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Heimwerker-Berater

Beheizbare Sohlen

Haus & Bauvon Christoph4 Min. · 10 Abschnitte
Beheizbare Sohlen
Inhalt10 Abschnitte
  1. Wie beheizbare Sohlen funktionieren
  2. Mit Kabel oder kabellos
  3. Wie warm und wie lange
  4. Wer sie nutzt
  5. Für wen sie ungeeignet sind
  6. Zuschneiden und einpassen
  7. Laden und Akkupflege
  8. Reinigung
  9. Die Alternativen
  10. Häufige Fragen

Beheizbare Sohlen sind Einlegesohlen mit eingebautem Heizelement, die kalte Füße bei Arbeit und Freizeit im Winter warm halten. Sie passen in normale Arbeitsschuhe, Stiefel oder Jagdschuhe. Sie wärmen gut, aber nicht unbegrenzt: Die Laufzeit schrumpft bei höchster Stufe und Frost deutlich.

Wie beheizbare Sohlen funktionieren

Im Inneren der Sohle liegt ein flaches Heizelement aus Heizdraht, Heizfolie oder Carbonfasern, meist im Bereich der Zehen und des Vorfußes. Strom aus einer Batterie oder einem Akku erwärmt es, ähnlich wie bei einer Heizdecke. Die Sohle selbst besteht häufig aus EVA-Schaum, der dämpft und von unten isoliert. Manche Hersteller werben mit Ferninfrarot, gemeint ist die Wärmestrahlung des Heizelements – physikalisch ist das dasselbe wie jede andere Flächenheizung.

Wichtig zu wissen: Die Schuhsohle selbst wird nicht beheizt. Die Einlegesohle wärmt von innen, und ein gut isolierter Schuh hält diese Wärme fest.

Mit Kabel oder kabellos

MerkmalMit KabelKabellos mit Akku
StromquelleBatteriepack am Schuh oder in der HosentascheAkku in der Sohle oder an der Ferse
Kabelbis etwa 70 cm, unter der Hose geführtkeines
TragekomfortKabel stört beim Laufendeutlich bequemer
Laufzeitabhängig vom Batteriepack, teils längerbegrenzt durch Akkugröße
BedienungSchalter am BatteriepackFernbedienung oder App

Kabellose Modelle haben sich weitgehend durchgesetzt. Kabelmodelle findet man noch bei Profiausrüstung, wo lange Einsätze wichtiger sind als Komfort.

Wie warm und wie lange

Typische kabellose Sohlen arbeiten mit Lithium-Ionen-Akkus von 7,4 V und etwa 1.800 bis 2.500 mAh und haben drei Heizstufen. Ein verbreitetes Modell nennt als Temperatur am Heizelement 39–46 °C auf der niedrigsten, 48–55 °C auf der mittleren und 55–62 °C auf der höchsten Stufe. Die Laufzeit gibt der Hersteller mit knapp 7 Stunden auf der niedrigsten und rund 4 Stunden auf der höchsten Stufe an. Solche Werte gelten unter günstigen Bedingungen.

Bei Frost sinkt die Akkuleistung zusätzlich. Wer einen ganzen Tag im Freien steht, schaltet die Sohlen deshalb besser nur zeitweise ein oder nimmt ein zweites Paar Akkus mit, sofern das Modell das zulässt.

Auch bei der Jagd sind die beheizbaren Sohlen sehr beliebt
Auch bei der Jagd sind die beheizbaren Sohlen sehr beliebt. | Foto: brm1949 / Depositphotos.com

Wer sie nutzt

Beheizbare Sohlen sind beliebt bei allen, die lange stehen, statt sich zu bewegen: Jäger auf dem Hochsitz, Angler, Handwerker auf winterlichen Baustellen, Markthändler, Ordner bei Veranstaltungen, Zuschauer im Stadion. Beim Skifahren und Wandern kommen sie ebenfalls zum Einsatz. In Bewegung ist der Bedarf deutlich geringer, weil die Muskelarbeit die Füße ohnehin wärmt.

Für wen sie ungeeignet sind

Menschen mit Diabetes und Nervenschäden an den Füßen, mit Durchblutungsstörungen oder vermindertem Temperaturempfinden sollten beheizbare Sohlen nur nach Rücksprache mit dem Arzt verwenden. Sie spüren unter Umständen nicht, wenn die Sohle zu heiß wird, und Verbrennungen an den Füßen heilen bei ihnen schlecht. Auch bei Kindern ist Vorsicht angebracht.

Zuschneiden und einpassen

Viele Sohlen werden in wenigen Größenbereichen geliefert, etwa von 35 bis 48, und lassen sich mit der Schere auf die eigene Schuhgröße kürzen. Geschnitten wird nur im markierten Bereich, meist an der Spitze oder an den Seiten, nie durch das Heizelement. Die vorhandene Einlegesohle des Schuhs dient als Schablone. Beheizbare Sohlen sind oft etwas dicker als normale; in enge Schuhe passen sie manchmal nur, wenn die Originalsohle herausgenommen wird.

Laden und Akkupflege

Die Akkus werden über USB oder ein mitgeliefertes Netzteil geladen, meist in einigen Stunden. Laden Sie nicht im nassen Schuh und nicht unbeaufsichtigt auf dem Heizkörper. Lithium-Ionen-Akkus mögen weder Tiefentladung noch lange Lagerung in voll geladenem Zustand: Über den Sommer lagern Sie sie am besten halb geladen, kühl und trocken, und laden sie vor dem ersten Einsatz im Herbst auf.

Reinigung

Die meisten Sohlen dürfen nicht in die Waschmaschine und nicht unter Wasser getaucht werden. Gereinigt wird mit einem feuchten Tuch, bei Geruch hilft Lüften und ein Schuhdeo, das nicht in die Elektronik läuft. Vor dem Reinigen den Akku entfernen, sofern er herausnehmbar ist. Nach dem Tragen die Sohle aus dem Schuh nehmen und trocknen lassen – feuchte Sohlen werden schnell muffig.

Die Alternativen

Wer nur selten friert, kommt mit guter Winterausrüstung aus: gefütterte Stiefel, Wollsocken, eine dicke Filz- oder Lammfellsohle und genug Platz im Schuh, damit die Durchblutung nicht gebremst wird. Chemische Wärmepads für die Zehen sind eine günstige Lösung für einzelne Tage. Für die Baustelle gehört ohnehin ein passender Schuh dazu; siehe Sicherheitsschuhe und die richtige Arbeitskleidung.

Häufige Fragen

Was kosten beheizbare Sohlen?

Einfache Modelle gibt es ab etwa 30 Euro, kabellose Sohlen mit Fernbedienung meist zwischen 50 und 150 Euro. Markenprodukte mit App-Steuerung und Wechselakkus kosten mehr.

Passen sie in Sicherheitsschuhe?

Oft ja, aber Sicherheitsschuhe sind mit ihrer Originalsohle geprüft. Eine fremde Einlegesohle kann die Zulassung berühren; der Hersteller des Schuhs gibt Auskunft.

Wie merke ich, dass die Sohle zu heiß ist?

Wenn die Füße brennen oder kribbeln, sofort eine Stufe herunterschalten oder ausschalten. Eine angenehme Wärme ist das Ziel, nicht Hitze.

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