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Heimwerker-Berater

Glasdach reinigen

Reinigungvon Christoph4 Min. · 9 Abschnitte
Glasdach reinigen
Inhalt9 Abschnitte
  1. Niemals das Glasdach betreten
  2. Die Werkzeuge
  3. Die Reihenfolge
  4. Das richtige Reinigungsmittel
  5. Hartnäckige Stellen
  6. Was Sie dabei gleich mitprüfen sollten
  7. Wie oft und was es kostet
  8. Glas oder Stegplatte – der Unterschied in der Pflege
  9. Beschichtetes Glas

Ein Glasdach über Terrasse oder Wintergarten wird schnell unansehnlich: Pollen, Blütenstaub, Vogelkot, Algen an den Rändern und der graue Film aus Feinstaub, der sich bei jedem Regen erneuert. Sauber bleibt es nicht von selbst.

Die Reinigung ist handwerklich einfach. Gefährlich wird sie durch einen Fehler, den man nur einmal macht.

Niemals das Glasdach betreten

Verglasungen von Terrassenüberdachungen und Wintergärten sind nicht durchsturzsicher, wenn sie nicht ausdrücklich dafür ausgelegt sind. Auch Verbundsicherheitsglas trägt eine Person nicht zuverlässig, und Stegplatten aus Polycarbonat schon gar nicht.

Durchstürze durch Lichtplatten und Verglasungen gehören zu den häufigsten tödlichen Unfällen am Bau. Die Platte sieht tragfähig aus – bis sie nachgibt.

Gearbeitet wird also vom Boden aus, von einer gesicherten Leiter, von einem Gerüst oder von einem Hubsteiger. Nicht auf dem Dach.

Die Werkzeuge

Teleskop-Waschbürste mit Wasseranschluss. Das Standardwerkzeug: ein Stiel von 3 bis 8 Metern, vorn eine weiche Bürste, durch die Wasser strömt. Für die meisten Terrassendächer die richtige Lösung.

Teleskop-Abzieher. Zum Abziehen nach dem Waschen. Ein Gummi, das nicht abzieht, hinterlässt Schlieren – deshalb gehört er dazu.

Entsalztes Wasser (Osmosewasser). Der Profitrick. Wasser ohne Mineralien trocknet rückstandsfrei; Abziehen wird überflüssig. Es gibt Aufsatzfilter für den Gartenschlauch ab etwa 100 Euro, die genau das leisten. Bei großen Glasflächen spart das erheblich Arbeit.

Hochdruckreiniger. Nur mit Vorsicht und mit Abstand. Auf Dichtungen und Silikonfugen gerichtet löst der Strahl sie an; bei Stegplatten kann Wasser in die Hohlkammern eindringen und dort dauerhaft stehen bleiben. Wenn überhaupt, dann mit breitem Strahl und reduziertem Druck.

Top sauberes Vordach aus Glas
Top sauberes Vordach aus Glas | Foto: kange / Depositphotos.com

Die Reihenfolge

  1. Grobes trocken abnehmen – Laub, Zweige, Nadeln mit einer weichen Bürste
  2. Vorwässern mit dem Gartenschlauch, damit Staub sich löst
  3. Waschen mit der Bürste und mildem Reiniger, in Bahnen von oben nach unten
  4. Gründlich klarspülen, keine Reinigerreste stehen lassen
  5. Abziehen oder mit entsalztem Wasser nachspülen
  6. Rinne und Ablauf prüfen und reinigen
  7. Dichtungen und Profile kontrollieren

Arbeiten Sie an einem bewölkten Tag. In der Sonne trocknet das Wasser schneller, als Sie abziehen können – das Ergebnis sind genau die Schlieren, die Sie vermeiden wollten.

Das richtige Reinigungsmittel

Für normalen Schmutz reicht klares Wasser mit einem Spritzer Spülmittel. Spezielle Glasreiniger sind bei großen Flächen unwirtschaftlich und selten nötig.

