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Heimwerker-Berater

Betonfräse

Werkzeugvon Christoph4 Min. · 9 Abschnitte
Betonfräse
Inhalt9 Abschnitte
  1. Wofür sie gedacht ist
  2. Leistung, Drehzahl, Scheibe
  3. Der passende Diamanttopf
  4. Schritt für Schritt
  5. Staub ist das eigentliche Problem
  6. Vor- und Nachteile
  7. Typische Fehler
  8. Kaufen oder mieten
  9. Häufige Fragen

Eine Betonfräse, oft auch Betonschleifer genannt, ist eine Art Winkelschleifer mit Diamant-Schleiftopf und Absaughaube. Sie trägt Unebenheiten, Kleberreste, Farbe und dünne Beschichtungen von Beton, Estrich und Putz ab. Ohne gute Absaugung ist sie allerdings eine Staubschleuder, die einen Raum in Minuten unbewohnbar macht.

Wofür sie gedacht ist

Typische Aufgaben sind das Abschleifen von Graten und Schalungsnähten an Betonwänden, das Einebnen von Estrichbuckeln vor dem Verlegen von Bodenbelägen, das Entfernen alter Fliesenkleberreste und das Aufrauen glatter Flächen, damit neue Beschichtungen haften. Auch Farbschichten auf Mauerwerk und Putzreste lassen sich damit abtragen.

Für ganze Böden ist das Handgerät zu klein. Wer 30 m² Estrich schleifen will, mietet eine Bodenschleifmaschine; mehr dazu unter Betonboden schleifen. Für Wände und Decken gibt es Langhals-Varianten, die man ohne Leiter führen kann.

Betonfräse
Betonfräse | Foto: Ale-ks / Depositphotos.com

Leistung, Drehzahl, Scheibe

LeistungFür gelegentliche Arbeiten reichen um 1000 Watt, für regelmäßige Einsätze 1400 bis 1800 Watt.
Scheibendurchmesser125 mm ist der Standard bei Handgeräten. Größere Töpfe bis 180 mm tragen schneller ab, sind aber schwerer zu führen.
DrehzahlBei 125-mm-Geräten meist um 9000 bis 11000 Umdrehungen pro Minute, besser regelbar.
GewichtMeist 3 bis 5 kg. Wer über Kopf arbeitet, merkt jedes Kilo.
AbsaughaubeMit Bürstenkranz, der die Scheibe umschließt und am Boden abdichtet.

Eine Drehzahlregelung lohnt sich, weil unterschiedliche Materialien unterschiedliche Geschwindigkeiten brauchen. Weiche Beschichtungen und Kleber schmieren bei hoher Drehzahl, harter Beton will Tempo.

Der passende Diamanttopf

Der Schleiftopf ist das eigentliche Werkzeug. Es gibt ihn in verschiedenen Ausführungen:

  • Einreihige Segmente für groben Abtrag auf hartem Beton.
  • Zweireihige Segmente für gleichmäßigeren Schliff und längere Standzeit.
  • Turbo- oder Spiraltöpfe für schnellen Abtrag bei weicherem Material wie Estrich.
  • PKD-Töpfe mit polykristallinem Diamant für Kleber, Farbe, Epoxid und elastische Beschichtungen, die normale Töpfe zusetzen.

Der Topf muss zum Material passen. Harte Bindung für weiche, abrasive Materialien wie Estrich, weiche Bindung für harten Beton – das klingt verkehrt, ist aber richtig, weil sich die Diamanten nur dann freilegen, wenn die Bindung passend verschleißt.

Schritt für Schritt

  1. Fläche vorbereiten. Lose Teile, Nägel und Dübel entfernen. Metall im Untergrund zerstört die Diamantsegmente.
  2. Absaugung anschließen. Ein Bau- oder Industriesauger mindestens der Staubklasse M, siehe Baustaubsauger.
  3. Schutzausrüstung anlegen. Atemschutz FFP2 oder besser FFP3, Schutzbrille, Gehörschutz.
  4. Maschine anlaufen lassen, dann flach aufsetzen. Die Haube muss rundum am Untergrund anliegen.
  5. In gleichmäßigen Bahnen führen. Nicht verkanten, nicht auf der Stelle stehen bleiben, sonst entstehen Mulden.
  6. Zwischendurch prüfen. Mit einer langen Wasserwaage oder Richtlatte kontrollieren, ob die Fläche wirklich eben wird.

Staub ist das eigentliche Problem

Beton und Estrich enthalten Quarz. Beim Schleifen entsteht Quarzfeinstaub, der tief in die Lunge gelangt und auf Dauer schwere Erkrankungen verursachen kann. Ohne Absaugung ist Betonschleifen in Innenräumen nicht vertretbar. Der Sauger muss mindestens der Staubklasse M entsprechen, sein Filter wird regelmäßig abgereinigt.

Vorsicht bei alten Belägen: Schwarze Kleber unter altem Parkett und manche Spachtelmassen und Fliesenkleber aus der Zeit vor den 1990er Jahren können Asbest oder PAK enthalten. Solche Schichten werden nicht geschliffen, bevor eine Probe untersucht wurde. Asbesthaltige Materialien gehören in die Hand eines zugelassenen Fachbetriebs.

Vor- und Nachteile

Dafür
  • schneller Abtrag auf kleinen und mittleren Flächen
  • kommt an Kanten und Wände heran
  • handlich, auch für Wände
  • mit guter Absaugung weitgehend staubarm
Dagegen
  • für große Böden zu langsam
  • Diamanttöpfe sind Verschleißteile
  • ohne Absaugung massive Staubbelastung
  • laut und kraftraubend bei Überkopfarbeit

Typische Fehler

  • Winkelschleifer ohne Haube verwendet. Ein normaler Winkelschleifer mit Diamanttopf, aber ohne Absaughaube, erzeugt riesige Staubmengen und ist schwer zu kontrollieren.
  • Falscher Topf für Kleber. Normale Segmente setzen sich bei Kleber in Sekunden zu. Hier gehört ein PKD-Topf hin.
  • Zu viel Druck. Die Maschine wird langsamer, die Segmente überhitzen, der Abtrag sinkt.
  • Bürstenkranz verschlissen. Dann dichtet die Haube nicht mehr ab. Ersatzkränze kosten wenig und liegen bei guten Geräten bei.

Kaufen oder mieten

Einfache Betonschleifer mit Topf und Haube gibt es ab etwa 80 Euro. Profigeräte mit Drehzahlregelung und robuster Haube kosten 300 bis 600 Euro. Der Diamanttopf kommt je nach Qualität mit 20 bis über 100 Euro hinzu.

Für ein einmaliges Projekt ist Mieten sinnvoll, zusammen mit einem passenden Sauger. Wer regelmäßig renoviert, spart mit einem eigenen Gerät; die Unterschiede zu verwandten Maschinen wie der Sanierungsfräse erklärt der Beitrag Betonschleifer/Betonfräse.

Häufige Fragen

Wie schnell trägt eine Betonfräse ab?

Das hängt von Beton, Topf und Leistung ab. Eine Schicht von wenigen Millimetern auf einem Quadratmeter dauert eher Minuten als Stunden, große Höhenunterschiede kosten deutlich mehr Zeit.

Kann ich damit Fliesen entfernen?

Nein. Fliesen werden abgestemmt, etwa mit einem Meißelhammer. Die Betonfräse entfernt danach die Kleberreste.

Welche Schutzausrüstung brauche ich?

Atemschutz mindestens FFP2, besser FFP3, Schutzbrille, Gehörschutz und feste Handschuhe. Dazu eine Absaugung der Staubklasse M.

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