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Heimwerker-Berater

Rollladen reparieren: so wird´s gemacht!

Haus & Bauvon Christoph5 Min. · 11 Abschnitte
Rollladen reparieren: so wird´s gemacht!
Inhalt11 Abschnitte
  1. Zuerst herausfinden, was kaputt ist
  2. Vorbereitung: Rollladen sichern, Kasten öffnen
  3. Den Gurt wechseln
  4. Wenn der Gurtwickler schuld ist
  5. Lamellen austauschen
  6. Aufhängung und Welle
  7. Führungsschienen und Endleiste
  8. Elektrische Rollläden
  9. Typische Fehler
  10. Häufige Fragen
  11. Videos zum Thema

Die meisten Rollladenschäden sind banal: ein ausgefranster Gurt, eine gebrochene Lamelle, eine abgerissene Aufhängung. Alle drei lassen sich mit Ersatzteilen für 5 bis 30 Euro selbst beheben, wenn man den Rollladenkasten öffnen kann. Schwierig wird es erst beim elektrischen Antrieb und bei Rollläden, die nur von außen zugänglich sind.

Zuerst herausfinden, was kaputt ist

Bevor Sie Teile bestellen, lohnt ein genauer Blick. Das Symptom verrät meist schon die Ursache, und wer die falsche Ursache repariert, hat hinterher denselben Fehler mit neuem Gurt.

SymptomWahrscheinliche Ursache
Gurt lässt sich ziehen, Rollladen bewegt sich nichtGurt von der Gurtscheibe gerissen oder Aufhängung gelöst
Gurt zieht sich nicht mehr einFeder im Gurtwickler gebrochen oder ermüdet
Rollladen hängt schiefeine Aufhängefeder gerissen, Panzer seitlich verrutscht
Rollladen fährt nicht ganz herunterFührungsschiene verbogen, Lamelle verkantet, Schmutz in der Schiene
Lücken zwischen den Lamellen bleiben offenLichtschlitze sind normal, klemmende Lamellen nicht
Rollladen rutscht selbst herunterGurtwickler hält nicht mehr, Bremse verschlissen

Vorbereitung: Rollladen sichern, Kasten öffnen

Fahren Sie den Rollladen ganz nach unten, bevor Sie irgendetwas lösen. Dann ist der Gurt fast vollständig abgewickelt und der Gurtwickler unter geringster Spannung. Wer bei oben stehendem Panzer den Gurt abschneidet, lässt 10 bis 25 Kilogramm Rollladen ungebremst herunterrauschen.

Die Revisionsklappe des Kastens sitzt bei den meisten Einbaukästen innen oberhalb des Fensters, entweder vorn oder an der Unterseite. Sie ist verschraubt oder nur eingeklipst. Details zu den Bauformen stehen bei der Rollokasten-Abdeckung. Legen Sie ein Tuch aufs Fensterbrett, denn aus dem Kasten fällt zuverlässig jahrzehntealter Staub.

Den Gurt wechseln

Der Gurt ist das Verschleißteil schlechthin. Nach zehn bis fünfzehn Jahren ist er spröde, franst an den Kanten aus und reißt irgendwann an der Gurtscheibe oder am Austritt aus dem Mauerwerk.

  1. Maß nehmen. Standard sind Mini-Gurte mit 14 mm und Maxi-Gurte mit 22 bis 23 mm Breite. Messen Sie den alten Gurt, nicht die Schlitzöffnung.
  2. Länge bestimmen. Als Faustregel reicht etwa das 2,5-Fache der Fensterhöhe. Wer den alten Gurt ganz ausbaut, kann ihn auch einfach nachmessen.
  3. Gurtwickler ausbauen. Abdeckung abschrauben, Wickler aus der Wand ziehen, alten Gurt herausziehen. Die Feder bleibt dabei gespannt – lassen Sie den Wickler nicht unkontrolliert zurückschnellen.
  4. Oben an der Gurtscheibe befestigen. Der neue Gurt wird in die Gurtscheibe eingefädelt und mit einem Dorn, einem Haken oder einer Schraube gesichert, je nach Bauart.
  5. Unten einfädeln und vorspannen. Den Gurt in den Wickler führen und bei ganz heruntergelassenem Rollladen so viel Vorspannung geben, dass er sich sauber einzieht.

Die ausführliche Anleitung mit allen Varianten steht unter Rollladengurt wechseln.

Wenn der Gurtwickler schuld ist

Zieht sich der Gurt nicht mehr ein, ist meist die Spiralfeder im Wickler gebrochen. Das Nachspannen einer ermüdeten Feder hält selten lange. Ein neuer Aufputz- oder Unterputz-Gurtwickler kostet 10 bis 25 Euro und ist die sauberere Lösung. Achten Sie auf den Lochabstand der Befestigung und auf die Gurtbreite. Wickler mit integriertem Gurt sparen einen Arbeitsschritt, weil der Gurt schon vorgespannt aufgerollt ist.

