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Heimwerker-Berater

Kräutererde

Gartenvon Christoph4 Min. · 9 Abschnitte
Inhalt9 Abschnitte
  1. Was Kräuter von anderen Pflanzen unterscheidet
  2. Zwei Gruppen von Kräutern
  3. Was in guter Kräutererde steckt
  4. Kräutererde selbst mischen
  5. Drainage im Topf
  6. Kräuter im Beet und Hochbeet
  7. Richtig gießen
  8. Wann die Erde gewechselt werden muss
  9. Häufige Fragen

Kräutererde ist ein Substrat, das auf die Ansprüche von Küchenkräutern abgestimmt ist: nährstoffarm, locker und sehr durchlässig. Die meisten Kräuter gehen nicht an zu wenig Dünger ein, sondern an zu viel Wasser. Gewöhnliche Blumenerde hält die Feuchtigkeit zu lange und ist für Rosmarin und Thymian schlicht zu fett.

Was Kräuter von anderen Pflanzen unterscheidet

Viele beliebte Küchenkräuter stammen aus dem Mittelmeerraum. Sie wachsen dort auf kargen, steinigen Böden in voller Sonne, mit langen Trockenzeiten. Genau das macht ihr Aroma aus: Die ätherischen Öle bilden sich besonders stark, wenn die Pflanze etwas Stress hat. In zu nährstoffreicher Erde wachsen sie schnell, weich und schmecken fade.

Andere Kräuter kommen aus feuchteren Gegenden und wollen mehr Nährstoffe und Wasser. Eine einzige Erde für alle Kräuter ist deshalb ein Kompromiss.

Zwei Gruppen von Kräutern

Mediterrane KräuterNährstoffliebende Kräuter
Rosmarin, Thymian, SalbeiBasilikum, Petersilie
Oregano, Lavendel, BohnenkrautSchnittlauch, Liebstöckel
Ysop, CurrykrautMinze, Zitronenmelisse, Dill
mager, sandig, trockenhumos, gleichmäßig feucht

Handelsübliche Kräutererde ist meist auf die erste Gruppe zugeschnitten. Für Basilikum und Petersilie mischen Sie etwas Kompost oder normale Pflanzerde unter, oder Sie düngen gelegentlich schwach nach.

Was in guter Kräutererde steckt

  • Ein mineralischer Anteil aus Sand, Lavagranulat, Bims oder Blähton. Er sorgt dafür, dass Wasser schnell abläuft und die Wurzeln Luft bekommen.
  • Ein organischer Anteil aus Kompost, Rindenhumus oder Holzfasern. Er speichert etwas Wasser und Nährstoffe.
  • Eine schwache Vorratsdüngung, deutlich geringer als bei Blumen- oder Tomatenerde.
  • Ein pH-Wert im neutralen bis leicht alkalischen Bereich. Viele mediterrane Kräuter wachsen natürlicherweise auf Kalkstein.

Bevorzugen Sie torffreie Erde. Torf ist für Kräuter ohnehin ungünstig, weil er sauer ist und nach dem Austrocknen schlecht wieder Wasser aufnimmt.

Kräutererde selbst mischen

Eine gute Mischung für mediterrane Kräuter ergibt sich aus:

  1. Einem Teil reifem Kompost oder Humuserde.
  2. Einem Teil Gartenerde, gesiebt.
  3. Einem Teil grobem Sand oder Lavagranulat, keine feinen Spielsande.

Für nährstoffliebende Kräuter nehmen Sie zwei Teile Kompost und nur einen halben Teil Sand. Eine Handvoll Hornspäne sorgt über die Saison für etwas Stickstoff. Mischen Sie gründlich, am besten in einer Schubkarre, und sieben Sie grobe Brocken heraus.

