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Heimwerker-Berater

Mähroboter ohne Begrenzungskabel

Gartenvon Christoph4 Min. · 10 Abschnitte
Mähroboter ohne Begrenzungskabel
Inhalt10 Abschnitte
  1. Warum auf den Draht verzichten
  2. Die Techniken im Überblick
  3. Satellitennavigation mit RTK
  4. Kamera und Bildverarbeitung
  5. Worauf Sie vor dem Kauf achten
  6. Sicherheit für Tiere und Kinder
  7. Den Garten vorbereiten
  8. Kosten und Stromverbrauch
  9. Häufige Fragen
  10. Video zum Thema

Klassische Mähroboter erkennen die Grenze ihres Reviers an einem Draht, der rund um den Rasen im Boden liegt. Neuere Modelle kommen ohne diesen Begrenzungsdraht aus: Sie orientieren sich per Satellit, Kamera oder anderen Sensoren. Das spart die mühsame Verlegung und macht Änderungen am Garten einfach – verlangt aber einen Garten, der zur jeweiligen Technik passt.

Warum auf den Draht verzichten

Das Begrenzungskabel ist der unbeliebteste Teil jedes Mähroboters. Es muss um den ganzen Rasen und jedes Beet herum verlegt werden, entweder oberirdisch festgenagelt oder mit einem Spaten eingegraben. Beim Vertikutieren wird es beschädigt, bei jeder Umgestaltung des Gartens muss es neu verlegt werden, und ein Kabelbruch legt den Roboter lahm, bis er gefunden ist.

Roboter ohne Kabel werden stattdessen per App eingerichtet. Die Grenzen werden virtuell festgelegt und lassen sich jederzeit ändern.

Die Techniken im Überblick

TechnikWie sie arbeitetSchwachstelle
Satellit mit Korrektur (RTK)Position auf wenige Zentimeter genau, mit Referenzstationbraucht freien Himmel
Kameraerkennt Rasen, Kanten und Hindernisse optischbraucht Licht, Probleme bei Dämmerung
Laserscannervermisst die Umgebung dreidimensionalnoch recht neu, teurer
Grassensorerkennt, ob unter dem Gerät Gras wächstnur für einfache, klar abgegrenzte Flächen

Viele aktuelle Geräte kombinieren mehrere Verfahren, etwa Satellitennavigation für die Orientierung und eine Kamera für Hindernisse.

Satellitennavigation mit RTK

Normales GPS ist auf einige Meter ungenau – zu wenig, um am Beet entlangzufahren. Mähroboter nutzen deshalb das RTK-Verfahren: Eine fest aufgestellte Referenzstation im Garten oder ein Korrekturdienst über das Internet gleicht die Fehler aus, und die Position wird auf wenige Zentimeter genau.

Die Einrichtung ist einfach: Sie fahren den Roboter per App einmal an der Grenze entlang, er speichert die Karte. Sperrzonen um Teich, Beet oder Spielgerät legen Sie in der App fest. Der Roboter mäht dann in geraden Bahnen statt nach dem Zufallsprinzip.

Die Schwachstelle ist der freie Himmel. Unter großen Bäumen, dicht an hohen Hauswänden und in engen Gassen zwischen Gebäuden wird das Signal schwach oder springt. Dort verliert der Roboter die Orientierung oder bleibt stehen.

Mähroboter ohne Begrenzungskabel
Foto: jakubbednarek / depositphotos.com

Kamera und Bildverarbeitung

Kameragestützte Roboter erkennen Rasenkanten, Beete, Wege und Hindernisse wie ein Mensch – durch Hinsehen. Sie kommen gut mit verwinkelten Gärten und Bäumen zurecht, brauchen aber ausreichend Licht. In der Dämmerung, bei Gegenlicht oder bei sehr dunklen Flächen stoßen sie an Grenzen. Auch unklare Übergänge, etwa Rasen, der in eine Wiese übergeht, sind schwierig.

