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Ein Holztor selber bauen

Ein Tor ist aus Holz besonders schön und natürlich, und im Gegensatz zu einem aus Metall auch einfach selbst zu bauen. Wer für sein Grundstück, seine Einfahrt oder sein Wochenendgrundstück selbst ein Holztor bauen möchte, kann sich damit erhebliche Kosten für ein neues, fertiges Tor sparen. Denn fertige Tore sind, selbst in einer simplen Ausführung, recht teuer.

Wir zeigen dir in diesem Artikel, wie dies einfach möglich ist und was du dafür benötigst. Aber außer dem handwerklichen Geschick und dem entsprechenden Werkzeug wird nicht viel gebraucht, was nicht einfach im Baumarkt zu kaufen wäre.

  • Welches Holz ist geeignet?
  • Wie muss der Standort vorbereitet werden?
  • Wie lege ich die Maße fest?
  • Alles rund ums Schloss
  • Das Tor aufstellen
Ein Holztor selber bauen

Ein Holztor selber bauen? Wir zeigen wie! | Foto: PhanuwatNandee / Depositphotos.com

Die Vorarbeiten

Bevor du dich entschließt mit den Arbeiten zu beginnen, solltest du dir die Zeit für die Vorbereitungen und Vorarbeiten nehmen und natürlich die entsprechende Planung. Zunächst ist es wichtig, sich für eine Holzart zu entscheiden. Entweder ist diese bereits durch einen Zaun vorgegeben, der durch das Tor ergänzt werden soll, oder man entscheidet danach, wie hoch das Budget ist und wie lange das Tor halten soll. Gehen wir davon aus, dass die Haltbarkeit möglichst hoch sein soll, dann kommen verschiedene Harthölzer in Frage, die jedoch auch teurer sind als Kiefer oder Fichte.

Eine weitere Vorarbeit ist das Festlegen der Maße. Dazu musst du zunächst den genauen Standort wissen, der entweder durch schon bestehende Pfosten gegeben ist oder durch Gebäude, die mit dem Tor verbunden werden. Vielleicht soll das Tor aber auch allein stehen, zwischen zwei Hecken oder ähnlichem. Hier gilt es, genau zu überlegen und die Gegebenheiten einzubeziehen.

Hinweis: Wenn du so etwas zum ersten Mal machst, ist eine kleine Gartenpforte sicher einfacher zu bauen als ein großes, zweiflügeliges Tor an der Einfahrt. Vielleicht kannst du zunächst einmal mit einem kleinen Tor beginnen und danach das Größere bauen.

Das Material

Hast du dich für eine bestimmte Holzart entschieden, beispielsweise Lärche oder Douglasie (in der Regel in Baumärkten oder Holzmärkten erhältlich und gut haltbar), brauchst du aus dieser Holzsorte die Pfeiler (falls nicht bereits vorhanden), die Riegel und die Latten.

Wenn du bereits Pfeiler stehen hast, die du weiterbenutzen willst, hast du es natürlich einfacher. Muss du diese aber erst setzen, solltest du dafür das entsprechende Holz nicht zu dünn wählen, denn je nach Größe kann eine Gartenpforte einiges an Gewicht bringen.

Je nach Bedürfnis kannst du das Holz behandeln, noch bevor du es verarbeitest, aber es geht natürlich auch mit den fertigen Toren, dass sie gestrichen werden. Es bieten sich Holzlasuren oder Holzfarben an, die man je nach Angaben des Herstellers benutzen sollte (Häufigkeit des Anstrichs beachten!) So kann eine andere Farbgebung erreicht werden, aber vor allem die Witterungsbeständigkeit, die an einem Gartentor eine große Rolle spielt.

hochqualitatives holztor

Das Holztor muss man mit einer Lasur oder mit Farbe schützen. Es empfiehlt sich hochqualitatives Holz zu verwenden! | Foto: trgowanlock / Depositphotos.com

Tipp: Wenn du die Hölzer vor der Verarbeitung aber nach dem Zuschnitt streichst, hast du erstens den Vorteil, dass auch die Teile, die sich dann am Tor überlappen, mit imprägniert hast, und zweitens: Du streichst nicht zu viel, weil du beim Streichen des neuen Holzes die Abfälle mit gestrichen hast.

Die Pfeiler

Besonders günstig ist es, wenn du die Pfeiler schon stehen hast. Idealerweise bestehen diese aus Metall und sind daher ewig haltbar und können für immer neue Gartentore wiederverwendet werden. Ist dies nicht der Fall, solltest du also Balken aus Holz in der gewünschten Länge zuschneiden. Dabei kommt es darauf an, ob du sie eingraben willst, dann ist die Länge ungefähr ein Drittel mehr als oben gebraucht wird. Oder du hast einen Untergrund, in den du einen Balkenschuh einbetonieren kannst bzw. aufschrauben, und der Pfosten braucht daher nur die sichtbare Länge aufzuweisen.

