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Heimwerker-Berater

Wassersäule für den Garten

Gartenvon Christoph5 Min. · 9 Abschnitte
Wassersäule für den Garten
Inhalt9 Abschnitte
  1. Wozu eine Wassersäule gut ist
  2. Die Materialien
  3. Mit oder ohne Becken
  4. Der Standort
  5. Der Anschluss
  6. Eine Wassersäule selbst bauen
  7. Typische Fehler
  8. Was eine Wassersäule kostet
  9. Häufige Fragen

Eine Wassersäule für den Garten ist kein Springbrunnen, sondern eine frei stehende Zapfstelle: eine Säule mit Wasserhahn, die mitten im Garten Wasser liefert, wo man es braucht. Sie erspart das Schleppen von Kannen und lange Schläuche quer über den Rasen – und wenn sie gut ausgesucht ist, sieht sie dabei sogar gut aus.

Wozu eine Wassersäule gut ist

Der Außenwasserhahn sitzt meist an der Hauswand, und von dort sind es zum Gemüsebeet am Ende des Grundstücks gern 30 Meter. Eine Säule am richtigen Platz halbiert die Schlauchlänge oder macht sie überflüssig.

Im Schrebergarten ist die Säule oft die einzige Wasserstelle der Parzelle. Hier sitzt nicht selten ein Zwischenzähler in oder neben der Säule, über den der Verein abrechnet.

Ein praktischer Nebeneffekt: Bleibt der Hahn einmal offen, versickert das Wasser im Garten. Das ist Verschwendung, aber kein Wasserschaden im Keller.

Die Materialien

MaterialStärkenSchwächen
Edelstahlrostfrei, modern, schlankteuer, zeigt Kalkflecken
Granit, Natursteinschwer, standfest, unverwüstlichschwer zu bearbeiten, Bohrung für die Leitung nötig
Betongünstig, formbar, auch selbst gießbarkann ausblühen, wirkt schnell klobig
Holzwarm, passt in naturnahe Gärtenverwittert, muss gepflegt werden
Kunststoffleicht, preiswert, oft mit Schlauchhalterwenig standfest, bleicht in der Sonne aus

Edelstahl passt zu modernen Gärten mit klaren Linien. Achten Sie auf V2A oder besser V4A und einen massiven Standfuß – dünnwandige Säulen verbiegen sich, wenn jemand daran zieht.

Granit wirkt schwer und ruhig und hält praktisch ewig. Die Leitung läuft durch eine Kernbohrung, das macht den Selbstbau schwierig; fertige Granitsäulen werden meist schon gebohrt geliefert.

Beton lässt sich in jede Form gießen. Mit einem Schalungsrohr können Sie eine Säule selbst gießen und das Wasserrohr gleich mit einbetonieren.

Holz ist die Wahl für den Naturgarten. Ein Vierkantpfosten aus Lärche oder Robinie hält am längsten, sollte aber nicht direkt im Erdreich stehen, sondern auf einem Pfostenträger.

Wassersäule für den Garten aus Metall
Foto: dimaberkut / Depositphotos.com

Mit oder ohne Becken

Viele Säulen gibt es mit Auffangschale oder Becken darunter. Das ist mehr als Dekoration: Das Becken fängt Tropfwasser, verhindert eine Matschstelle vor der Säule und dient als Platz zum Abstellen der Gießkanne. Unter das Becken gehört eine Sickerschicht aus Kies, sonst steht das Wasser.

Ohne Becken genügt eine Platte oder ein Kiesbett vor der Säule. Rasen direkt am Hahn wird mit der Zeit zur Pfütze.

Der Standort

Stellen Sie die Säule dort auf, wo Sie das Wasser am häufigsten brauchen: am Gemüsegarten, zwischen den Beeten, in der Nähe von Terrasse oder Pool. Die Zuleitung sollte möglichst kurz und gerade verlaufen, am besten entlang eines Wegs, damit Sie später wissen, wo sie liegt.

Meiden Sie Stellen, an denen später gegraben wird, und halten Sie Abstand zu Bäumen, deren Wurzeln die Leitung anheben.