Worauf Sie vor dem Kauf achten

  1. Gartenstruktur prüfen. Viel freier Himmel spricht für Satellitennavigation, viele Bäume und Gebäude eher für Kamera oder Kombisysteme.
  2. Flächenleistung mit Reserve wählen. Die Herstellerangabe gilt für einfache, ebene Flächen.
  3. Steigung. Die maximale Steigung steht im Datenblatt, meist in Prozent. Messen Sie die steilste Stelle Ihres Rasens.
  4. Mehrere Zonen. Kann der Roboter getrennte Rasenstücke anfahren und Übergänge über Wege meistern?
  5. Hinderniserkennung. Wie zuverlässig erkennt er Spielzeug, Schläuche und Tiere?
  6. App und Konnektivität. WLAN oder Mobilfunk im Garten, Updates, Diebstahlschutz mit PIN und Ortung.

Sicherheit für Tiere und Kinder

Mähroboter müssen bestimmte Sicherheitsanforderungen erfüllen: Das Messer stoppt, wenn das Gerät angehoben oder gekippt wird, und bei Kontakt mit einem Hindernis weicht der Roboter aus. Trotzdem kommt es immer wieder zu Unfällen mit Igeln, die bei Gefahr nicht fliehen, sondern sich einrollen. Naturschutzverbände raten deshalb: nicht in der Dämmerung und nachts mähen lassen. Einige Gemeinden haben den Nachtbetrieb inzwischen ausdrücklich untersagt.

Kleine Kinder sollten nicht unbeaufsichtigt spielen, während der Roboter arbeitet. Ein Mähroboter ist kein Spielzeug, auch wenn er so aussieht.

Mähroboter ohne Begrenzungskabel
Foto: CharMoment / depositphotos.com

Den Garten vorbereiten

Auch ohne Kabel braucht ein Roboter einen Garten, in dem er arbeiten kann. Wurzeln, Löcher und Maulwurfshügel einebnen, Stolperkanten entschärfen und die Übergänge zu Beeten eben gestalten. Mit einer ebenerdigen Mähkante, etwa aus Mähfix-Steinen, mäht er bis an den Rand, sodass kaum Nacharbeit bleibt. Ein Dach über der Station schützt vor Hitze, beschrieben unter Mähroboter-Garage.

Kosten und Stromverbrauch

Mähroboter ohne Begrenzungskabel beginnen bei etwa 700 bis 1000 Euro, gute Modelle für mittlere Gärten kosten 1500 bis 3000 Euro, Geräte für große Flächen mehr. Der Stromverbrauch ist gering: Für einen mittelgroßen Rasen fallen meist nur wenige Kilowattstunden im Monat an, über die Saison also Stromkosten im niedrigen zweistelligen Bereich.

Häufige Fragen

Wie findet der Roboter zur Ladestation zurück?

Über seine gespeicherte Karte und die Satellitenposition oder die Kamera. Im letzten Stück helfen oft zusätzliche Sensoren oder Infrarotsignale an der Station.

Kann er über Steine und Wege fahren?

Flache Wege und Plattenwege ja, wenn keine Kante im Weg ist. Kies und Schotter können das Messer beschädigen und sollten als Sperrzone festgelegt werden.

Lohnt sich ein Roboter ohne Kabel für einen kleinen Garten?

Bei einfachen, rechteckigen Flächen unter 300 m² ist ein günstiger Roboter mit Kabel oft wirtschaftlicher. Die Technik ohne Kabel spielt ihre Stärken bei verwinkelten Gärten und häufigen Änderungen aus.

