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Heimwerker-Berater

Schimmel aus den Fugen entfernen

Reinigungvon Andreas4 Min. · 8 Abschnitte
Schimmel aus den Fugen entfernen
Inhalt8 Abschnitte
  1. Silikonfuge oder Zementfuge – das macht den Unterschied
  2. Die Behandlung der Zementfuge
  3. Die Mittel
  4. Silikonfuge erneuern
  5. Warum er wiederkommt
  6. Vorbeugen – die vier Maßnahmen, die wirken
  7. Wann es mehr als ein Fugenproblem ist
  8. Sicherheit beim Arbeiten mit Schimmelentfernern

Schwarze Punkte in der Duschfuge sind der häufigste Schimmelbefall im Haushalt. Ob er sich entfernen lässt, hängt an einer Frage: Sitzt er auf der Fuge oder in ihr?

Silikonfuge oder Zementfuge – das macht den Unterschied

Zementfugen zwischen Fliesen sind mineralisch und porös. Schimmel setzt sich in den Poren fest, lässt sich aber mit Reinigern und einer Bürste meist vollständig entfernen. Zementfugen sind reinigbar.

Silikonfugen in den Ecken und am Wannenrand sind elastische Dichtstoffe. Schimmel wächst hier zunächst auf der Oberfläche, dringt aber mit der Zeit in das Material ein. Ist er erst im Silikon, hilft kein Mittel mehr – dann muss die Fuge erneuert werden.

Der Test: Nach der Behandlung mit Schimmelentferner sind die schwarzen Stellen entweder weg, oder sie sind nur heller geworden. Im zweiten Fall sitzt der Pilz im Material.

Schimmel in den Fugen
Schimmel in den Fugen? Da sollte man schnell reagieren! | Foto: Ksenia_She / Depositphotos.com

Die Behandlung der Zementfuge

  1. Fuge trocken abbürsten mit einer weichen Bürste
  2. Schimmelentferner auftragen und die angegebene Zeit einwirken lassen
  3. Mit einer Fugenbürste oder einer alten Zahnbürste nacharbeiten
  4. Gründlich mit klarem Wasser nachspülen
  5. Fläche vollständig trocknen lassen

Für hartnäckige Fälle gibt es Fugenreiniger mit längerer Einwirkzeit. Wenn auch das nicht reicht, kann die Fuge ausgekratzt und neu verfugt werden – Fugenkratzer gibt es für wenige Euro.

Die Mittel

Chlorhaltige Schimmelentferner sind am wirksamsten. Sie bleichen den Farbstoff und töten den Pilz ab. Gute Lüftung ist zwingend, Handschuhe und Schutzbrille ebenfalls.

Niemals mit anderen Reinigern mischen – die Kombination von Chlor mit sauren Reinigern setzt giftige Gase frei. Das ist eine der häufigsten Vergiftungsursachen im Haushalt.

Alkohol (70 bis 80 Prozent) tötet Schimmel ab, ohne zu bleichen. Die dunkle Verfärbung bleibt, der Pilz ist tot. Für kleine Stellen und empfindliche Bereiche geeignet – Vorsicht, hochentzündlich.

Wasserstoffperoxid (3 Prozent) wirkt ähnlich und bleicht leicht.

Essig ist ungeeignet. Er hilft gegen Kalk, nicht gegen Schimmel – und auf mineralischen Fugen liefert er dem Pilz sogar organischen Kohlenstoff als Nahrung.

Silikonfuge erneuern

Wenn der Schimmel im Material sitzt, ist das die einzige dauerhafte Lösung. Sie dauert etwa eine Stunde.

  1. Altes Silikon herausschneiden mit einem Cuttermesser oder Fugenhobel – beide Flanken anschneiden, dann den Strang abziehen
  2. Reste entfernen mit Silikonentferner und einem Kunststoffschaber. Auf glatten Fliesen geht das gut; auf rauen Oberflächen ist es mühsam und wichtig
  3. Entfetten mit Spiritus oder Aceton, die Fuge muss absolut trocken sein
  4. Abkleben mit Kreppband beidseitig
  5. Sanitärsilikon mit Fungizid einspritzen, gleichmäßig
  6. Abziehen mit Fugenglätter oder in Spülmittelwasser getauchtem Finger
  7. Kreppband sofort abziehen, solange das Silikon frisch ist
  8. 24 Stunden aushärten lassen, Dusche in dieser Zeit nicht benutzen

Der dritte Schritt entscheidet über die Haltbarkeit. Ein Silikon, das auf feuchtem oder fettigem Untergrund aufgebracht wird, löst sich nach Monaten an den Rändern – und genau dort wächst der nächste Schimmel.

Warum er wiederkommt

Schimmel braucht Feuchtigkeit. Solange die bleibt, kehrt er zurück, egal wie gründlich gereinigt wurde.

Die Ursachen in der Dusche sind fast immer dieselben:

  • Zu wenig gelüftet nach dem Duschen
  • Wasser bleibt in der Fuge stehen, weil nicht abgezogen wird
  • Ein undichter Anschluss hinter der Fliese – dann ist der sichtbare Schimmel nur die Spitze
  • Zu kalte Wandflächen, an denen Wasserdampf kondensiert

Vorbeugen – die vier Maßnahmen, die wirken

Nach dem Duschen abziehen. Ein Abzieher für wenige Euro an der Duschwand. Das ist die wirksamste Einzelmaßnahme überhaupt: Was nicht nass bleibt, schimmelt nicht.

Stoßlüften, Fenster ganz auf, fünf bis zehn Minuten. Kippen bringt wenig und kühlt die Laibung aus. Im innenliegenden Bad muss der Lüfter mit Nachlauf laufen, mindestens zehn Minuten.

Luftfeuchte kontrollieren. Ein Hygrometer für wenige Euro zeigt, ob Sie unter 60 Prozent kommen. Innerhalb einer halben Stunde nach dem Duschen sollte das der Fall sein.

Duschtür offen lassen, damit die Kabine trocknet.

Wann es mehr als ein Fugenproblem ist

Rufen Sie einen Fachmann, wenn der Schimmel größer als etwa einen halben Quadratmeter ist, wenn er hinter Fliesen oder Verkleidungen hervorkommt, wenn die Wand feucht ist oder wenn er nach jeder Behandlung binnen Wochen wiederkehrt.

Dann steckt meist ein Bauschaden dahinter – eine undichte Leitung, eine fehlende Abdichtung, eine Wärmebrücke. Das lässt sich mit keinem Reiniger lösen.

Sicherheit beim Arbeiten mit Schimmelentfernern

Chlorhaltige Mittel sind wirksam und nicht harmlos.

  • Handschuhe und Schutzbrille tragen
  • Durchgehend lüften, Fenster auf und Tür zu
  • Niemals mit sauren Reinigern mischen – die Kombination setzt Chlorgas frei. Das ist eine der häufigsten Vergiftungsursachen im Haushalt
  • Nicht auf farbige Fugen ohne Test – Chlor bleicht
  • Nach dem Einwirken gründlich spülen

Bei Asthma, Atemwegserkrankungen und in der Schwangerschaft sollte man auf chlorhaltige Mittel verzichten und stattdessen mit 70- bis 80-prozentigem Alkohol arbeiten. Er tötet den Pilz ab, ohne die Verfärbung zu bleichen – dafür sieht man das Ergebnis nicht.

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