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Heimwerker-Berater

Proxxon 27088 Dekupiersäge DS 230/E

Werkzeugvon Christoph4 Min. · 9 Abschnitte
Inhalt9 Abschnitte
  1. Was eine Dekupiersäge macht
  2. Technische Daten
  3. Schnittleistung nach Material
  4. Im Vergleich
  5. Die Hubzahl nach Material
  6. Im Betrieb
  7. Typische Fehler
  8. Sägeblätter für die Dekupiersäge
  9. Häufige Fragen

Die Proxxon DS 230/E ist eine Tisch-Dekupiersäge für feine Arbeiten. Mit 3,3 Kilogramm lässt sie sich auf jeden Tisch stellen und wieder wegräumen – das unterscheidet sie von den stationären Geräten ihrer Art.

Was eine Dekupiersäge macht

Ein dünnes Sägeblatt bewegt sich senkrecht auf und ab, das Werkstück wird von Hand darüber geführt. Weil das Blatt so schmal ist, sind sehr enge Radien möglich – engere als mit jeder anderen Maschine.

Der zweite Vorteil: Innenausschnitte ohne Ansägen von der Kante. Das Blatt wird ausgehängt, durch ein Bohrloch gefädelt und wieder eingespannt.

Technische Daten

Leistungsaufnahme85 Watt
Hubzahl150 bis 2500 min⁻¹, stufenlos
Ausladung300 mm
Gewicht3,3 kg
Maße33 × 22 × 12,5 cm
SägebügelAluminium-Druckguss, quer verrippt
Blattführungmit Blasvorrichtung
Kopfteilhöhenverstellbar, drei Positionen

Schnittleistung nach Material

MaterialMaximale Stärke
Weichholz40 mm
Hartholz10 mm
Kunststoff, Platinen4 mm
NE-Metalle2 mm

Der Unterschied zwischen 40 mm Weichholz und 10 mm Hartholz ist kein Fehler, sondern typisch: Die Säge ist auf feine Arbeit ausgelegt, nicht auf Durchsatz.

Die Ausladung von 300 mm ist das andere Maß, das zählt. Sie gibt an, wie weit ein Werkstück zwischen Blatt und Bügel hineinreicht – also wie groß eine Platte höchstens sein darf.

Im Vergleich

Proxxon DS 230/EProxxon DSH
Leistung85 W205 W
Hubzahl150–2500 min⁻¹, stufenloszwei Gänge
Sägehub—19 mm
Ausladung300 mm400 mm
Weichholz40 mm50 mm
Kunststoff4 mm30 mm
NE-Metall2 mm10 mm
Gewicht3,3 kg18 kg
KlasseModellbau, FeinmechanikWerkstatt, Dauerbetrieb

Für Modellbau, Intarsien und Laubsägearbeiten ist die kleine DS 230/E richtig. Wer dickeres Material oder Serien sägt, greift zur DSH. Grundlagen unter Dekupiersäge.

Die Hubzahl nach Material

  • Hoch (bis 2500): Weichholz, Sperrholz.
  • Mittel: Hartholz, dickere Platten.
  • Niedrig (ab 150): Kunststoff und Metall. Zu schnell schmilzt Kunststoff und verklebt das Blatt; Metall glüht aus.

Die stufenlose Regelung ist bei dieser Bauart wichtiger als die Wattzahl.

Im Betrieb

Blattspannung prüfen. Ein schlaffes Blatt verläuft und bricht. Richtig gespannt gibt es beim Anzupfen einen hellen Ton.

Werkstück flach aufliegen lassen und mit beiden Händen führen. Hebt es sich beim Aufwärtshub, klappert es – dann ist die Niederhalterfeder zu locker.

Langsam in Kurven. Das Blatt schneidet nur vorwärts; wer zu schnell dreht, verkantet und bricht es.

Blasvorrichtung nutzen. Sie hält den Anriss frei – ohne Sicht auf die Linie sägt niemand genau.

Typische Fehler

  • Blatt zu locker gespannt. Es verläuft und bricht – richtig gespannt gibt es beim Anzupfen einen hellen Ton.
  • Zu schnell in engen Kurven. Das Blatt schneidet nur vorwärts.
  • Zu grobes Blatt für den Radius. Es verkantet und bricht.
  • Hohe Hubzahl bei Kunststoff. Das Material schmilzt und verklebt.
  • Kopfteil nicht angepasst. Die Blattführung sitzt dann zu weit vom Werkstück und das Blatt wandert aus.

Sägeblätter für die Dekupiersäge

Das Blatt bestimmt hier mehr als bei jeder anderen Säge, was möglich ist – es ist nur wenige Zehntelmillimeter dick.

BlattnummerBreiteKleinster RadiusMaterial
2/0 bis 0sehr feinca. 2 mmFurnier, Intarsien, Platinen
1 bis 3feinca. 4 mmSperrholz bis 6 mm
5 bis 7mittelca. 8 mmMassivholz bis 20 mm
9 bis 12grobab 15 mmdickes Holz, gerade Schnitte

Je feiner das Blatt, desto enger der Radius – und desto langsamer der Vorschub. Wer mit einem groben Blatt einen engen Bogen fahren will, verkantet es und bricht es.

Blätter mit Querstift lassen sich schneller wechseln, Blätter ohne (Standardlaubsägeblätter) sind feiner und deutlich günstiger. Für Innenausschnitte, bei denen das Blatt ohnehin ausgehängt wird, sind sie die bessere Wahl.

Spiralblätter schneiden in alle Richtungen. Das klingt praktisch, ergibt aber eine breitere Schnittfuge und eine rauere Kante – sie sind ein Notbehelf, kein Ersatz.

Häufige Fragen

Welche Sägeblätter passen?

Alle handelsüblichen Laubsägeblätter. Feine Blätter für enge Radien, gröbere für dickeres Material – bei Metall gilt wie überall: mindestens drei Zähne müssen gleichzeitig greifen.

Reichen 85 Watt?

Für die angegebenen Materialstärken ja. Bei dieser Bauart begrenzt das dünne Blatt den Vorschub, nicht der Motor.

Wofür sind die drei Kopfpositionen?

Sie passen die Blattführung an unterschiedliche Materialstärken an. Richtig eingestellt führt der obere Teil das Blatt möglichst nah am Werkstück – das verhindert Auswandern.

Kann ich Metall sägen?

Buntmetalle bis 2 mm, mit niedriger Hubzahl und feinem Blatt. Stahl ist nicht vorgesehen.

Warum brechen meine Blätter ständig?

Meist zu geringe Spannung oder zu schnelles Drehen in engen Kurven. Dritthäufigste Ursache: ein zu grobes Blatt für den Radius.

Wie spanne ich ein Blatt richtig?

So fest, dass es beim Anzupfen einen hellen Ton gibt. Ein dumpfer Ton bedeutet zu wenig Spannung – das Blatt verläuft dann und bricht früher.

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