Scheibenputz auftragen - Einfach gemacht mit unserer Anleitung!

Inhalt10 Abschnitte
Scheibenputz wird in zwei Schritten aufgetragen: mit der Edelstahlkelle in Kornstärke aufziehen, dann mit dem Kunststoffreibebrett kreisend strukturieren. Dazwischen liegt nur ein kurzes Zeitfenster, und die ganze Wand muss ohne Pause durchgearbeitet werden. Das ist für Heimwerker machbar – wenn Vorbereitung und Tempo stimmen.
Material und Werkzeug
- Scheibenputz in der gewünschten Körnung, meist 1, 2 oder 3 mm
- passender Putzgrund mit Quarzsand, oft eingefärbt im Farbton des Putzes
- Edelstahl-Glättkelle (Traufel) zum Aufziehen
- Kunststoff-Reibebrett zum Strukturieren
- Mörtelkübel und Rührquirl
- Malerkrepp, Abdeckfolie, Putzabschlussprofile an Kanten
- Wasser und Schwamm für Werkzeug und Kanten
Was Scheibenputz ist und worin er sich von Reibeputz unterscheidet, erklärt Scheibenputz.
Den Untergrund vorbereiten
Der Untergrund muss tragfähig, eben, sauber und trocken sein. Scheibenputz gleicht nichts aus, jede Delle bleibt sichtbar. Löcher und Unebenheiten werden vorher gespachtelt oder mit Unterputz egalisiert.
Danach kommt der Putzgrund. Er gleicht das Saugverhalten an und gibt mit seinem Quarzsand Haftung. Ist er im Farbton des Oberputzes eingefärbt, schimmert der Untergrund zwischen den Körnern nicht durch. Er muss vollständig trocknen, meist mindestens zwölf Stunden. Neue mineralische Unterputze brauchen vorher ausreichend Standzeit, oft rund einen Tag je Millimeter Dicke.
Anmischen
Pastöser Putz im Eimer wird nur aufgerührt, bei niedriger Drehzahl, bis er gleichmäßig ist. Zu steifen Putz nur mit wenig Wasser nach Herstellerangabe einstellen.
Mineralischer Putz aus dem Sack wird mit der angegebenen Wassermenge angemischt: erst Wasser in den Kübel, dann das Pulver einrühren, kurz reifen lassen, noch einmal aufrühren. Immer die gleiche Wassermenge je Sack nehmen, sonst ändern sich Farbe und Struktur von Mischung zu Mischung.

Schritt für Schritt
- Arbeitsfeld festlegen. Planen Sie die Wand so, dass Sie von Ecke zu Ecke oder bis zu einer Kante durcharbeiten. Wo Sie unterbrechen müssen, kleben Sie einen Kreppstreifen als saubere Arbeitsfuge.
- Aufziehen in Kornstärke. Den Putz mit der Kelle aufnehmen und mit schräg gestellter Kelle straff auf die Wand ziehen, bis nur noch eine Kornlage liegt. Überschuss wieder abnehmen.
- Nicht zu große Flächen vorlegen. Nur so viel aufziehen, wie Sie in den nächsten Minuten auch strukturieren können – etwa einen bis zwei Quadratmeter, bei Wärme weniger.
- Anziehen lassen. Sobald der Putz nicht mehr am Reibebrett klebt, aber noch weich ist, ist der richtige Moment. Je nach Temperatur, Wind und Untergrund dauert das wenige Minuten bis etwa eine Viertelstunde.
- Kreisend reiben. Das Kunststoffbrett flach aufsetzen und mit leichtem Druck in gleichmäßigen, kreisenden Bewegungen über die Fläche führen. Die Körner rollen dabei in eine gleichmäßige Lage.
- Nass in nass weiter. Die nächste Fläche aufziehen und an die vorige anschließen, solange diese noch feucht ist. Dann den Übergang mitreiben.
- Klebeband sofort abziehen, wenn die Fläche fertig ist.
Zu zweit geht es besser
An größeren Wänden oder Fassaden arbeitet man am besten zu zweit: einer zieht auf, der andere reibt. So bleibt der Abstand zwischen beiden Arbeitsgängen konstant, und die Struktur wird überall gleich. Allein ist es an einer Innenwand gut machbar, an einer ganzen Fassade kaum.
Wetter und Temperatur
Verarbeitet wird bei Luft- und Untergrundtemperaturen zwischen etwa 5 und 30 Grad. Direkte Sonne, starker Wind und Regen sind außen tabu. Der Putz trocknet sonst zu schnell oder wird ausgewaschen. An Gerüsten schützt ein Netz vor Wind und Sonne. Im Innenraum Zugluft vermeiden und nicht direkt vor der Heizung arbeiten.
Typische Fehler
- Zu dick aufgezogen. Die Körner schwimmen, beim Reiben entstehen Wülste und Rillen.
- Zu früh gerieben. Der Putz schmiert, die Struktur wird fleckig und glatt.
- Zu spät gerieben. Körner werden herausgerissen, es bleiben Kratzspuren.
- Pause mitten in der Fläche. Der Ansatz bleibt dauerhaft sichtbar, besonders im Streiflicht.
- Unterschiedliche Wassermengen. Mineralischer Putz trocknet dann in verschiedenen Tönen.
- Kein eingefärbter Putzgrund. Weißer Untergrund blitzt zwischen dunklem Putz hindurch.
Nachbehandlung
Mineralischer Scheibenputz braucht Feuchtigkeit zum Abbinden. An heißen Tagen feucht halten, etwa durch leichtes Nebeln am Folgetag. Gestrichen wird erst, wenn der Putz durchgetrocknet ist, meist nach mindestens einer Woche, außen oft deutlich länger. Pastöse Putze sind je nach Wetter nach ein bis drei Tagen belastbar.
Häufige Fragen
Kann ich Scheibenputz spritzen?
Ja, mit einem Trichterspritzgerät oder einer Putzmaschine. Das Aufziehen entfällt, gerieben wird trotzdem von Hand. Für größere Flächen lohnt sich das, siehe Putzwerfer und Putzhexe.
Wie bessere ich eine Fehlstelle aus?
Schwierig, weil jede Ausbesserung sichtbar bleibt. Am besten bis zur nächsten Kante oder Ecke neu verputzen. Kleine Stellen lassen sich mit einem Rest desselben Putzes tupfen und nachreiben.
Wie lange dauert eine Wand?
Eine Innenwand von 12 Quadratmetern schafft ein geübter Heimwerker in ein bis zwei Stunden reiner Putzzeit. Die Vorbereitung dauert länger als das Putzen.



