Tapeten ablösen - einfach und effektiv!

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Wie leicht eine Tapete von der Wand geht, entscheidet vor allem, was für eine es ist. Vliestapeten lassen sich oft trocken in ganzen Bahnen abziehen, Papier und Raufaser müssen eingeweicht werden, und bei Vinyl oder überstrichenen Schichten braucht es Perforation oder Dampf. Wer das vorher prüft, spart Stunden.
Erst herausfinden, was an der Wand klebt
Lösen Sie an einer Ecke oder Naht ein Stück an und ziehen Sie vorsichtig. Kommt die ganze Bahn trocken herunter, ist es eine Vliestapete – Glück gehabt. Löst sich nur eine dünne Oberschicht und eine Papierschicht bleibt an der Wand, haben Sie eine Vinyl- oder Doublé-Tapete. Reißt nur ein kleiner Fetzen ab, ist es Papier oder Raufaser, womöglich mehrfach überstrichen.
Die Werkzeuge
- Breiter Spachtel oder Tapetenschaber mit scharfer Kante.
- Stachelwalze oder Tapetenigel zum Perforieren.
- Quast oder Farbrolle zum Einweichen, dazu ein Eimer mit warmem Wasser.
- Tapetenlöser oder etwas Spülmittel als Netzmittel.
- Dampf-Tapetenablöser für hartnäckige Fälle.
- Abdeckfolie und Malerkrepp für Boden und Fußleisten.
- Müllsäcke, denn es wird viel.
Vorbereiten
- Möbel ausräumen oder in die Raummitte schieben und abdecken.
- Boden abdecken. Nasse Tapetenfetzen kleben an allem, was sie berühren.
- Strom abschalten. Bevor Sie mit Wasser um Steckdosen und Schalter arbeiten, die Sicherung für den Raum ausschalten und die Abdeckungen abschrauben.
- Fußleisten abkleben oder abnehmen, damit kein Wasser dahinterläuft.
Einweichen: der Standardweg
Für Papier- und Raufasertapeten gilt: nass machen, warten, abschaben. Tragen Sie warmes Wasser mit etwas Tapetenlöser oder Spülmittel großzügig mit Quast oder Rolle auf. Das Netzmittel sorgt dafür, dass das Wasser nicht abperlt, sondern in das Papier eindringt. Weichen Sie immer nur eine Fläche ein, die Sie in der nächsten halben Stunde auch schaffen.
Die Einwirkzeit liegt je nach Produkt meist zwischen 15 und 40 Minuten. Ist die Tapete danach noch fest, ein zweites Mal einweichen. Setzen Sie den Spachtel flach an und schieben Sie die Tapete in Bahnen ab.
Perforieren bei Vinyl und überstrichenen Tapeten
Überstrichene Tapeten und Vinyltapeten lassen kein Wasser durch. Die Stachelwalze sticht Löcher in die Oberfläche, durch die das Wasser zum Kleister vordringen kann. Fahren Sie kreuz und quer über die Wand, ohne zu fest zu drücken, damit der Putz darunter nicht beschädigt wird. Bei Vinyltapeten lässt sich zuvor oft die obere Schicht trocken abziehen; die zurückbleibende Papierschicht wird dann eingeweicht.
Mit Dampf
Ein Dampf-Tapetenablöser erzeugt heißen Dampf, der über eine Platte auf die Wand geleitet wird. Er löst auch mehrfach überstrichene Tapeten und ist bei großen Flächen deutlich schneller als Einweichen. Halten Sie die Platte nicht zu lange auf eine Stelle, sonst weicht der Putz auf oder platzt ab. Tragen Sie Handschuhe, denn Dampf und heißes Kondenswasser verbrühen die Hände. Geräte lassen sich im Baumarkt oder beim Werkzeugverleih mieten.
Vorsicht bei Gipskarton
Auf Gipskartonwänden ist Zurückhaltung gefragt. Zu viel Wasser weicht den Karton auf, und beim Abschaben reißt die oberste Kartonschicht mit ab. Weichen Sie hier sparsam ein, arbeiten Sie mit einem stumpfen Spachtel und flach. Wenn die Tapete gar nicht will, ist es manchmal besser, sie an der Wand zu lassen, zu grundieren und mit einer Glattvliestapete zu überkleben.
Rückstände entfernen
Nach dem Ablösen bleiben oft Papierreste und Kleister zurück. Papierfetzen werden nochmals eingeweicht und abgeschabt. Kleisterreste waschen Sie mit warmem Wasser und einem Schwamm ab, sonst haftet die neue Farbe oder Tapete schlecht und es entstehen Flecken. Die Wand muss danach vollständig trocknen, bevor es weitergeht.
Die Wand nacharbeiten

Unter alten Tapeten kommen oft Löcher, Risse und Dübellöcher zum Vorschein. Spachteln Sie sie zu und schleifen Sie die Stellen nach dem Trocknen glatt. Sandender oder kreidender Putz wird mit Tiefgrund verfestigt. Wasser- und Nikotinflecken werden mit einer Isoliergrundierung abgesperrt, sonst schlagen sie durch den neuen Anstrich. Schimmelflecken müssen vorher behandelt und die Ursache geklärt werden. Danach ist die Wand bereit für Farbe, Streichputz oder eine neue Tapete, etwa in Holzoptik oder Steinoptik.
Typische Fehler
- Zu große Fläche auf einmal eingeweicht. Bis Sie hinten ankommen, ist vorne alles wieder trocken.
- Mit dem Spachtel zu steil gearbeitet. Das reißt Furchen in den Putz, die später gespachtelt werden müssen.
- Strom an gelassen. Wasser in Steckdosen und Schalterdosen ist lebensgefährlich.
- Kleisterreste an der Wand gelassen. Die neue Farbe blättert ab oder bildet Flecken.
Häufige Fragen
Kann ich neue Tapete über die alte kleben?
Möglich, aber riskant: Der Kleister der neuen Tapete weicht die alte auf, und beide lösen sich gemeinsam. Nur bei sehr fest sitzender, glatter Vliestapete vertretbar.
Warum geht die Tapete so schwer ab?
Meist wurde sie mehrfach überstrichen oder mit Dispersionskleber verklebt. Dann hilft Perforieren und Dampf.
Was mache ich mit den Tapetenresten?
Tapetenreste gehören in den Restmüll, bei größeren Mengen zum Wertstoffhof oder in einen Bauschuttcontainer, je nach örtlicher Regelung.



