nach wenigen Minuten voll und verstopft, sein Filter hält Feinstaub nicht zurück.
- Nicht getestet. Vor der großen Fläche immer an einer unauffälligen Stelle ausprobieren, wie schnell und wie gleichmäßig der Abtrag ist.
- Ohne Richtlatte gearbeitet. Das Auge täuscht bei großen Flächen. Nur die Latte zeigt, ob es wirklich eben wird.
Häufige Fragen
Kann man eine Betonfräse mieten?
Ja, Baumaschinenverleiher und viele Baumärkte vermieten Handgeräte und Bodenmaschinen tageweise, oft mit Sauger.
Was ist der Unterschied zum Wandschleifer?
Der Wandschleifer arbeitet mit Schleifpapier auf großem Teller und ist für Gipskarton und Putz gedacht. Für Beton ist er zu schwach.
Ist Nassschleifen eine Alternative?
Für Steinmetzarbeiten und manche Bodenmaschinen ja. Handgeräte arbeiten trocken mit Absaugung; Wasser und Elektrowerkzeug ohne entsprechende Auslegung vertragen sich nicht.


