Dezibelmesser

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Ein Dezibelmesser, auch Schallpegelmesser genannt, misst die Lautstärke in Dezibel. Im Heimwerkerbereich hilft er zu entscheiden, ob Gehörschutz nötig ist, wie laut die Wärmepumpe des Nachbarn wirklich ist oder ob die Werkstatt eine Dämmung braucht. Für Streit mit Nachbarn oder Behörden reicht ein Billiggerät allerdings nicht, dafür braucht es geeichte Technik und eine fachgerechte Messung.
Was Dezibel bedeutet
Dezibel ist eine logarithmische Einheit. Das bedeutet: Die Zahlen wachsen nicht gleichmäßig mit der Lautstärke.
- Plus 3 dB bedeuten eine Verdopplung der Schallenergie, zum Beispiel zwei gleich laute Maschinen statt einer.
- Plus 10 dB empfindet das Ohr etwa als doppelt so laut.
- Minus 10 dB wirken halb so laut.
Ein Staubsauger mit 70 dB(A) und ein Winkelschleifer mit 100 dB(A) liegen also nicht 30 Prozent auseinander, sondern um ein Vielfaches.
| Pegel | Beispiel |
| 30 dB(A) | ruhiges Schlafzimmer |
| 50–60 dB(A) | normales Gespräch |
| 70 dB(A) | Staubsauger |
| 85 dB(A) | Rasenmäher, oberer Auslösewert im Arbeitsschutz |
| 95–105 dB(A) | Kreissäge, Winkelschleifer, Bohrhammer |
| 120 dB(A) und mehr | Presslufthammer aus der Nähe |
Die Bewertungen A, C und Z
Das Ohr hört tiefe und sehr hohe Töne schlechter als mittlere. Die A-Bewertung bildet das nach und ist Standard für fast alle Messungen, erkennbar an der Einheit dB(A). Die C-Bewertung berücksichtigt tiefe Frequenzen stärker und wird für Spitzenpegel genutzt. Z bedeutet ungewichtet.
Dazu kommt die Zeitbewertung: Fast mittelt über 125 Millisekunden und folgt schnellen Schwankungen, Slow mittelt über eine Sekunde und liefert einen ruhigeren Wert. Für schwankende Geräusche wie Verkehr oder Maschinen mit wechselnder Last ist der Mittelungspegel Leq aussagekräftiger, den bessere Geräte berechnen.
Klasse 1 und Klasse 2
Schallpegelmesser sind in DIN EN 61672 genormt, in zwei Genauigkeitsklassen. Klasse 1 hat enge Toleranzen über einen breiten Frequenzbereich und wird für Gutachten, Behördenmessungen und Forschung eingesetzt. Solche Geräte kosten meist deutlich über 1000 Euro. Klasse 2 hat weitere Toleranzen und ist für orientierende Messungen, Arbeitsschutz im Betrieb und Überprüfungen gedacht.
Viele günstige Handgeräte werben mit einer Klassenangabe, sind aber nicht nach der Norm geprüft. Für Heimwerkerzwecke reichen sie trotzdem, wenn man die Ergebnisse als Anhaltspunkt versteht.

Grenzwerte im Arbeitsschutz
Die Lärm- und Vibrations-Arbeitsschutzverordnung kennt zwei Auslösewerte für den Tages-Lärmexpositionspegel: 80 dB(A) als unteren und 85 dB(A) als oberen. Ab 80 dB(A) muss der Arbeitgeber Gehörschutz bereitstellen, ab 85 dB(A) muss er getragen werden. Für private Heimwerker gilt die Verordnung nicht, das Gehör unterscheidet aber nicht zwischen Beruf und Hobby.
Da viele Elektrowerkzeuge über 90 dB(A) liegen, ist Gehörschutz in der Werkstatt praktisch immer sinnvoll, etwa ein Kapselgehörschutz.
Nachbarschaftslärm
Für Lärm aus Anlagen wie Wärmepumpen oder Klimageräten gilt die TA Lärm mit Richtwerten je Gebiet. In reinen Wohngebieten sind es 50 dB(A) tagsüber und 35 dB(A) nachts, in allgemeinen Wohngebieten 55 und 40 dB(A). Gemessen wird dafür nach festen Regeln vor dem Fenster des betroffenen Raums.
Ein eigenes Messgerät hilft, die Lage einzuschätzen und ein Lärmprotokoll zu führen. Als Beweismittel vor Gericht reicht es meist nicht, dafür braucht es einen Sachverständigen.
So messen Sie richtig
- Gerät kalibrieren oder prüfen. Bessere Geräte lassen sich mit einem Schallkalibrator auf 94 dB bei 1 kHz einstellen.
- A-Bewertung wählen. Für fast alle Zwecke richtig.
- Abstand festlegen. Bei Werkzeugen etwa an der Position des Ohrs messen, bei Anlagen am Ort des Betroffenen.
- Mikrofon frei halten. Nicht mit der Hand abdecken, Körper nicht zwischen Quelle und Gerät. Draußen einen Windschutz aufsetzen.
- Hintergrund messen. Wenn möglich einmal mit und einmal ohne Lärmquelle messen, um den Anteil einzuordnen.
Taugen Smartphone-Apps?
Apps sind eine grobe Orientierung. Die eingebauten Mikrofone sind für Sprache gebaut, filtern und regeln automatisch nach. Bei hohen Pegeln über etwa 90 dB messen viele Handys deutlich zu niedrig. Zum Vergleich zweier Geräte am selben Ort mit demselben Telefon taugen sie, für absolute Werte nicht.
Kaufkriterien
- Messbereich mindestens etwa 30 bis 130 dB.
- A- und C-Bewertung, Fast und Slow umschaltbar.
- Max-Hold für Spitzenwerte und idealerweise Leq-Anzeige.
- Datenspeicher oder PC-Anschluss, wenn Sie über längere Zeit protokollieren wollen.
- Beleuchtetes Display für Messungen in dunklen Räumen oder nachts.
Einfache Handgeräte kosten 20 bis 60 Euro, Geräte mit Speicher und besserer Genauigkeit 100 bis 300 Euro, zertifizierte Messtechnik ein Vielfaches.
Häufige Fragen
Was ist ein Dezibelmesser mit Speicher?
Ein Gerät, das Messwerte über längere Zeit aufzeichnet. Nützlich, um schwankenden Lärm über Stunden oder Nächte zu dokumentieren.
Wie genau sind günstige Geräte?
Abweichungen von 1,5 bis 2 dB sind bei einfachen Geräten üblich. Für die Frage, ob Gehörschutz nötig ist, reicht das.
Kann ich damit Trittschall messen?
Nur grob. Normgerechte Trittschallmessungen erfordern ein Normhammerwerk und eine Messung im Raum darunter.

