Der Garten als Wohlfühloase – Tipps bei der Gartengestaltung!

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Ein Garten fühlt sich gut an, wenn man sich darin gern aufhält – nicht, wenn möglichst viel darin steht. Die meisten Gärten scheitern nicht an zu wenig Deko, sondern an einer Sitzecke im falschen Licht, fehlendem Sichtschutz und einer Fläche ohne Gliederung. Planen Sie zuerst Orte, dann Dinge.
Den Garten in Bereiche teilen
Ein Garten, den man auf einen Blick überschaut, wirkt kleiner und ruheloser als einer mit Räumen. Teilen Sie die Fläche gedanklich in Zonen: Sitzen und Essen, Spielen, Nutzgarten, ein ruhiger Rückzugsort, vielleicht ein Wasserbereich.
Als Raumteiler eignen sich niedrige Hecken, Gräserbänder, Rankgitter mit Kletterpflanzen oder ein Weg, der eine Kurve macht. Ein Weg, der nicht alles verrät, macht neugierig – das ist der älteste Trick der Gartengestaltung und kostet fast nichts.
Den Sitzplatz nach der Sonne legen
Bevor Sie eine Terrasse oder Sitzecke anlegen, beobachten Sie einen Tag lang, wo wann Sonne und Schatten sind. Die Terrasse direkt am Haus ist oft nicht der schönste Platz.
- Frühstücksplatz: Osten oder Südosten, Morgensonne, mittags Schatten.
- Abendplatz: Westen, die letzte Sonne des Tages.
- Sommertauglicher Platz: Halbschatten unter einem Baum oder mit Sonnenschutz, siehe Der perfekte Sonnenschutz für den Garten.
Ein zweiter kleiner Sitzplatz im hinteren Teil des Gartens – eine Bank, zwei Stühle auf Kies – wird oft mehr genutzt als die große Terrasse, weil er Ruhe bietet.
Sichtschutz, der nicht wie eine Mauer wirkt
Wohlfühlen setzt voraus, dass man sich nicht beobachtet fühlt. Eine durchgehende, zwei Meter hohe Wand erzeugt dagegen das Gefühl eines Hinterhofs. Besser wirken gemischte Lösungen: ein Stück Holzwand hinter dem Sitzplatz, daneben Sträucher, Gräser oder ein Rankgitter mit Clematis.
Gemischte Hecken aus heimischen Sträuchern sind lebendiger als eine Thujawand, blühen, tragen Früchte und bieten Vögeln Nahrung.
Licht macht den Abend
Mit der richtigen Beleuchtung wird der Garten zum zweiten Wohnzimmer. Mehrere schwache Lichtquellen wirken besser als ein starker Strahler: ein paar Leuchten am Weg, ein angestrahlter Baum, Licht an der Sitzecke.

Achten Sie auf warmweißes Licht um 2700 bis 3000 Kelvin, kaltes Licht wirkt im Garten ungemütlich. Leuchten im Freien brauchen mindestens Schutzart IP44, Bodeneinbauleuchten eine höhere. Feste 230-V-Anlagen installiert eine Elektrofachkraft; Niedervoltsysteme mit 12 oder 24 V und Solarleuchten können Sie selbst setzen. Mehr dazu unter Tipps für eine schöne Gartenbeleuchtung.
Die gemütliche Sitzecke
Die Sitzecke braucht drei Dinge: einen festen, ebenen Boden, eine Rückendeckung und etwas über dem Kopf. Kies, Holzdielen oder Platten sind als Boden geeignet; auf Rasen kippeln Stühle, und der Rasen darunter leidet.
Sitzmöbel aus Paletten sind günstig und rustikal, brauchen aber gute Polster und Holz, das nicht zu grob ist. Bänke aus Holz baut man mit wenig Aufwand selbst, siehe Eine Gartenbank selber bauen. Ein Anstellpavillon an der Hauswand schafft einen geschützten Platz, der auch bei leichtem Regen nutzbar ist.
Wasser im Garten
Plätscherndes Wasser übertönt Straßenlärm und beruhigt. Dafür braucht es keinen Teich: Eine Wassersäule oder ein kleiner Quellstein mit Pumpe genügt, und beide sind auch mit Kindern im Garten sicherer als offenes Wasser.
Ein besonderer Blickfang ist eine Schwengelpumpe. Sie ist dekorativ und, auf einen Brunnen gesetzt, sogar nützlich – solange der Wasserspiegel nicht tiefer als etwa 7 m liegt, weil eine saugende Pumpe darunter nicht mehr fördert. Einzelheiten stehen bei der Schwengelpumpe.

Blickfänge mit Maß
Ein Blickfang wirkt nur, wenn er allein steht. Setzen Sie ihn ans Ende einer Sichtachse, etwa gegenüber dem Terrassenfenster oder am Ende eines Wegs.
Blumentreppe. Eine Stufenetage für Töpfe bringt Blüten auf Augenhöhe und passt auch auf kleine Terrassen. Geeignet sind Geranien, Petunien, Kräuter oder Hängepflanzen für die obersten Stufen.
Hängeliege oder Hängesessel. Braucht einen stabilen Ast oder ein eigenes Gestell. Die Befestigung muss das Mehrfache des Körpergewichts tragen.
Skulptur oder großer Topf. Ein einzelnes, großes Objekt wirkt stärker als zehn kleine Figuren.
Pflanzen für alle Sinne
Duft verändert einen Sitzplatz mehr als jede Dekoration. Lavendel, Rosen, Jasmin und Geißblatt in der Nähe der Sitzecke, Kräuter wie Thymian und Minze am Wegrand, wo man sie im Vorbeigehen streift. Gräser bringen Bewegung und Rauschen, immergrüne Gehölze Struktur im Winter. Wie der Garten zu jeder Jahreszeit etwas zu bieten hat, zeigt Schöner Garten zu jeder Jahreszeit.
Typische Fehler
- Alles auf einmal. Ein Garten wächst. Wer in Etappen plant, spart Geld und Fehlkäufe.
- Zu viel Kleinkram. Figuren, Windspiele und Solarkugeln in Massen wirken unruhig.
- Pflegeaufwand unterschätzt. Ein Teich, eine lange Hecke und ein englischer Rasen kosten Zeit. Planen Sie nur, was Sie pflegen wollen.
- Stromleitungen vergessen. Leerrohre für Licht und Pumpen legen, bevor Wege und Beete fertig sind. Was eine Neugestaltung kostet, steht unter Den Garten neu gestalten.
Häufige Fragen
Womit fange ich an, wenn das Budget klein ist?
Mit dem Sitzplatz und dem Sichtschutz. Ein gemütlicher, geschützter Ort macht mehr Unterschied als jede Pflanzung.
Wie wirkt ein kleiner Garten größer?
Durch Gliederung, einen geschwungenen Weg, wenige große statt vieler kleiner Elemente und Spiegelungen, etwa eine Wasserfläche.
Brauche ich einen Gartenplaner?
Für eine komplette Neuanlage lohnt er sich oft. Für eine Umgestaltung in Etappen genügt eine maßstäbliche Skizze mit Sonnenverlauf.