Drainage im Topf

Im Topf ist Staunässe der häufigste Grund, warum Kräuter eingehen. Deshalb:

  • Topf mit Abzugsloch. Übertöpfe ohne Loch sind für Kräuter ungeeignet, es sei denn, Sie leeren sie nach jedem Gießen aus.
  • Drainageschicht. Zwei bis drei Zentimeter Blähton, Kies oder Tonscherben am Topfboden, darüber ein Stück Vlies, damit die Erde nicht nach unten gespült wird.
  • Nicht zu große Töpfe. In einem riesigen Topf bleibt die Erde lange nass, weil die kleinen Wurzeln das Wasser nicht verbrauchen.

Auf dem Balkon bieten sich Tontöpfe an, weil sie Feuchtigkeit über die Wand abgeben. Mehr Auswahl gibt es unter Pflanzkübel und Pflanzentreppe.

Kräuter im Beet und Hochbeet

Im Garten stellen Sie die Bedingungen über den Boden her. Schwerer Lehmboden wird für mediterrane Kräuter mit reichlich Sand oder Splitt abgemagert, bei Bedarf in einem erhöhten Beet oder einer Kräuterspirale. Im Hochbeet gehören die mediterranen Kräuter an den Rand und in die oberen, trockeneren Bereiche, Petersilie und Schnittlauch in die Mitte, wo mehr Nährstoffe sind. Beachten Sie, dass frisch aufgesetzte Hochbeete im ersten Jahr sehr nährstoffreich sind – für Rosmarin und Thymian eher ungünstig.

Richtig gießen

Die beste Kräutererde hilft nichts, wenn täglich nach Gefühl gegossen wird. Machen Sie vor dem Gießen die Fingerprobe: Ist die Erde in zwei bis drei Zentimetern Tiefe noch feucht, braucht der Topf nichts. Rosmarin, Thymian und Lavendel dürfen zwischen zwei Gießgängen fast austrocknen. Basilikum und Petersilie dagegen mögen es gleichmäßig feucht, aber nie nass.

Gießen Sie am besten morgens und direkt auf die Erde, nicht über die Blätter. Basilikum reagiert auf nasse Blätter über Nacht gern mit Pilzkrankheiten. Wasser, das nach einer Viertelstunde noch im Untersetzer steht, kippen Sie weg. Im Winter brauchen mehrjährige Kräuter in Töpfen nur noch sehr wenig Wasser, eher an frostfreien Tagen einen Schluck, damit der Wurzelballen nicht völlig austrocknet.

Wann die Erde gewechselt werden muss

In Töpfen verbraucht sich die Erde. Sie sackt zusammen, verdichtet und nimmt über das Gießwasser Kalk und Salze auf. Topfkräuter sollten jedes Frühjahr frische Erde bekommen, mehrjährige Kräuter wie Rosmarin und Salbei beim Umtopfen in einen etwas größeren Topf. Alte Kräutererde kann mit Kompost aufgefrischt ins Gartenbeet wandern.

Die Kräuter aus dem Supermarkt stehen übrigens in einer sehr dichten, stark gedüngten Anzuchterde und viel zu eng. Teilen Sie die Töpfe in drei oder vier Portionen und setzen Sie sie in frische Kräutererde – dann halten sie oft den ganzen Sommer statt einer Woche.

Häufige Fragen

Was kostet Kräutererde?

Ein Sack mit 10 bis 20 Litern kostet etwa 5 bis 10 Euro. Selbst gemischt ist sie deutlich günstiger, besonders wenn eigener Kompost vorhanden ist.

Kann ich Kakteenerde nehmen?

Für Rosmarin, Thymian und Lavendel in Töpfen ja, gemischt mit etwas Kompost. Für Basilikum und Petersilie ist sie zu mager.

Muss ich Kräuter düngen?

Mediterrane Kräuter im Beet kaum, im Topf ein- bis zweimal pro Saison schwach. Basilikum, Schnittlauch und Petersilie brauchen regelmäßig etwas mehr, am besten organisch und in kleinen Gaben.

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