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Heimwerker-Berater

Bosch DIY Tischkreissäge PTS 10

Werkzeugvon Christoph4 Min. · 9 Abschnitte
Inhalt9 Abschnitte
  1. Technische Daten
  2. Was der Schiebeschlitten leistet
  3. Sicher arbeiten
  4. Typische Fehler
  5. Sägeblatt wählen
  6. Was der Rückschlag ist
  7. Einrichten und justieren
  8. Häufige Fragen
  9. Video zum Thema

Die Bosch PTS 10 ist eine kompakte Tischkreissäge für den Heimwerkerbereich. Mit 26 Kilogramm steht sie fest genug für saubere Schnitte und lässt sich trotzdem verräumen.

Technische Daten

Nennleistung1400 Watt
Leerlaufdrehzahl5000 min⁻¹
Schnitthöhe bei 90°75 mm
Schnitthöhe bei 45°63 mm
Blattneigungstufenlos bis 45° nach links
Gehrung±60° über den Schiebeschlitten
Gewicht26 kg
Maße77 × 62 × 45 cm

Die 75 mm Schnitthöhe sind der entscheidende Wert: Damit geht ein Kantholz 70 × 70 in einem Durchgang durch. Bei 45 Grad bleiben 63 mm – die Differenz entsteht, weil das geneigte Blatt einen längeren Weg durchs Material nimmt.

Was der Schiebeschlitten leistet

Er führt das Werkstück, statt es über den Tisch zu schieben. Das ist bei Querschnitten der Unterschied zwischen genau und ungefähr – und sicherheitlich der wichtigste Teil der Maschine: Die Hände bleiben am Schlitten, nicht am Holz neben dem Blatt.

Mit ±60 Grad deckt er mehr ab als die üblichen 45 Grad.

Sicher arbeiten

Die Tischkreissäge ist die Maschine mit den schwersten Verletzungen in der Heimwerkstatt. Drei Dinge verhindern das Meiste:

Spaltkeil immer montiert. Er hält den Schnitt hinter dem Blatt offen. Ohne ihn schließt sich gewachsenes Holz und wird nach hinten geschleudert – mit voller Blattgeschwindigkeit.

Schutzhaube auflegen. Sie hält die Hand vom Blatt fern und lenkt Späne ab.

Schiebestock benutzen, sobald der Abstand zum Blatt unter 12 Zentimeter fällt. Er gehört griffbereit an die Maschine, nicht in die Schublade.

Dazu: keine Handschuhe an rotierenden Maschinen, keine weite Kleidung, Gehörschutz und Schutzbrille.

Typische Fehler

  • Parallelanschlag beim Querschnitt benutzt. Das Reststück klemmt zwischen Anschlag und Blatt und wird weggeschleudert. Für Querschnitte den Schlitten oder Winkelanschlag nehmen.
  • Freihändig gesägt. Ohne Anschlag verläuft der Schnitt, und das Werkstück verkantet.
  • Zu wenig Auflage. Lange Bretter kippen am Ende des Schnitts. Rollböcke auf Tischhöhe aufstellen.
  • Stumpfes Blatt weiterbenutzt. Erkennbar an Brandspuren und daran, dass man schieben muss. Ein stumpfes Blatt erhöht die Rückschlaggefahr deutlich.
  • Über den Tisch gegriffen, um ein Reststück zu holen. Erst ausschalten, Blatt auslaufen lassen.

Sägeblatt wählen

MaterialZähne (254 mm)Hinweis
Bauholz längs20–28großer Spanraum
Holz allgemein40–48der übliche Kompromiss
Beschichtete Platten60–80negativer Spanwinkel
Aluminium80–100negativer Spanwinkel, Schneidöl

Einzelheiten zu Zahnformen beim Kreissägeblatt.

Was der Rückschlag ist

Die schwerste Verletzungsart an dieser Maschine hat einen einfachen Ablauf: Das Werkstück klemmt zwischen Blatt und Anschlag, das aufsteigende Blatt fasst es an der Rückseite und schleudert es mit Blattgeschwindigkeit zum Bediener.

Vier Dinge verhindern das:

  • Spaltkeil montiert – er hält den Schnitt offen.
  • Parallelanschlag exakt parallel, hinten nicht enger als vorn.
  • Nie freihändig und nie Anschlag plus Querschnitt kombinieren.
  • Nicht in der Schusslinie stehen, sondern seitlich versetzt.

Einrichten und justieren

Eine Tischkreissäge ist nur so genau wie ihre Anschläge – und die stimmen ab Werk selten. Zwanzig Minuten einmalige Arbeit entscheiden über jeden Schnitt danach.

1. Blatt auf 90 Grad prüfen. Blatt ganz hochfahren, Anschlagwinkel auf den Tisch und an das Blattblatt legen – nicht an einen Zahn, die stehen seitlich über. Bei Abweichung den Neigungsanschlag nachstellen.

2. Parallelanschlag ausrichten. Der Abstand zwischen Anschlag und Blatt muss vorn und hinten gleich sein. Messen Sie an einem Zahn, den Sie markieren, und drehen Sie das Blatt von vorn nach hinten durch – so messen Sie denselben Zahn zweimal. Steht der Anschlag hinten enger, klemmt das Werkstück – die häufigste Rückschlagursache überhaupt.

3. Spaltkeil fluchten lassen. Er muss genau in der Blattebene stehen und darf nicht seitlich versetzt sein, sonst drückt er das Werkstück gegen das Blatt.

4. Winkelanschlag prüfen mit der Fünf-Schnitt-Methode oder schlicht mit dem Anschlagwinkel an einem Probestück.

5. Tischeinlage bündig stellen. Steht sie über, hakt das Werkstück; liegt sie tiefer, kippen schmale Teile hinein.

Nach jedem Transport lohnt eine Kurzkontrolle von Punkt 1 und 2.

Häufige Fragen

Reicht sie für den Möbelbau?

Für Zuschnitte bis 75 mm und mittelgroße Platten ja. Für großformatige Platten fehlt die Auflagefläche – dort ist eine Tauchsäge mit Schiene praktischer.

Was unterscheidet sie von einer Unterflurzugsäge?

Bei der Unterflurzugsäge wird das Blatt zum Werkstück gezogen; sie vereint Längs- und Querschnitt. Die Tischkreissäge ist bei langen Längsschnitten im Vorteil.

Braucht sie eine Absaugung?

Dringend. Ohne Sauger liegt der Tisch voller Späne, das Werkstück liegt nicht mehr plan auf, und Holzstaub gilt als krebserzeugend.

Wie genau ist der Parallelanschlag?

Er gehört einmal nachgemessen: parallel zur Blattebene, vorn und hinten gleicher Abstand. Steht er hinten enger, klemmt das Werkstück – eine der häufigsten Rückschlagursachen.

Kann ich damit Nuten fräsen?

Mit abgesenktem Blatt und mehreren Durchgängen ja. Die Schutzhaube muss dafür abgenommen werden – arbeiten Sie dann besonders konzentriert und mit Niederhalter.

Video zum Thema

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