Der Anschluss

Die Zuleitung kommt entweder vom Hausanschluss oder von einer Zisterne mit Regenwasserpumpe. Üblich ist ein PE-Rohr mit 25 oder 32 mm Außendurchmesser, frostfrei verlegt in rund 80 cm Tiefe oder mit Entleerungsmöglichkeit am tiefsten Punkt.

Frostschutz ist der kritische Punkt. Eine Säule, in der im Winter Wasser steht, platzt. Es gibt zwei Lösungen: Die Leitung wird im Herbst über einen Absperr- und Entleerungshahn im Haus abgesperrt und leer laufen gelassen, oder die Säule hat ein frostsicheres Ventil, das unter der Frostgrenze schließt und die Säule selbst entleert. Mehr zu diesen Ventilen bei der Wasserzapfsäule.

Wird die Säule an das Trinkwassernetz angeschlossen, gehört ein Rückflussverhinderer hinein. Hängt ein Schlauch in einem Pool oder einer Tonne, darf kein Wasser zurück ins Netz gesaugt werden.

Eine Wassersäule selbst bauen

  1. Graben ausheben. Von der Anschlussstelle bis zum Standort, frostfrei tief oder mit Gefälle zu einem Entleerungspunkt.
  2. Leitung verlegen. PE-Rohr in ein Sandbett legen, am Ende senkrecht nach oben führen.
  3. Fundament setzen. Punktfundament aus Beton oder Pfostenträger, damit die Säule nicht kippt.
  4. Säule montieren. Rohr durch die Säule führen, Wandscheibe oder Winkel oben befestigen.
  5. Hahn anschließen. Gewinde mit Dichtband abdichten, Probelauf mit offenem Graben – so sehen Sie undichte Stellen, bevor sie verschüttet sind.
  6. Verfüllen. Erst Sand über dem Rohr, dann Erde. Ein Warnband 30 cm über der Leitung erspart späteren Ärger.

Arbeiten an der Trinkwasserinstallation dürfen nach den Versorgungsbedingungen nur eingetragene Installationsbetriebe ausführen. Praktisch heißt das: Den Abzweig mit Absperrung und Rückflussverhinderer setzt der Installateur, Graben, Rohr verlegen und Säule aufstellen können Sie selbst.

Typische Fehler

  • Zu flach verlegt. Eine Leitung in 30 cm Tiefe friert im ersten strengen Winter ein, wenn sie nicht entleert wird.
  • Kein Entleerungspunkt. Wer die Leitung nicht leer bekommt, muss auf das frostsichere Ventil vertrauen – oder im Frühjahr graben.
  • Säule ohne Fundament. Ein angeschlossener Schlauch zieht die Säule mit der Zeit schief.
  • Lage nicht dokumentiert. Ein Foto des offenen Grabens mit Maßband spart später viel Suchen mit dem Spaten.

Was eine Wassersäule kostet

Einfache Säulen aus Kunststoff gibt es ab etwa 50 Euro, Edelstahlsäulen mit Hahn meist zwischen 150 und 400 Euro. Granitsäulen mit Becken liegen darüber. Hinzu kommen Rohr, Formstücke und – wenn Sie nicht selbst graben – die Erdarbeiten, die oft teurer sind als die Säule.

Häufige Fragen

Wassersäule, Zapfsäule, Zapfstelle – was ist der Unterschied?

Im Handel wird das unscharf verwendet. Wassersäule meint meist die gestaltete, dekorative Variante, Wasserzapfsäule eher die technische mit Frostschutz. Wie man eine solche Stelle plant, zeigt der Beitrag zur Wasserzapfstelle für den Garten.

Brauche ich einen zweiten Wasserzähler?

Nicht zwingend. Mit einem geeichten Gartenwasserzähler lässt sich aber bei vielen Versorgern die Abwassergebühr für Gießwasser sparen. Die Bedingungen legt die Gemeinde fest.

Kann die Säule im Winter stehen bleiben?

Ja, solange kein Wasser darin steht. Leitung entleeren oder ein frostsicheres Ventil verwenden, Schlauch abnehmen.

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