Eine Türzarge wie ein Profi einbauen

Inhalt11 Abschnitte
Eine Türzarge ist der Rahmen, der das Türblatt trägt und die Wandöffnung verkleidet. Ob die Tür später leicht schließt oder schleift, entscheidet sich beim Ausrichten der Zarge – nicht beim Einhängen der Tür. Mit Geduld, Wasserwaage und dem richtigen Schaum ist der Einbau auch für Heimwerker gut machbar, im Mauerwerk wie in der Trockenbauwand.
Was eine Zarge ist
Bei Innentüren ist heute die Umfassungszarge Standard: Sie umgreift die Wand auf beiden Seiten, besteht aus einem Futter, das in der Öffnung sitzt, und zwei Bekleidungen, die die Fuge zur Wand abdecken. Das Futter besteht aus zwei senkrechten Teilen und dem Kopfstück oben. Holz- und Holzwerkstoffzargen werden eingeschäumt, Stahlzargen dagegen meist beim Bau mit eingemauert oder in Trockenbauwände eingestellt. Einen Vergleich bietet Türzargen: Holz oder Stahl.
Richtig messen
Drei Maße müssen stimmen:
| Wandstärke | Dicke der fertigen Wand inklusive Putz oder Fliesen. Die Zarge wird für einen Wandstärkenbereich gekauft, etwa 80 bis 100 mm. |
| Breite und Höhe der Öffnung | An mehreren Stellen messen. Das kleinste Maß zählt. Die Öffnung muss zum Baurichtmaß der Zarge passen; die Toleranz nennt der Hersteller. |
| Anschlagrichtung | DIN links oder DIN rechts. Sehen Sie auf die Seite, zu der sich die Tür öffnet: Sitzen die Bänder links, ist es DIN links. |
Die gebräuchlichste Innentür hat nach DIN 18101 ein Baurichtmaß von 885 × 2010 mm und ein Türblatt von 860 × 1985 mm. Messen Sie die Höhe vom fertigen Fußboden aus, nicht vom Estrich. Wer vor dem Bodenbelag montiert, muss dessen Aufbauhöhe einrechnen, sonst schleift die Tür später auf dem Laminat.
Werkzeug und Material
- Zarge passend zu Wandstärke und Tür, am besten als Set mit Türblatt
- 2-Komponenten-Zargenschaum
- Zargenspreizen oder Montagestreben, drei Stück
- Holzkeile und Distanzklötze
- Wasserwaage, mindestens 1 m lang, Gummihammer, Cuttermesser
- Holzleim für die Eckverbindung, Handschuhe
Ein Türfutter-Montageset enthält Spreizen und Keile oft schon zusammen.
Zusammenbau der Zarge
Legen Sie Futterteile und Kopfstück auf eine weiche Unterlage und verbinden Sie die Ecken nach Herstelleranleitung – je nach System mit Leim, Verbindern oder Schrauben. Die Ecken müssen rechtwinklig und plan sein. Die Bekleidung der Bandseite oder Gegenseite kommt je nach System jetzt oder später dazu. Lesen Sie die Anleitung vor dem ersten Schnitt: Bei manchen Zargen wird das Futter auf Höhe gekürzt, bei anderen nicht.
Einsetzen und ausrichten
- Zarge in die Öffnung stellen und mit Distanzklötzen am Boden auf die richtige Höhe bringen.
- Bandseite zuerst ausrichten. Das senkrechte Futterteil mit den Bändern muss in beide Richtungen lotrecht stehen. Keile hinter den Bändern und am Kopfstück setzen, jeweils paarweise von beiden Seiten gegeneinander.
- Kopfstück waagerecht stellen, dann das Schlossseitenteil lotrecht und parallel zur Bandseite.
- Spreizen einsetzen. Oben, Mitte und unten je eine Spreize auf das lichte Durchgangsmaß einstellen. Sie verhindern, dass sich das Futter beim Schäumen nach innen biegt.
- Diagonalen messen. Beide gleich lang heißt: Die Zarge steht im Winkel.

Probe mit dem Türblatt
Viele Profis hängen das Türblatt vor dem Schäumen kurz ein. Der Spalt zwischen Tür und Zarge, die Falzluft, muss rundum gleichmäßig sein, und die Tür darf weder von selbst aufschwingen noch zufallen. Tut sie das, steht die Bandseite nicht im Lot. Korrigieren Sie jetzt – nach dem Schäumen ist es zu spät. Anschließend das Türblatt wieder aushängen und die Spreizen einsetzen.
Schäumen: weniger ist mehr
Verwenden Sie 2-Komponenten-Zargenschaum, keinen normalen Bauschaum. Einkomponentenschaum härtet mit Luftfeuchtigkeit aus, braucht dafür lange und dehnt sich unkontrolliert weiter aus. Der Druck kann das Futter verbiegen – die Tür klemmt dann dauerhaft.
Setzen Sie den Schaum punktuell: hinter den Bändern, hinter dem Schließblech und an einigen Stellen dazwischen. Den Hohlraum nicht ausfüllen, ein Teil genügt. Der Schaum dehnt sich noch aus. Warten Sie die Aushärtezeit laut Hersteller ab, bevor Sie die Spreizen entfernen und überstehenden Schaum abschneiden. Mehr zum Unterschied der Schäume unter Montageschaum.
Keile kürzen und Bekleidung setzen
Nach dem Aushärten werden die überstehenden Keile bündig mit der Wand abgeschnitten. Dann kommt die zweite Bekleidung: Sie wird in die Nut des Futters geschoben und an die Wand gedrückt. Bei unebenen Wänden bleibt ein kleiner Spalt, den Sie mit Acryl schließen können. Zum Schluss werden Türblatt, Drücker und Schließblech montiert, siehe auch Türfuttermontage.
Feinjustierung
Moderne Bänder sind in mehrere Richtungen verstellbar. Damit lassen sich kleine Abweichungen ausgleichen: Tür höher oder tiefer setzen, Abstand zur Schlossseite und Anpressdruck an die Dichtung. Große Fehler aus dem Ausrichten korrigieren die Bänder aber nicht.
Typische Fehler
- Normaler Bauschaum statt Zargenschaum. Häufigste Ursache für verzogene Zargen.
- Ohne Spreizen geschäumt. Das Futter wird in der Mitte schmaler, das Schloss greift nicht.
- Höhe ohne Bodenbelag gemessen. Die Tür schleift.
- Keile nur einseitig gesetzt. Die Zarge verdreht sich in der Öffnung.
Häufige Fragen
Wie lange dauert der Einbau?
Mit etwas Übung zwei bis drei Stunden je Tür, beim ersten Mal eher einen halben Tag. Die Aushärtezeit des Schaums kommt hinzu.
Was kostet der Einbau durch einen Fachbetrieb?
Für den reinen Einbau einer Zarge mit Türblatt werden meist rund 100 bis 200 Euro je Tür berechnet, Material nicht eingerechnet.
Kann ich eine alte Zarge lackieren statt tauschen?
Ja, wenn sie gerade und unbeschädigt ist. Wie das sauber gelingt, beschreibt Türen selbst lackieren.