Lamellen austauschen

Eine einzelne gebrochene Kunststofflamelle lässt sich oft tauschen, ohne den ganzen Panzer auszubauen. Die Lamellen sind ineinander eingehängt und lassen sich seitlich herausschieben, sobald der Panzer so weit hochgefahren ist, dass die defekte Lamelle im geöffneten Kasten liegt.

Beim Kauf zählt das Profil. Verbreitet sind Mini-Profile mit etwa 8 mm Stärke und 37 mm Deckhöhe sowie Maxi-Profile mit etwa 14 mm Stärke und 52 mm Deckhöhe. Messen Sie Stärke und Deckhöhe an einer intakten Lamelle, dazu die Länge. Kunststofflamellen gibt es ab etwa 6 Euro je Stück, Aluminium kostet deutlich mehr.

Die neue Lamelle wird auf Länge gesägt, eingeschoben und seitlich wieder gegen Verrutschen gesichert, meist mit kleinen Endstücken oder Schlagstopfen. Sind mehr als drei oder vier Lamellen kaputt oder ist der ganze Panzer versprödet, lohnt ein neuer Panzer nach Maß.

Aufhängung und Welle

Der Panzer hängt über Aufhängefedern oder Stahlbänder an der Welle. Reißt eine davon, hängt der Rollladen schief und läuft sich an der Führungsschiene fest. Die Federn werden oben in die Welle geklipst und unten in die oberste Lamelle eingehängt – ein Teil für wenige Euro, das man am besten gleich im Satz tauscht.

Prüfen Sie bei offenem Kasten auch die Kugellager der Welle. Quietscht oder schleift sie, genügt oft ein Tropfen Öl. Ist das Lager ausgeschlagen, sitzt die Welle schräg und die Gurtscheibe läuft nicht mehr rund.

Führungsschienen und Endleiste

Klemmt der Rollladen beim Herunterfahren, liegt es häufig nicht am Panzer, sondern an den seitlichen Schienen. Laub, Insektennester und Sand setzen sich dort fest. Reinigen Sie die Schienen mit einem schmalen Pinsel und etwas Wasser, danach ein Silikonspray, kein Öl und kein Fett – das bindet neuen Schmutz. Verbogene Schienen lassen sich manchmal vorsichtig zurückbiegen, sonst werden sie ersetzt.

Elektrische Rollläden

Ein Rohrmotor sitzt in der Welle und wird mit Netzspannung betrieben. Anschluss und Tausch des Motors gehören zur Elektrofachkraft, denn das sind Arbeiten am 230-V-Netz. Selbst erledigen können Sie die mechanischen Teile rund herum: Aufhängung, Lamellen, Schienen. Fährt ein Motor nicht mehr ganz hoch oder zu weit, sind oft nur die Endlagen verstellt; wie man sie einstellt, steht in der Anleitung des jeweiligen Herstellers.

Typische Fehler

  • Rollladen oben lassen und den Gurt kappen. Der Panzer fällt dann ungebremst.
  • Falsche Gurtbreite bestellt. 14 mm und 23 mm sehen im Katalog ähnlich aus, passen aber nicht in denselben Wickler.
  • Dämmung vergessen. Wer den Kasten schon offen hat, sollte gleich prüfen, ob gedämmt ist – der Rollladenkasten ist eine der schlechtesten Stellen der Außenwand. Mehr dazu unter Rollladenkasten dämmen.
  • Gewalt bei klemmendem Panzer. Wer mit Kraft nach unten zieht, bricht die nächste Lamelle.

Häufige Fragen

Lohnt sich die Reparatur überhaupt?

Fast immer. Gurt, Wickler und einzelne Lamellen kosten zusammen selten mehr als 40 Euro. Ein neuer Rollladen samt Montage liegt schnell im dreistelligen Bereich je Fenster.

Was kostet der Fachbetrieb?

Für einen Gurtwechsel rechnen Rollladenbauer meist mit einer Anfahrt und einer halben Stunde Arbeit, zusammen oft 60 bis 120 Euro. Bei Motor und Elektrik kommt der Elektriker dazu.

Kann ich auf Motor umrüsten?

Ja, Nachrüstsätze mit Rohrmotor oder Gurtwickler-Motor gibt es für die meisten Kästen. Der Gurtwickler-Motor wird nur an die Steckdose angeschlossen, der Rohrmotor braucht eine feste Installation durch die Fachkraft.

Videos zum Thema

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