Hochteich
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Ein Hochteich steht über dem Boden statt darin: ein Wasserbecken mit gemauerten, hölzernen oder metallenen Wänden, auf Sitzhöhe oder darüber. Er braucht keinen Aushub, lässt sich auch auf der Terrasse bauen und bringt Wasser auf Augenhöhe. Der Preis dafür ist die Temperatur: Ein Hochteich erwärmt sich im Sommer schneller und friert im Winter stärker durch als ein Teich in der Erde.
Was einen Hochteich ausmacht
Ein Hochteich ist das Gegenstück zum Hochbeet: Statt den Boden auszuheben, baut man eine Einfassung auf und dichtet sie ab. Die Wände tragen den Wasserdruck, der Boden trägt das Gewicht. Er kann mit einer Teichfolie ausgekleidet oder mit einer Fertigteichschale bestückt werden. Kleine Varianten sind Mörtelkübel, Zinkwannen oder Holzfässer als Miniteich auf Balkon und Terrasse.
Wasserdruck und Gewicht
Wasser ist schwer. Ein Kubikmeter wiegt eine Tonne, und in 1 m Tiefe drückt es mit etwa 0,1 bar auf Boden und Wände. Das klingt wenig, ergibt aber an einer 1 m hohen, 2 m langen Wand eine Gesamtkraft von rund einer Tonne, die nach außen wirkt, am stärksten unten. Deshalb:
- Wände stabil bauen. Gemauert auf Fundament, aus massivem Holz mit Verstrebungen oder aus Stahl.
- Ecken verstärken. Dort treffen die Kräfte zusammen.
- Statik auf Balkon und Dachterrasse prüfen. Schon ein kleiner Miniteich mit 200 Litern wiegt samt Gefäß über 200 kg. Im Zweifel einen Statiker fragen.
Die Bauweisen
Gemauert oder betoniert. Die stabilste Lösung, auf einem Streifenfundament. Innen mit Folie oder Dichtschlämme abgedichtet.
Holz. Blockbohlen oder Palisaden, innen mit Vlies und Folie ausgekleidet. Das Holz muss druck- und feuchtebeständig sein; Lärche und Douglasie sind bewährt.
Fertigbecken mit Verkleidung. Eine stabile Kunststoffwanne, die frei aufgestellt und mit Holz, Stein oder Metall verkleidet wird. Mehr dazu beim Fertigteich.
Gabionen oder Cortenstahl. Modern und langlebig, aber teuer.
Abdichten
Unter die Folie gehört immer ein Schutzvlies, damit Steine oder Kanten sie nicht durchstoßen. EPDM-Kautschukfolie ist dehnbar, alterungsbeständig und verträgt Frost besser als PVC. Die Folie wird in Falten gelegt, über den Rand gezogen und dort verdeckt befestigt. Achten Sie darauf, dass der Rand höher liegt als der Wasserspiegel, sonst zieht das Wasser über Kapillarwirkung ins umgebende Material.
Fische im Hochteich
Für die Überwinterung von Fischen ist ein Hochteich meist ungeeignet. Fische brauchen im Winter eine frostfreie Zone von etwa 80 bis 100 cm Tiefe, in der das Wasser um 4 °C bleibt. Im Erdteich schützt der Boden diese Zone; im Hochteich kühlt das Wasser von allen Seiten aus und kann bis zum Grund gefrieren. Wer Fische halten will, muss sie im Winter in ein Becken im Haus umsiedeln oder den Teich aufwendig dämmen und beheizen, siehe Teichheizung. Für die meisten Hochteiche sind Pflanzen und ein kleines Wasserspiel die bessere Wahl.
Algen im Sommer
Ein Hochteich hat wenig Wasser und viel Sonne. Das Wasser erwärmt sich schnell, und Algen vermehren sich. Dagegen helfen:
- Halbschatten. Vier bis sechs Stunden Sonne am Tag genügen.
- Viele Pflanzen. Unterwasserpflanzen und Schwimmblätter entziehen Algen die Nährstoffe und beschatten die Oberfläche. Etwa ein Drittel der Wasserfläche sollte bewachsen sein.
- Keine Nährstoffe hineintragen. Kein Fischfutter im Überfluss, kein Laub, keine gedüngte Erde.
- Bewegung. Ein kleiner Quellstein oder eine Springbrunnenpumpe bringt Sauerstoff ins Wasser.
- Filter bei Bedarf. Bei größeren Becken ein kleiner Teichfilter.
Pflanzen für den Hochteich
Da die Wassertiefe oft gering ist, eignen sich Sumpf- und Flachwasserpflanzen wie Sumpfdotterblume, Hechtkraut oder Zwergrohrkolben. Für tiefere Becken ab 40 cm gibt es Zwergseerosen. Pflanzen stehen am besten in Pflanzkörben mit magerem Teichsubstrat, nicht in Gartenerde. So bleiben die Nährstoffe im Korb und landen nicht im Wasser.
Der Hochteich im Winter
Pumpen und Filter vor dem Frost ausbauen, reinigen und frostfrei lagern. Pflanzen, die nicht winterhart sind, ins Haus holen. Bei kleinen Becken besteht die Gefahr, dass Eis die Wände sprengt. Ein Eisfreihalter oder ein Stück Styropor im Wasser nimmt den Druck auf. Miniteiche in Kübeln leert man am besten und stellt sie frostfrei unter.
Sicherheit
Ein erhöhter Rand schützt kleine Kinder besser als ein ebenerdiger Teich, ist aber kein Ersatz für Aufsicht. Kinder können hineinklettern. Ein stabiles Gitter knapp unter der Wasseroberfläche oder ein Teichnetz gibt zusätzliche Sicherheit.
Häufige Fragen
Wie tief sollte ein Hochteich sein?
Für Pflanzen genügen 40 bis 60 cm. Für Fische bräuchte man deutlich mehr – und hätte trotzdem das Frostproblem.
Was kostet ein Hochteich?
Ein Miniteich im Kübel kostet wenige Dutzend Euro. Gemauerte oder verkleidete Hochteiche können je nach Größe schnell vierstellige Beträge erreichen.
Brauche ich eine Pumpe?
Nicht zwingend. Mit ausreichend Pflanzen und Halbschatten bleibt ein Hochteich auch ohne Technik klar.


