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Heimwerker-Berater

Tomatenflecken entfernen

Reinigungvon Christoph4 Min. · 11 Abschnitte
Tomatenflecken entfernen
Inhalt11 Abschnitte
  1. Sofort handeln
  2. Das wirksamste Mittel: Sonnenlicht
  3. Eingetrocknete Flecken
  4. Was Sie nicht tun sollten
  5. Von Kunststoff
  6. Von Arbeitsplatten und Holz
  7. Von den Händen
  8. Die Vorbeugung
  9. Warum ausgerechnet Tomate so hartnäckig ist
  10. Bei Kindern und Babynahrung
  11. Der Restfleck nach dem Waschen

Tomatenflecken sind hartnäckig, weil sie zwei Dinge gleichzeitig sind: ein Farbstofffleck durch das Carotinoid Lycopin und ein Fettfleck durch das Öl, in dem Soße und Sugo meist zubereitet werden.

Deshalb hilft ein einzelnes Mittel selten – und deshalb wirkt ausgerechnet die Sonne so gut.

Sofort handeln

Wie bei den meisten Flecken entscheidet die Zeit.

  1. Überschuss abnehmen mit einem Löffel oder Küchenpapier – abheben, nicht verreiben
  2. Von der Rückseite unter kaltes fließendes Wasser halten, damit der Fleck aus der Faser heraus- statt hineingespült wird
  3. Mit Gallseife oder Spülmittel einreiben, zehn Minuten wirken lassen
  4. Kalt ausspülen
  5. Normal waschen, so warm wie das Textil erlaubt

Spülmittel ist hier tatsächlich sinnvoll, weil es gegen den Fettanteil arbeitet.

Tomatenfleck auf weißem Hintergrund
Tomatenflecken mögen hartnäckig sein, jedoch gibt es Hausmittel, die Abhilfe schaffen können. | Foto: AtlasStudio / Depositphotos.com

Das wirksamste Mittel: Sonnenlicht

Lycopin ist lichtempfindlich. Ein Restfleck, der nach der Wäsche noch schwach zu sehen ist, verschwindet oft vollständig, wenn das feuchte Textil in die pralle Sonne gelegt wird.

Das klingt nach Großmutterrat und ist chemisch gut begründet: UV-Licht baut den Farbstoff ab. Legen Sie das Stück feucht aus, nicht trocken – Feuchtigkeit beschleunigt den Vorgang deutlich.

Ein bis zwei Stunden genügen oft. Bei dunklen Textilien vorsichtig sein: Sonne bleicht auch die Farbe.

Eingetrocknete Flecken

Einweichen in kaltem Wasser mit Gallseife oder Vollwaschmittel, mehrere Stunden bis über Nacht.

Zitronensaft auf den Fleck, einwirken lassen, in die Sonne legen. Nur auf hellen Textilien.

Sauerstoffbleiche (Natriumpercarbonat) für Weißes: ein bis zwei Esslöffel auf fünf Liter warmes Wasser, mehrere Stunden einlegen.

Enzymhaltiges Vollwaschmittel mit Einwirkzeit – nicht bei Wolle und Seide, deren Fasern selbst aus Eiweiß bestehen.

Rechnen Sie mit mehreren Durchgängen. Ein alter Tomatenfleck geht selten beim ersten Versuch vollständig heraus.

Was Sie nicht tun sollten

Heiß waschen, bevor der Fleck weg ist. Hitze fixiert den Farbstoff – danach hilft nichts mehr.

In den Trockner geben. Aus demselben Grund.

Reiben und schrubben. Das arbeitet den Fleck tiefer in die Faser.

Seife auf Weißes ohne Kontrolle. Manche Seifen reagieren mit Tomatenfarbstoff und hinterlassen einen gelblichen Rand.

Die wichtigste Regel: Vor dem Trocknen kontrollieren. Ein Restfleck lässt sich behandeln, ein fixierter nicht.

Von Kunststoff

Frischhaltedosen, Schneidbretter und Rührschüsseln aus Kunststoff nehmen den Farbstoff dauerhaft auf – vor allem, wenn heiße Soße darin war.

Sonnenlicht ist auch hier das beste Mittel: Dose gewaschen und noch feucht für ein paar Stunden auf die Fensterbank oder nach draußen legen. Der Effekt ist oft verblüffend.

Natronpaste einreiben, einwirken lassen, abspülen.

Vorbeugen: Vor dem Einfüllen die Dose mit etwas Speiseöl auswischen. Das Öl legt sich zwischen Kunststoff und Farbstoff.

Von Arbeitsplatten und Holz

Versiegeltes Holz und Laminat: Spülmittel, notfalls Natronpaste. Nicht scheuern.

Geöltes oder unbehandeltes Holz saugt den Farbstoff auf. Hier hilft Anschleifen mit Körnung 180 und anschließendes Nachölen – der Vorteil geölter Flächen.

Naturstein je nach Sorte: Kalkhaltige Steine wie Marmor vertragen keine Säure, also kein Zitronensaft. Hier gehört ein Fleckenentferner für Naturstein hin.

Silikonfugen nehmen den Farbstoff ebenfalls auf. Oft hilft nur Erneuern.

Von den Händen

Nach dem Verarbeiten großer Mengen Tomaten färben die Hände. Zitronensaft oder etwas Essig mit Salz als Paste, einreiben, abspülen – und danach eincremen, denn beides trocknet die Haut aus.

Die Vorbeugung

Eine Schürze kostet wenige Euro und erspart die ganze Übung. Beim Kochen mit Tomatensoße ist sie die vernünftigste Investition – zusammen mit einem Deckel auf dem Topf, denn die Spritzer entstehen fast immer beim Köcheln ohne Deckel.

Warum ausgerechnet Tomate so hartnäckig ist

Der Farbstoff Lycopin gehört zu den Carotinoiden. Er ist fettlöslich, nicht wasserlöslich – deshalb bringt Wasser allein wenig, und deshalb hilft Spülmittel.

Zugleich ist er lichtempfindlich, was die Sonnenmethode erklärt.

Und er bindet sich gut an Kunststoff, weshalb Frischhaltedosen sich so zuverlässig verfärben.

Wer diese drei Eigenschaften kennt, hat die Behandlung im Kopf: fettlösend arbeiten, kalt spülen, in die Sonne legen.

Bei Kindern und Babynahrung

Tomatenbrei auf Lätzchen und Stramplern ist der häufigste Fall überhaupt.

Hier lohnt sich das Vorgehen besonders: kalt ausspülen, Gallseife, waschen, und das feuchte Stück in die Sonne. Bei weißer Baby-Kleidung kommt die Sonnenmethode fast immer zum vollständigen Erfolg – und sie kommt ohne Bleichmittel aus, was auf der Haut des Kindes liegt.

Der Restfleck nach dem Waschen

Wenn nach dem Waschgang noch ein Schatten zu sehen ist, ist das kein Grund aufzugeben – aber ein Grund, den Trockner stehen zu lassen.

Legen Sie das feuchte Stück in die Sonne. Bei Tomatenflecken ist das die zuverlässigste zweite Runde, die es gibt, und sie kostet nichts.

Im Winter oder bei bedecktem Himmel hilft ersatzweise eine erneute Behandlung mit Gallseife und Einweichen über Nacht.

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