Video zum Thema

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6 Leserkommentare

  1. Jürgen Fedler

    Fand Ihren Artikel sehr interessant, da ich nach einem Rasenmähroboter Ausschau halte. Ich suche ein Gerät dass bis max. 700 qm mäht (mulcht), eine Ladestation hat, über Android ansprechbar ist und jetzt kommt das wichtigste ohne Begrenzungskabel arbeitet. Habe sehr viele Artikel und Beschreibungen von Geräten im Internet gelesen, aber das Ergebnis stellte mich nicht zufrieden. Wenn ein Gerät interessant war, hatte es dann doch Begrenzungskabel und das ist für mich ein KO-Kriterium. Es wäre schön wenn Sie mir ein Gerät empfehlen könnten. Vielen Dank im Voraus schon für Ihre Hilfe. mfg Jürgen

    1. Uwe Ellies

      Auch ich schließe mich dieser Suche an, da ich einige kleine und größere Blumenbeete in der Rasenfläche habe ist eine Kabelverlegung zu aufwendig. Eine GPS-Lösung wäre sehr interessant. Gruß U.Ellies

  2. Christoph

    Es gibt wirklich noch nicht viele Modelle auf dem Markt. Einer wäre zum Beispiel der Wiper ECO Robot Blitz 2.0. Hier finden Sie den Mäher: https://amzn.to/2KhIXpB

    Sie sollten sich jedoch noch einmal überlegen, ob es nicht vielleicht doch möglich ist einen Draht zu verlegen. Das geht oft einfacher als man glaubt. Viele Besucher entscheiden sich zum Beispiel dann für diesen Mäher von Worx: https://amzn.to/2HuwNba

  3. August

    Ist doch relativ einfach: bestellt bei Haushalts-Robitic.de, da bekommt ihr nagelneue Mähroboter ohne Begrenzungskabel für alle Gartengrößen günstig und ausserdem für 14 Tage zum Test. Dann ist doch die Entscheidung schon viel einfacher. Ausserdem - viel Technik mit GPS oder Androit-Steuerung bringt vermutlich auch zusätzliche Probleme ... und nach einem Vierteljahr ist doch der Reiz dieser Technik-Spielereien verflogen, gell!

  4. Dieter Seeger

    Wenn es um Mähroboter ohne diese lästigen Begrenzungs- und Führungsdrähte geht erfahre ich immer, dass es diese gibt. genannt wird immer der Wiper Blitz. Gibt es denn irgendwo eine Liste der Geräte ohne irgendwelche Kabel, die ich dann verlegen muss? Oder gibt es tatsächlich nur diesen Wiper und ein ähnliches Modell (Ambrosius, oder so ähnlich). Es ist frustrierend.

    1. Axel Hüttmann

      Zum Kommentar von Dieter Seeger: Meines Wissens gibt es bisher nur die beiden Modelle der italienischen Firma Zucchetti, Wiper Blitz und Ambrogio für normale Rasenflächen. Sie sind technisch gleich, unterscheiden sich nur durch Farbe, Wiper grau, Ambrogio grün, und App-Steuerung beim Ambrogio. Vorteil bei letzterem: Man kann ihn via App lenken; z.B. in/an spezielle Bereiche. Das Abgrenzungsproblem bei Beeten und Sträuchern habe ich mittels niedriger Holzzäune und Rollboarder (20cm hoch) gelöst. Im Gegensatz zu meinem ehemaligen Gardena R70 gibt es keine automatische Ladestation. Und leider schafft es der Ambrogio gelegentlich, sich mal festzufahren, z.B. wenn er mit einer Reifenseite zwischen Zaun und Rasenbegrenzungssteine gerät. Da hätte ich gern eine GPS-gesteuerte Meldung auf meinem Handy, um ihn zu befreien. Warum habe ich den Ambrogio? Weil ich dummerweise unter den neu verlegten Rasen Drahtnetz gegen Maulwürfe verlegen ließ, aus Metall! Dann bricht bei normalen Rasenrobotern die Ortungsfähigkeit zu Such- und Abgrenzungsdraht zusammen. Kluge Leute lassen daher spezielle Kunststoff-Netze verlegen, wenn sie die Maulwürfe raus halten wollen.

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