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Heimwerker-Berater

Fallschutzmatten

Haus & Bauvon Andreas4 Min. · 9 Abschnitte
Fallschutzmatten
Inhalt9 Abschnitte
  1. Was Fallschutzmatten sind
  2. Die kritische Fallhöhe
  3. Welche Stärke wofür
  4. Alternativen zur Matte
  5. Der Untergrund
  6. Verlegen Schritt für Schritt
  7. Innen: Matten für Spiel und Sport
  8. Pflege und Kontrolle
  9. Häufige Fragen

Fallschutzmatten dämpfen Stürze unter Schaukeln, Rutschen und Klettergerüsten. Entscheidend ist nicht die Weichheit, die man mit der Hand fühlt, sondern die geprüfte kritische Fallhöhe – also die Höhe, bis zu der ein Sturz auf die Matte keine schweren Kopfverletzungen erwarten lässt. Die Matte muss zu der Höhe passen, aus der tatsächlich jemand fallen kann.

Was Fallschutzmatten sind

Für draußen bestehen sie fast immer aus Gummigranulat, das mit einem Bindemittel zu Platten gepresst wird. Sie sind wasserdurchlässig, frostbeständig und rutschhemmend. Die Unterseite hat oft Noppen oder Kanäle, damit Wasser abläuft. Für innen gibt es weiche Schaumstoff- oder Puzzlematten, die als Spiel- und Turnunterlage dienen, aber keinen normgerechten Fallschutz für Geräte bieten.

Die Stärken reichen von etwa 2 cm für Wege und Laufflächen bis zu 8 oder 10 cm für höhere Geräte.

Fallschutzmatten auf einem Spielplatz
Fallschutzmatten auf einem Spielplatz | Foto: speedfighter17 / Depositphotos.com

Die kritische Fallhöhe

Die DIN EN 1177 beschreibt, wie die stoßdämpfende Wirkung eines Bodens geprüft wird. Das Ergebnis ist die kritische Fallhöhe in Metern. Seriöse Hersteller geben für jede Mattenstärke die geprüfte Fallhöhe an. Fehlt diese Angabe, ist die Matte für den Fallschutz unter Geräten nicht geeignet – egal, wie dick sie ist.

Die Sicherheitsnorm für Spielplatzgeräte, DIN EN 1176, verlangt ab einer freien Fallhöhe von 60 cm einen stoßdämpfenden Boden. Sie gilt für öffentliche Spielplätze. Für den eigenen Garten ist sie nicht verpflichtend, aber der beste Maßstab, den es gibt.

Welche Stärke wofür

Messen Sie die freie Fallhöhe: von der höchsten Stelle, auf der ein Kind stehen oder sitzen kann, bis zum Boden. Bei einer Schaukel ist das die höchste Sitzposition beim Schwingen, bei einem Klettergerüst die höchste Standfläche. Die Matte muss eine kritische Fallhöhe haben, die mindestens so groß ist. Bei vielen Gartengeräten liegt sie zwischen 1 und 2 m; die passende Stärke steht in der Herstellerangabe.

Wichtig ist auch die Fläche. Der Aufprallbereich reicht über das Gerät hinaus, bei Schaukeln deutlich nach vorn und hinten in Schwingrichtung. Eine Matte nur unter dem Gerät hilft wenig, wenn das Kind einen Meter daneben landet.

Alternativen zur Matte

Fallschutzmatten
  • Sauber, kein Einstreuen und Nachfüllen
  • Gleichbleibende Wirkung
  • Auch auf festen Flächen möglich
  • Höhere Anschaffungskosten
Schüttgut
  • Rindenmulch, Holzschnitzel, Sand oder Kies
  • Günstig, natürlich
  • Braucht eine Schichtdicke von rund 30 cm
  • Wird weggespielt, muss nachgefüllt und aufgelockert werden

Rasen dämpft nur bei geringen Fallhöhen ausreichend und wird unter Schaukeln schnell zur harten, blanken Erde.

Der Untergrund

Matten können auf festen oder auf sickerfähigen Untergründen liegen:

  • Feste Flächen wie Beton, Pflaster oder Asphalt brauchen ein leichtes Gefälle, damit das Wasser unter den Matten abläuft. Stehendes Wasser lässt die Matten aufschwimmen und verschieben.
  • Sickerfähige Flächen aus verdichtetem Schotter oder Splitt sind ideal. Rasen muss abgetragen und durch eine Tragschicht ersetzt werden, sonst sacken die Matten ungleichmäßig ein.

Der Untergrund muss eben sein. Jede Delle zeichnet sich ab und wird zur Stolperkante.

Verlegen Schritt für Schritt

  1. Fläche abstecken, inklusive Aufprallbereich.
  2. Untergrund vorbereiten. Grasnarbe abtragen, Schotter einbringen, verdichten, abziehen.
  3. Randeinfassung setzen, etwa mit Kantensteinen oder Holzpalisaden. Sie hält die Matten zusammen.
  4. Matten auslegen, in einer Ecke beginnend, im Verband oder mit Verbindern. Viele Systeme haben Steckdübel, die die Platten miteinander verbinden.
  5. Zuschneiden mit Stichsäge und feinem Blatt oder scharfem Messer.
  6. Auf festem Grund verkleben, wenn der Hersteller es vorsieht, mit Polyurethankleber für Gummigranulat.

Arbeiten Sie bei trockenem Wetter und Temperaturen über etwa 10 °C, wenn Kleber im Spiel ist.

Innen: Matten für Spiel und Sport

Im Kinderzimmer oder Fitnessraum geht es seltener um Stürze aus großer Höhe. Hier zählen Rutschfestigkeit, eine leicht abwischbare Oberfläche und Schadstoffarmut. Puzzlematten aus EVA-Schaum sind günstig und warm unter den Füßen, dämpfen aber nur leichte Stürze. Unter Kletterwänden und Turnringen im Haus gehören dicke Weichbodenmatten. Achten Sie bei Gummimatten für innen auf geruchsarme Produkte, und lüften Sie neue Matten vor dem Einsatz einige Tage.

Pflege und Kontrolle

Fegen Sie Laub und Sand regelmäßig ab, sonst verfilzen die Zwischenräume und das Wasser läuft nicht mehr ab. Kontrollieren Sie ein- bis zweimal im Jahr, ob Platten sich verschoben haben, Kanten hochstehen oder Stücke herausgerissen sind. Neue Matten riechen anfangs nach Gummi; das verfliegt draußen nach einigen Wochen.

Häufige Fragen

Was kosten Fallschutzmatten?

Dünne Einzelplatten gibt es unter 20 Euro. Für normgerecht geprüfte Platten mit größerer Stärke sollten Sie deutlich mehr je Quadratmeter einplanen.

Kann ich die Matten auf Rasen legen?

Nur vorübergehend. Auf Dauer wächst Gras durch, und die Matten sinken ein.

Welche Geräte brauchen Fallschutz?

Alles mit einer freien Fallhöhe über etwa 60 cm: Schaukeln, Klettergerüste, Spieltürme, Rutschen. Anregungen zum Eigenbau finden Sie bei Schaukelgestell aus Holz und Sandkasten selber bauen.

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