Nach dem Zuschnitt und dem Anstrich werden die Pfosten also entsprechend der Gegebenheiten gesetzt.

Tipp: Ideal ist es, wenn du die Riegel an einem Gebäude verankern kannst, denn dann kann es nicht passieren, dass sie vom Frost im Winter zur Seite gedrückt werden. Setzt du die Riegel in den Boden, solltest du nicht zu sparsam in der Tiefe sein, und unbedingt unten in das Loch Frostschutz füllen, damit möglichst wenig Angriffsfläche für die Fröste besteht.

Das Vorbereiten des Holzes fürs Tor

Dann geht es also an den Bau des Tores. Dabei schneidest du zuerst die Hölzer zu.

Die Riegel

Je nachdem, ob du ein ein- oder zweiflügeliges Tor bauen willst, musst du die Maße für die Riegel entweder einfach nehmen (einflügeliges Tor) oder halbieren (für zwei Torhälften). Auf das Maß der Riegel kommst du, wenn du zwischen den Pfosten misst. Ein wenig Spiel sollte bleiben, um das Scharnier einzusetzen. Allerdings kannst du auch so planen, dass die Scharniere nicht zwischen den Pfosten, sondern an einer Seite davon angebracht werden. Das heißt, das Tor verdeckt die Pfosten von einer Seite und die Scharniere werden an dieser Seite angebracht.

Entsprechend deines Maßes schneidest du also die Riegel zu, die je nach Torgröße in ihrem Durchmesser gewählt werden sollten. Sie müssen stabiler Untergrund für die Latten sein, aber auch nicht zu stark, damit das Tor nicht unnötig schwer wird.

Bei einem einflügeligen Tor schneidest du zweimal die benötigte Breite zu, bei einem zweiflügeligen Tor nimmst du vier Mal die Hälfte des ermittelten Maßes. Lege die Riegel dann so auf den Boden, wie du den Abstand zwischen den Riegeln am fertigen Tor geplant hast.

Die Versteifung

Würde die beiden Riegel nun mit den Latten verbunden, könnte man das Tor diagonal verschieben. Daher wird eine Versteifung eingesetzt. Diese besteht aus dem gleichen Holz wie die Riegel und wird schräg (diagonal) zwischen die beiden Riegel platziert. Du musst nun also deren Länge messen, wenn du die Riegel im richtigen Abstand auf den Boden gelegt hast. Am Ende soll aus den drei Riegelteilen ein „Z“ entstehen. Dieser dritte Riegel wird so abgeschnitten, dass die beiden Schnittstellen an den Querriegeln perfekt anliegen. Um es dir einfacher zu machen, solltest du dabei einen 45°-Winkel wählen.

Die Latten

Beim Zuschnitt des Holzes kommen wir nun zu den Latten. Dafür hast du entsprechend Holz gekauft, welches dir im Durchmesser ideal erscheint. Lege nun fest, wie hoch die Latten werden sollen und wie weit der Abstand am fertigen Tor geplant ist. Entsprechend viele schneidest du zu.

Wichtig: Damit der Regen nicht in die Schnittstellen am oberen Ende eindringen kann und diese vorschnell unstabil werden, muss das obere Ende durch einen entsprechenden Schnitt abgeschrägt werden. Dazu schneidest du die Riegel schräg ab. Das kann entweder in Längsrichtung sein oder auch in Querrichtung, sodass gleich noch eine Art „Muster“ entsteht. Auf alle Fälle sollte die Schnittfläche nicht eben sein.

Tipp: Wenn das Holz nun zugeschnitten ist, kannst du das fertige Tor probehalber aus den Hölzern auf dem Boden zusammenlegen. Dann siehst du gut, ob etwas fehlt oder ob es am Ende aussieht, wie du es dir vorgestellt hast.

Die Behandlung mit Farbe

Das Holz ist nun zugeschnitten und sollte gegen das Wetter geschützt werden. Am besten eignen sich dafür Lasuren, die dem Holz nicht nur einen bestimmten Farbton geben können, sondern vor allem für dessen Schutz sorgen. Durch ihre ölige Konsistenz machen sie das Holz haltbar.

Du streichst also alle Holzteile gründlich mit Lasur, wobei du den Anstrich so oft wiederholen solltest, wie auf der Packung angegeben. Denn die Hersteller machen genaue Angaben, wie häufig der Anstrich erfolgen sollte, damit der optimale Schutz erreicht wird.

