Rohrreinigungsschlauch
Inhalt11 Abschnitte
- Wie die Rückstoßdüse funktioniert
- Wo er der Spirale überlegen ist
- Wo die Spirale besser ist
- Die richtige Länge und Stärke
- Der Einsatz Schritt für Schritt
- Die wichtigste Sicherheitsregel
- Wo Sie ihn nicht einsetzen sollten
- Nach dem Einsatz
- Preise
- Was Sie vorher prüfen sollten
- Nach dem Einsatz die Ursache klären
Ein Rohrreinigungsschlauch ist ein dünner, flexibler Hochdruckschlauch mit einer besonderen Düse am Ende. Er wird an den Hochdruckreiniger angeschlossen und in das verstopfte Rohr eingeführt – und zieht sich dann selbst hinein.
Für lange Leitungen, Fallrohre und Grundleitungen ist er das wirksamste Werkzeug, das Heimwerkern zur Verfügung steht.
Wie die Rückstoßdüse funktioniert
Die Düse hat keine Öffnung nach vorn, sondern drei bis vier nach hinten gerichtete Strahlen.
Daraus ergeben sich zwei Effekte gleichzeitig: Der Rückstoß treibt den Schlauch vorwärts ins Rohr hinein, ohne dass man schieben muss. Und die rückwärts gerichteten Strahlen spülen den gelösten Schmutz in Richtung Ausgang, statt ihn tiefer hineinzudrücken.
Manche Düsen haben zusätzlich einen kleinen Vorwärtsstrahl, der den Pfropfen anbohrt. Er macht die Düse wirksamer gegen feste Verstopfungen und verringert die Selbstvortriebskraft etwas.
Wo er der Spirale überlegen ist
Bei langen Leitungen. Schläuche gibt es in 10, 15, 20 und 30 Metern – Längen, die eine Handspirale nicht erreicht.
Bei Fett- und Schlammablagerungen. Die Spirale bohrt ein Loch durch den Pfropfen; der Wasserstrahl spült die Rohrwand frei.
Bei Fallrohren und Dachrinnen. Hier spielt der Selbstvortrieb seine Stärke aus.
Bei Grundleitungen und Drainagen.
Wo die Spirale besser ist
Bei Haaren und Textilien. Wasserdruck löst sie nicht – hier braucht es einen Rückholbohrer, der sie herauszieht.
Bei Wurzeleinwuchs. Dafür braucht es einen Schneidkopf.
Wenn kein Hochdruckreiniger vorhanden ist.
Bei engen Bögen in kleinen Rohrdurchmessern, wo der Schlauch sich aufwickelt.
Die richtige Länge und Stärke
| Einsatz | Länge |
| Waschbecken, Spüle, Dusche | 10 m |
| Fallrohr, Dachrinne | 15 m |
| Grundleitung, Hofablauf | 20–30 m |
Achten Sie auf den Anschluss: Die Kupplungen der Hochdruckreiniger sind herstellerspezifisch. Ein Schlauch mit dem falschen Bajonett nützt nichts, Adapter gibt es aber für die gängigen Systeme.
Prüfen Sie außerdem den zulässigen Druck des Schlauchs. Er muss zum Gerät passen; ein Schlauch für 120 bar an einem 160-bar-Reiniger ist eine schlechte Idee.
Der Einsatz Schritt für Schritt
- Schlauch anschließen und die Düse etwa einen halben Meter tief ins Rohr einführen, bevor Sie einschalten
- Gerät einschalten und den Schlauch langsam nachführen
- Nicht schieben. Der Schlauch zieht sich selbst hinein. Führen Sie ihn nur nach und lassen Sie ihn arbeiten
- Bei Widerstand kurz stehen lassen, damit die Düse spült, dann weiter
- Langsam zurückziehen, während das Wasser weiterläuft – dabei wird die Rohrwand gespült
- Mehrfach wiederholen und zum Schluss reichlich mit klarem Wasser nachspülen
Die wichtigste Sicherheitsregel
Das Gerät niemals einschalten, wenn die Düse außerhalb des Rohres ist. Der Rückstoß lässt den Schlauch wild um sich schlagen, und ein Hochdruckstrahl verletzt die Haut ernsthaft.
Führen Sie die Düse immer erst ein und schalten Sie erst dann ein. Und schalten Sie ab, bevor Sie sie wieder herausziehen.
Dazu: Schutzbrille, feste Schuhe, alte Kleidung. Was aus dem Rohr zurückkommt, spritzt.
Wo Sie ihn nicht einsetzen sollten
In alten, beschädigten Rohren. Hochdruck kann Muffen aufdrücken und Risse vergrößern.
Bei Verdacht auf Rohrbruch. Dann wird das Wasser in den Boden oder in die Wand gepresst.
In Leitungen, in denen chemischer Rohrreiniger steht. Erst gründlich spülen – sonst spritzt Lauge zurück.
In Trinkwasserleitungen. Dafür ist das Werkzeug nicht gedacht.
Nach dem Einsatz
Spülen Sie den Schlauch außen ab und lassen Sie ihn vollständig trocknen, bevor Sie ihn aufrollen. Ein feucht eingelagerter Schlauch riecht nach wenigen Tagen.
Prüfen Sie die Düsenöffnungen auf Verstopfung – ein feiner Draht oder Druckluft reicht. Eine zugesetzte Öffnung verändert das Strahlbild und den Vortrieb.
Rollen Sie den Schlauch locker auf, ohne scharfe Knicke. An einem Knick bricht der Gewebemantel nach einiger Zeit.
Preise
Rohrreinigungsschläuche mit 15 Metern kosten je nach Hersteller 30 bis 90 Euro, 20- bis 30-Meter-Ausführungen 60 bis 150 Euro.
Gegenüber 100 bis 250 Euro für eine einmalige Rohrreinigung durch einen Fachbetrieb ist das nach dem ersten Einsatz eingespielt – vorausgesetzt, ein passender Hochdruckreiniger ist ohnehin vorhanden.
Was Sie vorher prüfen sollten
Den Rohrdurchmesser. Ein 15-mm-Schlauch in einem DN-32-Rohr hat kaum Platz; in einer DN-100-Grundleitung verliert eine zu kleine Düse ihre Wirkung.
Den Zugang. Sie brauchen eine Öffnung, durch die der Schlauch gerade eingeführt werden kann – einen Reinigungsdeckel, einen geöffneten Siphon oder einen Hofablauf. Durch enge Bögen direkt hinter dem Ablauf kommt er schlecht.
Den Ablauf des Schmutzwassers. Was gelöst wird, muss irgendwo hin. Bei einer Grundleitung heißt das: Der Weg zum Kanal muss frei sein, sonst drückt das Wasser an der Öffnung heraus.
Stellen Sie einen Eimer und alte Handtücher bereit, bevor Sie einschalten.
Nach dem Einsatz die Ursache klären
Eine Leitung, die sich mit Hochdruck freispülen ließ, war verschmutzt – aber warum?
Kommt dieselbe Verstopfung innerhalb eines Jahres wieder, liegt meist ein bauliches Problem vor: zu geringes Gefälle, ein Rohrversatz, eingewachsene Wurzeln. Eine Kamerabefahrung für 150 bis 400 Euro zeigt das und erspart auf Dauer das jährliche Spülen.