Nicht verwenden: scheuernde Mittel, Klingen auf beschichtetem Glas, stark alkalische Reiniger auf Aluminiumprofilen, lösemittelhaltige Produkte auf Kunststoffplatten.

Bei Stegplatten aus Polycarbonat oder Acryl ist besondere Vorsicht geboten: Sie haben eine UV-Schutzschicht auf der Oberseite, die durch Scheuermittel, harte Bürsten und bestimmte Reiniger zerstört wird. Ohne sie vergilbt die Platte innerhalb weniger Jahre. Hier gilt: weicher Schwamm, mildes Spülmittel, viel Wasser.

Hartnäckige Stellen

Vogelkot weicht man mit nassem Küchenpapier ein und nimmt ihn dann ab. Trocken abkratzen zerkratzt das Glas, weil Vogelkot mineralische Anteile enthält.

Baumharz löst sich mit etwas Spiritus auf einem Tuch – bei Kunststoffplatten vorher an verdeckter Stelle testen.

Algen und Grünbelag an den Rändern behandelt man mit einem Grünbelagentferner, der einwirken darf.

Kalkflecken von hartem Gießwasser oder einer Bewässerungsanlage lösen sich mit verdünnter Zitronensäure. Danach gründlich spülen, damit nichts an den Dichtungen bleibt.

Was Sie dabei gleich mitprüfen sollten

Die Reinigung ist der beste Anlass für eine Kontrolle, die sonst nie stattfindet:

  • Sitzen die Glashalteleisten fest?
  • Sind Dichtungen spröde, rissig oder herausgerutscht?
  • Läuft die Dachrinne frei ab?
  • Gibt es Kondenswasser in Stegplatten? Das deutet auf offene oder defekte Abschlussprofile hin.
  • Sind an den Auflagern Setzungen oder Korrosion zu sehen?

Eine herausgerutschte Dichtung kostet ein paar Euro. Wasser, das jahrelang in die Unterkonstruktion läuft, kostet deutlich mehr.

Wie oft und was es kostet

Zweimal im Jahr ist ein sinnvoller Rhythmus: im Frühjahr nach Pollenflug und Winter, im Herbst nach dem Laubfall.

Ein Fachbetrieb rechnet je nach Zugänglichkeit etwa 3 bis 10 Euro pro Quadratmeter. Ist ein Hubsteiger nötig, kommen 250 bis 600 Euro am Tag dazu. Für ein normales Terrassendach von 20 m² liegen Sie also bei rund 100 bis 200 Euro – deutlich weniger als die Alternative, es selbst von oben zu versuchen.

Glas oder Stegplatte – der Unterschied in der Pflege

Verbundsicherheitsglas ist hart, kratzfest und unempfindlich gegen die meisten Reiniger. Es lässt sich abziehen wie ein Fenster.

Stegplatten aus Polycarbonat sind weich. Sie zerkratzen leicht, und ihre UV-Schutzschicht sitzt nur auf einer Seite – der Oberseite. Wird sie durch Scheuermittel oder harte Bürsten zerstört, vergilbt die Platte innerhalb weniger Jahre und wird trüb.

Erkennbar ist die Schutzseite am Aufdruck auf der Schutzfolie beim Einbau. Ist die Platte verlegt, gilt: Die Oberseite ist immer die zum Himmel.

Acrylglas (Plexiglas) ist UV-stabiler als Polycarbonat, aber spröder und ebenfalls kratzempfindlich.

Für beide Kunststoffe gilt: weicher Schwamm, mildes Spülmittel, viel Wasser, keine Lösemittel.

Beschichtetes Glas

Viele neuere Überdachungen haben eine selbstreinigende Beschichtung. Sie ist hydrophil, lässt Regenwasser flächig ablaufen und baut organischen Schmutz mit UV-Licht ab.

Solche Gläser brauchen deutlich seltener Pflege – vertragen aber keine scheuernden Mittel und keine Klinge. Ein einziger Reinigungsdurchgang mit Scheuermilch zerstört die Beschichtung dauerhaft.

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