Filzbrett
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Ein Filzbrett ist ein flaches Brett mit Griff, dessen Unterseite mit Filz, Schaumstoff oder einem Schwammbelag bespannt ist. Damit wird frischer, bereits angezogener Putz kreisend überrieben, bis eine gleichmäßig feinkörnige, geschlossene Oberfläche entsteht. Es ist eines der einfachsten Werkzeuge des Putzers – und eines, bei dem der richtige Zeitpunkt wichtiger ist als das Werkzeug selbst.
Aufbau und Beläge
Der Grundkörper besteht aus Kunststoff, Holz oder Aluminium mit einem Handgriff auf der Oberseite. Auf der Unterseite sitzt der Belag, geklebt oder austauschbar per Klett:
| Filz | Der Klassiker. Ergibt eine feine, sandige Oberfläche, nimmt Wasser gut auf. |
| Schwammgummi | Weicher, arbeitet mehr Feinanteil an die Oberfläche. Für sehr glatte Ergebnisse und zum Abwaschen von Fliesenfugen. |
| Moosgummi | Fester, strukturgebend, für gröbere Filzoberflächen. |
| Schaumstoff | Günstig, für feine Putze und Spachtelmassen. |
Übliche Maße für das Handfilzbrett liegen um 14 × 28 cm. Daneben gibt es schmale Bretter von etwa 8 cm Breite für Laibungen und größere für freie Flächen.
Filzbrett, Reibebrett, Kartätsche
Im Baumarkt stehen mehrere ähnliche Werkzeuge nebeneinander:
- Reibebrett. Mit harter Kunststoff- oder Holzsohle. Zieht den Putz eben und erzeugt bei Reibeputz die Rillenstruktur.
- Filzbrett. Mit weichem Belag. Verdichtet und feinkörnt die Oberfläche.
- Glättkelle oder Traufel. Aus Stahl. Erzeugt glatte Oberflächen.
- Kartätsche. Eine lange Abziehlatte, oft 1 bis 2,5 m, zum Abziehen von Putz und Estrich entlang von Profilen. Sie wird gelegentlich mit dem Filzbrett verwechselt, hat aber eine ganz andere Aufgabe.
Wofür man filzt
Das Filzen macht aus einer abgezogenen, noch unruhigen Putzoberfläche eine gleichmäßige, feinsandige Fläche. Es schließt kleine Poren und Lunker und holt Feinanteile an die Oberfläche. Das Ergebnis ist eine matte, leicht raue Wand, die sich gut streichen oder tapezieren lässt und dabei ruhiger wirkt als ein glatt geglätteter Putz. Gefilzt werden vor allem Kalk-, Kalkzement- und Lehmputze. Das fertige Oberflächenbild beschreibt Filzputz.
Der richtige Zeitpunkt
Gefilzt wird, wenn der Putz angezogen hat: Er ist nicht mehr nass, gibt bei Fingerdruck kaum nach, lässt sich aber noch bearbeiten. Je nach Putz, Schichtdicke, Untergrund und Raumklima ist das nach einer halben Stunde bis zu einigen Stunden der Fall.
Ist der Putz zu nass, schiebt das Filzbrett ihn vor sich her und reißt Material heraus. Ist er zu trocken, bewegt sich nichts mehr, und die Oberfläche bleibt ungleichmäßig. Testen Sie an einer unauffälligen Stelle.
So wird gefilzt
- Filzbrett anfeuchten. Kurz in sauberes Wasser tauchen und abschütteln. Es soll feucht, nicht triefend sein.
- Kreisend arbeiten. Mit leichtem, gleichmäßigem Druck in kleinen Kreisen über die Fläche, ohne das Brett zu verkanten.
- Überlappend vorgehen, damit keine Übergänge sichtbar bleiben.
- Brett immer wieder ausspülen. Ein zugesetzter Belag reißt Körner heraus und hinterlässt Streifen.
- Zum Schluss gleichmäßig nacharbeiten, gern mit etwas größeren, ruhigeren Bewegungen.
Eine ausführliche Anleitung mit Hinweisen zu Wandecken und Laibungen finden Sie unter Putz filzen.
Filzen innen und außen
Innen ist das Filzen am einfachsten, weil Temperatur und Luftfeuchte gleichmäßig sind und der Putz überall ähnlich schnell anzieht. Außen trocknet die sonnenbeschienene Seite deutlich schneller als die Schattenseite, und Wind beschleunigt das weiter. Arbeiten Sie dort in kleineren Abschnitten und schützen Sie die frische Fläche mit einem Gerüstnetz. Bei großen Fassaden braucht es zwei Personen: eine, die aufträgt und abzieht, und eine, die im richtigen Moment filzt. Allein kommt man bei warmem Wetter nicht hinterher, und ein zu spät gefilzter Streifen bleibt als Band in der Fläche sichtbar. An Laibungen und Kanten verwenden Sie das schmale Brett, damit Sie nicht über die Kante hinausfilzen und die Ecke rund reiben.
Pflege des Filzbretts
Waschen Sie den Belag sofort nach der Arbeit mit klarem Wasser aus, solange der Putz noch nicht abgebunden ist. Eingetrockneter Kalk oder Zement macht den Filz hart, und er kratzt dann statt zu filzen. Lassen Sie das Brett mit dem Belag nach oben trocknen. Abgenutzte Beläge werden bei Klettsystemen getauscht, bei geklebten Brettern kaufen Sie ein neues – günstige Modelle kosten wenige Euro.
Typische Fehler
- Zu früh gefilzt. Der Putz wird aufgerissen, es entstehen Löcher.
- Zu viel Wasser. Der Putz wird ausgewaschen, das Bindemittel fehlt an der Oberfläche, die Wand sandet später ab.
- Zu hoher Druck. Es entstehen Mulden.
- Verschmutzter Belag. Streifen und Kratzer.
Häufige Fragen
Welche Größe soll ich kaufen?
Für die meisten Arbeiten ein Standardbrett um 14 × 28 cm. Für Laibungen, Ecken und kleine Ausbesserungen zusätzlich ein schmales Brett.
Kann ich Gipsputz filzen?
Gipsputz wird meist geglättet. Es gibt aber Gips- und Kalkgipsputze, die ausdrücklich zum Filzen gedacht sind. Die Angabe steht auf dem Sack.
Was ist der Unterschied zum Schwammbrett?
Das Schwammbrett ist weicher und wird vor allem zum Abwaschen beim Verfugen von Fliesen und für sehr feine Oberflächen genutzt. Zum Putzfilzen ist Filz meist die bessere Wahl.



