Zum Inhalt springen
Heimwerker-Berater

Motorbesen

Reinigungvon Christoph4 Min. · 9 Abschnitte
Motorbesen
Inhalt9 Abschnitte
  1. Die Bauarten
  2. Benzin oder Akku
  3. Die Aufsätze
  4. Worauf Sie achten sollten
  5. Wo er nicht hingehört
  6. Die günstigeren Alternativen
  7. Preise und Lärm
  8. Die Winterausrüstung
  9. Vor dem Kauf ehrlich rechnen

Ein Motorbesen ist eine handgeführte Kehrmaschine mit rotierender Walzenbürste. Er kehrt Laub, Sand, Schmutz und leichten Schnee zur Seite oder in einen Auffangbehälter und nimmt damit die Arbeit ab, die sonst mit Besen und Schaufel anfällt.

Für große befestigte Flächen ist er eine erhebliche Erleichterung. Für einen Gartenweg und eine Terrasse ist er zu viel Gerät.

Die Bauarten

Handgeführte Motorbesen mit Walzenbürste. Der Klassiker: eine breite, schnell drehende Bürstenwalze, meist mit eigenem Antrieb für die Räder. Arbeitsbreiten von 60 bis 100 cm. Sie kehren zur Seite oder nach vorn in einen Kehrgutbehälter.

Kehrmaschinen mit Tellerbesen. Ein oder zwei waagerecht rotierende Teller schieben das Kehrgut in die Mitte, eine Walze befördert es in den Behälter. Die Bauform, die man aus dem kommunalen Bereich kennt.

Anbaugeräte für Einachser, Rasentraktor oder Aufsitzmäher. Sinnvoll, wenn die Trägermaschine ohnehin vorhanden ist.

Akku-Kehrbürsten, leichte Geräte mit einer schmalen Walze und 30 bis 50 cm Arbeitsbreite. Sie sind eher als motorisierter Besen zu verstehen und für Terrassen, Garagen und Gehwege gedacht.

Benzin oder Akku

Benziner haben die höhere Dauerleistung und arbeiten ohne Laufzeitgrenze. Sie sind laut, wartungsintensiv – Ölwechsel, Zündkerze, Vergaser – und springen nach längeren Standzeiten oft schlecht an. Für gewerbliche Flächen und Höfe über 1.000 Quadratmeter bleiben sie die Wahl.

Akkugeräte sind sofort einsatzbereit, leise und wartungsfrei. Die Laufzeit liegt meist bei 20 bis 45 Minuten, bei schwerem Kehrgut weniger. Für private Flächen bis einige hundert Quadratmeter reicht das.

Elektrisch mit Kabel ist die günstigste Variante und auf einer großen Hoffläche unpraktisch.

Die Aufsätze

Der eigentliche Wert vieler Geräte liegt darin, dass die Walze getauscht werden kann:

WalzeWofür
KunststoffborstenLaub, loser Schmutz, empfindliche Beläge
Mischborsten Kunststoff/Stahlfestsitzender Schmutz, Moos
StahlborstenMoos in Fugen, groben Belag auf Beton
GummiwalzeKunstrasen, Wasserabzug
SchneeschildSchnee bis ca. 10 cm

Für Schnee ist der Motorbesen nur bedingt geeignet: Er schafft leichten, trockenen Schnee bis etwa 10 cm. Bei nassem oder höherem Schnee braucht es eine Schneefräse.

Worauf Sie achten sollten

Arbeitsbreite im Verhältnis zur Fläche – und zu den Engstellen. Ein 100-cm-Gerät passt nicht zwischen Beet und Hauswand.

Höhenverstellung der Walze. Sie bestimmt, wie stark die Bürste aufsetzt. Zu tief eingestellt verschleißt die Walze rasch und kann empfindliche Beläge aufrauen.

Auffangbehälter oder Seitenauswurf. Der Behälter spart das Zusammenkehren, muss aber häufig geleert werden. Der Seitenauswurf arbeitet ohne Unterbrechung, verlagert die Arbeit aber nur.

Eigengewicht. Motorbesen wiegen 25 bis 60 kg. Für Stufen und Transport im Kofferraum ist das relevant.

Radantrieb. Ohne ihn schieben Sie ein schweres Gerät von Hand.

Wo er nicht hingehört

  • Kiesflächen – die Walze schleudert Steine
  • Rasen – dafür gibt es Rasenkehrer mit Federzinken
  • Empfindliche Natursteinbeläge mit Stahlborsten
  • Nasses Laub in dicker Schicht – es verklebt die Walze

Die günstigeren Alternativen

Für viele Flächen ist ein Motorbesen überdimensioniert.

Der Laubbläser ist bei trockenem Laub schneller und deutlich billiger. Bei nassem Laub versagt er.

Der Laubsauger mit Häcksler nimmt auf und zerkleinert – praktisch, wenn das Material kompostiert wird.

Der klassische Besen ist für Terrasse und Gehweg weiterhin unschlagbar im Verhältnis von Aufwand zu Preis.

Ein Motorbesen lohnt sich ab etwa 300 bis 500 Quadratmetern befestigter Fläche, die regelmäßig gekehrt wird – bei Höfen, langen Einfahrten, Gewerbeflächen und Wohnanlagen.

Preise und Lärm

Akku-Kehrbürsten kosten 150 bis 400 Euro ohne Akku. Handgeführte Motorbesen mit Benzinmotor liegen bei 600 bis 2.000 Euro, Anbaugeräte je nach Trägermaschine ähnlich.

Denken Sie an die Ruhezeiten: Für Geräte im Garten- und Wohnbereich gilt die Geräte- und Maschinenlärmschutzverordnung, die den Betrieb an Sonn- und Feiertagen sowie werktags zu bestimmten Zeiten einschränkt. Die Gemeinde kann zusätzliche Regelungen treffen.

Die Winterausrüstung

Viele Motorbesen lassen sich mit einem Schneeschild oder einer Schneewalze ausrüsten und werden damit zum Ganzjahresgerät.

Die Schneewalze kehrt lockeren Schnee zur Seite und funktioniert bis etwa 10 cm Höhe. Sie hat gegenüber dem Schild zwei Vorteile: Sie räumt bis auf den Belag hinunter und sie wirft den Schnee seitlich weg, statt einen Wall aufzubauen.

Für nassen oder höheren Schnee reicht sie nicht – dort braucht es eine Schneefräse.

Beachten Sie, dass motorisierte Geräte den Ruhezeiten unterliegen. Die Geräte- und Maschinenlärmschutzverordnung schränkt den Betrieb an Sonn- und Feiertagen sowie werktags zu bestimmten Zeiten ein; die Gemeinde kann strengere Regeln festlegen.

Vor dem Kauf ehrlich rechnen

Ein Motorbesen kostet zwischen 150 und 2.000 Euro und braucht Platz, Pflege und im Fall des Benziners Wartung.

Rechnen Sie nach, wie oft Sie ihn tatsächlich einsetzen würden. Unter etwa 300 bis 500 Quadratmetern regelmäßig zu kehrender Fläche ist ein guter Besen die vernünftigere Antwort – und für Laub ein Laubbläser.

Das könnte Sie auch interessieren