Einen Spülkasten entkalken

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Wenn die Toilette ständig leise nachläuft oder die Spülung nur noch halbherzig auslöst, steckt fast immer Kalk im Spülkasten dahinter. Er setzt sich an der Dichtung des Ablaufventils und am Füllventil fest, bis beide nicht mehr sauber schließen. Ein Spülkasten lässt sich mit Zitronensäure oder Essigessenz entkalken – beim Unterputzkasten muss man dafür nur zuerst an das Innenleben herankommen.
Woran Sie Kalk im Spülkasten erkennen
- Das WC läuft nach. Ein dünner Wasserfilm rinnt dauernd an der Rückwand der Schüssel herunter.
- Der Kasten füllt sich langsam oder zischt lange nach dem Spülen.
- Die Spültaste klemmt oder springt nicht zurück.
- Weiße oder braune Krusten an Rohren und Ventilen, sichtbar bei geöffnetem Deckel.
Ein nachlaufender Spülkasten ist teurer, als er klingt. Schon ein dünner Faden von einem halben Liter pro Minute summiert sich auf über 700 Liter am Tag. Wer unsicher ist, ob der Kasten leckt, legt ein trockenes Blatt Toilettenpapier an die Rückwand der Schüssel: Wird es nach einer Weile nass, läuft Wasser nach.
So ist ein Spülkasten aufgebaut
| Füllventil | Lässt Wasser nachlaufen, bis der Schwimmer oben ist und es schließt. |
| Ablaufventil | Sitzt am Boden, öffnet beim Spülen und gibt das Wasser in die Schüssel frei. Unten sitzt eine Gummidichtung. |
| Überlauf | Ein Rohr im Ablaufventil, das Wasser bei defektem Füllventil in die Schüssel leitet, bevor der Kasten überläuft. |
| Betätigung | Taste, Hebel oder Zug, die das Ablaufventil anhebt. |
Der Kalk sammelt sich dort, wo Wasser verdunstet oder dauerhaft steht: an der Dichtung des Ablaufventils, am Rand des Ablaufs und im Füllventil.
Die richtigen Mittel
Zitronensäure ist geruchlos und wirkt gründlich. Etwa zwei bis drei Esslöffel Pulver in einem Liter lauwarmem Wasser auflösen. Nicht in heißem Wasser anwenden: Bei hohen Temperaturen bildet sich schwer lösliches Kalziumcitrat, das sich neu ablagern kann.
Essigessenz mit etwa 25 Prozent Säure ist deutlich stärker als Speiseessig mit etwa 5 Prozent. Verdünnt im Verhältnis 1 : 3 bis 1 : 4 reicht sie für normale Ablagerungen. Sie riecht stark, deshalb lüften.
Handelsübliche Spülkastenentkalker sind auf die Materialien im Kasten abgestimmt und haben eine klare Dosierangabe. Mehr dazu unter Spülkastenreiniger.
Gebissreinigertabletten und aufgelöste Spülmaschinentabs werden oft empfohlen, wirken aber gegen dicke Krusten nur schwach. Für die regelmäßige Pflege taugen sie, für eine echte Entkalkung weniger.
Was die Dichtungen nicht mögen
Die Gummidichtungen im Kasten sind säurebeständig, aber nicht unbegrenzt. Lassen Sie Säure einige Stunden oder über Nacht wirken, nicht tagelang, und spülen Sie danach mehrfach mit klarem Wasser nach. Chlorhaltige Reiniger gehören nie in einen Spülkasten, und niemals Chlor und Säure mischen: Dabei entsteht giftiges Chlorgas.
Aufbau-Spülkasten entkalken
- Wasser absperren. Am Eckventil hinter oder neben dem WC zudrehen.
- Spülen, damit der Kasten leer ist. Restwasser mit einem Schwamm aufnehmen.
- Deckel abnehmen. Bei Keramikkästen vorsichtig, er ist schwer und zerbrechlich. Auf ein Handtuch legen.
- Entkalker einfüllen, bis alle verkalkten Teile bedeckt sind. Im leeren Kasten reicht dafür meist ein bis zwei Liter.
- Einwirken lassen, einige Stunden oder über Nacht.
- Nachbearbeiten. Hartnäckige Stellen mit einer alten Zahnbürste oder einem Kunststoffschaber lösen, keine Drahtbürste an Dichtflächen.
- Wasser aufdrehen und mehrfach spülen, damit keine Säurereste in der Schüssel bleiben.
Sitzt der Kalk besonders dick an der Dichtung des Ablaufventils, lässt sich das Ventil meist herausnehmen und separat in einem Eimer mit Entkalker einlegen.

Unterputz-Spülkasten entkalken
Beim Vorwandelement sitzt der Kasten in der Wand. Der Zugang liegt hinter der Betätigungsplatte: Sie wird nach oben geschoben oder ausgeklipst, dahinter liegt eine Revisionsöffnung mit einem Rahmen, der mit zwei Schrauben oder Klammern gehalten wird.
- Wasser absperren. Das Absperrventil sitzt meist innerhalb der Revisionsöffnung.
- Betätigungsplatte und Rahmen abnehmen. Die Stößel oder Hebel der Betätigung merken, damit sie später wieder richtig sitzen.
- Ablaufventil herausnehmen. Es wird meist durch Drehen gelöst und schräg durch die Öffnung gezogen.
- Ventil in Entkalker einlegen, Kalk im Kasten mit einem Schwamm oder Pinsel bearbeiten.
- Dichtung prüfen, bei Rissen oder Verformung ersetzen.
- Alles in umgekehrter Reihenfolge einbauen, Wasser aufdrehen, Funktion testen.
Die Einzelteile sind je nach Hersteller verschieden. Für die verbreiteten Systeme eines großen Herstellers finden Sie die Bezeichnungen unter Geberit-Spülkasten-Ersatzteile.
Wenn Entkalken nicht mehr reicht
Ist die Dichtung am Ablaufventil hart geworden oder hat Kerben, läuft das WC auch nach dem Entkalken weiter. Eine neue Dichtung kostet wenige Euro und ist die eigentliche Reparatur. Dasselbe gilt für ein Füllventil, das trotz Entkalkung nicht mehr sauber schließt: Das Ventil wird als Ganzes getauscht.
Kalk vorbeugen
In Gegenden mit hartem Wasser lohnt es, den Spülkasten einmal im Jahr zu entkalken, bevor es Probleme gibt. Wer insgesamt mit Kalk kämpft, sollte über eine Behandlung an der Hauptleitung nachdenken, siehe Kalkschutzanlage. Die Schüssel selbst bleibt bei WCs ohne Spülrand deutlich leichter sauber.
Häufige Fragen
Wie oft sollte ich entkalken?
Bei hartem Wasser einmal im Jahr, bei weichem Wasser nach Bedarf. Das erste Anzeichen ist fast immer ein leises Nachlaufen.
Kann ich Entkalker einfach in den geschlossenen Kasten schütten?
Beim Aufputzkasten ja, wenn der Kasten vorher leer gespült ist. Beim Unterputzkasten erreicht man den Kalk am Ventil besser durch Ausbauen.
Brauche ich einen Installateur?
In der Regel nicht. Wenn Teile gebrochen sind, das Absperrventil klemmt oder der Kasten selbst undicht ist, sollte ein Fachbetrieb ran.