Tipp: Für solche groben Arbeiten an Holz für außen nimmst du am besten einen breiten Pinsel. Dann geht es schneller und du kommst gut in die Struktur des Holzes hinein.

Der Zusammenbau

Sind alle Hölzer gestrichen und gut getrocknet, geht es an den Zusammenbau. Dieser erfolgt ebenfalls am besten im Liegen. Zunächst werden die Riegel über das „Z“ miteinander verschraubt, indem du sie über die Schmalseite des Holzes miteinander verbindest. Das ist lediglich eine Hilfsarbeit, damit sich die Riegel während des Zusammenbaus nicht verschieben können, bringt aber auch schon ein wenig Stabilität.

Dann legst du die Latten auf und verschraubst diese überall dort, wo sie auf die Riegel treffen. Idealerweise nimmst du Holzschrauben aus Edelstahl, diese können nicht rosten.

Die Länge sollte so bemessen sein, dass die Schrauben den größten Teil der Riegeldicke durchschrauben, aber keinesfalls am anderen Ende herausstehen.

So entstehen mit dem Aufschrauben der Riegel ein oder zwei Gartentorflügel, die am Ende ein stabiles Konstrukt bilden.

Die Scharniere und weitere Metallteile

Am Ende schraubst du auf die Riegel die Scharniere. Die Gegenstücke, die sogenannten „Kloben“, schraubst du an den Riegeln fest. Dabei solltest du unbedingt darauf achten, dass alles lot-bzw. waagerecht angebracht wird. Sonst kann es sein, dass das Tor dann unschön nach unten hängt.

Nun brauchst du das Tor nur noch einzuhängen und ggf. mit einem Schloss bzw. Riegel zu versehen. Dabei ist interessant: Soll das Schloss lediglich dazu dienen, das Tor einzurasten, oder soll es abschließbar sein?

Sollen zwei Torhälften mit dem Schloss verbunden werden, oder geht es nur um einen Torflügel, der mit dem Schloss an einem der Riegel verankert wird? Entsprechend musst du das Schloss kaufen und anbringen.

Handelt es sich um ein breites Tor mit zwei Flügeln, müssen diese in aller Regel noch am Boden verankert werden. In der Mitte, wo sich die beiden Flügel treffen, wird dafür an den mittleren zwei bis drei Latten unten eine Schiene angebracht, und im Boden ein Gegenstück verankert, auf dem die Schiene bei geschlossenem Tor aufliegt. So kann das Tor in der Mitte nicht nach unten hängen und ist gleich gegen Aufdrücken gesichert.

Auch sogenannte Sturmhaken können angebracht werden. Ein solcher Haken ist aus Metall und neben dem Tor in der Erde verankert. Er ist so lang, dass er fast bis zur Mitte des Tores reicht und an seinem Ende mit einem Haken in eine Öse am Tor eingehängt wird. So kann das Tor auch bei starkem Sturm nicht aufgedrückt werden.

Weitere interessante Infos auf Staketenzaun selber bauen und Das Gartentor blickdicht machen.

FAQ

✅ Welches Holz ist für ein Gartentor geeignet?

Am besten verwendet man für einen Eigenbau Douglasie oder Lärche. Diese Hölzer halten lang, sind aber nicht zu schwer zu bearbeiten.

✅ Welche Größe muss das Tor haben?

Das sollte den Gegebenheiten angepasst werden. Am besten ist es in der Höhe dem umliegenden Zaun oder der Hecke entsprechend. In der Breite muss überlegt werden, wie breit der Weg ist, der abgegrenzt werden soll, oder ob ein Wagen hindurchpassen muss.

✅ Braucht man ungewöhnliches Werkzeug für den Bau des Tores?

Nein, eine Säge, Wasserwaage, Zollstock und Bleistift sowie Pinsel und Sandpapier reichen aus.

✅ Welche Metallteile werden benötigt?

Auf alle Fälle brauchst du Scharniere, vier Stück, mit den entsprechenden Gegenstücken für die Pfosten. Weiterhin die Schrauben, und zwar solche, mit denen die Latten an den Riegeln angebracht werden, und ein paar längere für das Verschrauben der Riegelteile untereinander sowie solche, mit denen die Scharniere angebracht werden. Außerdem noch das Schloss bzw. die Drückergarnitur und eventuell einen Sturmhaken.

✅ Ist der Bau eines Gartentores schwierig?

Es ist nicht so schwierig, ein solches Gartentor selbst zu bauen. Mit ein wenig handwerklichem Geschick ist es sogar recht einfach. Allerdings sollte man, wenn möglich, erst einmal mit einem einflügeligen, kleinen Tor beginnen.


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