Trockenschüttung

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Eine Trockenschüttung ist ein loses, rieselfähiges Granulat, das unter Trockenestrich Unebenheiten ausgleicht, Leitungen überdeckt und nebenbei dämmt. Sie macht aus einem krummen Altbauboden eine ebene Fläche, ohne dass Wasser ins Haus kommt – und wiegt dabei nur einen Bruchteil eines Nassestrichs.
Wozu man sie braucht
- Unebene Rohdecken ausgleichen, vor allem Holzbalkendecken mit durchhängenden Feldern.
- Leitungen und Rohre auf dem Rohboden überdecken.
- Aufbauhöhe herstellen, um an einen bestehenden Boden oder eine Türschwelle anzuschließen.
- Wärme- und Trittschalldämmung verbessern.
- Gewicht sparen, wo die Decke keinen schweren Estrich trägt.

Die Materialien
| Blähton | Gebrannte Tonkügelchen, druckfest, nicht brennbar (A1). Schüttdichte um 300–400 kg/m³. |
| Perlite | Aufgeblähtes Vulkangestein, sehr leicht (um 90 kg/m³), gut dämmend, nicht brennbar. Oft bitumiert gegen Staub und Feuchte. |
| Blähschiefer | Ähnlich wie Blähton, kantiger, verzahnt sich stärker. |
| Mineralische Ausgleichsschüttung | Spezielle Systemschüttungen der Trockenestrich-Hersteller, abgestimmt auf die Platten. |
| Sand oder Splitt | Schwer, für Trittschall in Wabensystemen auf Holzbalkendecken. |
Die Körnung entscheidet mit. Feinere Körnungen wie 0–4 mm lassen sich dünner und glatter abziehen, gröbere wie 4–8 mm sind druckfester, brauchen aber mehr Mindesthöhe. Halten Sie sich an die Schüttung, die der Hersteller Ihrer Trockenestrichplatten für sein System vorsieht.
Wie viel Sie brauchen
Die Rechnung ist einfach: 1 Liter Schüttung je Quadratmeter und Millimeter Höhe, also 10 Liter je Quadratmeter und Zentimeter. Ein 50-Liter-Sack reicht damit für 1 m² in 5 cm Höhe oder für 5 m² in 1 cm Höhe.
Bei einem unebenen Boden messen Sie die mittlere Höhe – am tiefsten und am höchsten Punkt, dazu einige Stellen dazwischen – und rechnen 10 bis 15 % Zuschlag, weil sich die Schüttung beim Abziehen etwas setzt.
Das Gewicht: Blähton bringt bei 400 kg/m³ rund 4 kg je Quadratmeter und Zentimeter, Perlite nur etwa 1 kg. Ein Zementestrich wiegt zum Vergleich rund 20 kg je Quadratmeter und Zentimeter.
Mindest- und Höchsthöhe
Die meisten Systeme verlangen mindestens etwa 10 mm Schüttung an der dünnsten Stelle, damit die Platten satt aufliegen. Über Rohren ist ebenfalls eine Überdeckung von mindestens 10 mm üblich. Nach oben begrenzen die Hersteller die Höhe ungebundener Schüttungen, häufig auf einige Zentimeter; darüber werden Dämmplatten eingelegt oder eine gebundene Schüttung verwendet, die nicht nachgibt.
Einbringen Schritt für Schritt
- Untergrund vorbereiten. Auf Holzbalkendecken Rieselschutzpapier auslegen, auf Beton eine PE-Folie. Lose Dielen verschrauben.
- Randdämmstreifen setzen an allen Wänden und Durchdringungen.
- Höhe festlegen und an der Wand anzeichnen, mit Laser oder Schlauchwaage.
- Lehren legen: Zwei Abziehschienen oder Latten im Abstand von etwa einer Latte breit auf genaue Höhe ausrichten und ins Schüttgut betten.
- Schüttung einfüllen und mit einer geraden Latte über die Lehren abziehen.
- Lehren herausnehmen und die Rinnen vorsichtig nachfüllen.
- Nicht betreten. Die Estrichplatten werden von der fertigen Fläche aus verlegt, beginnend an der Wand gegenüber der Tür.
Ein Hilfsmittel: Legen Sie beim Verlegen Laufplatten auf die Schüttung, sonst hinterlässt jeder Schritt eine Mulde, die sich später als Knarzstelle bemerkbar macht.
Was sie nicht kann
Eine Trockenschüttung ist nicht wasserfest in dem Sinn, dass sie Nässe abhält. Sie nimmt zwar selbst kaum Wasser auf, leitet aber Feuchtigkeit von unten weiter. In Kellern mit feuchter Sohle gehört eine Abdichtung darunter. Auch als alleinige Wärmedämmung gegen Erdreich reicht sie nicht; dafür sind Dämmplatten nötig. Wie man den Kellerboden gegen Feuchtigkeit schützt, steht bei Kellerboden abdichten.
Typische Fehler
- Ohne Rieselschutz auf Dielen. Die Schüttung rieselt durch die Fugen in die Decke und hinterlässt Hohlstellen.
- Zu dünn an den Hochpunkten. Die Platten liegen dort direkt auf und kippeln.
- Mehrere Tage offen liegen gelassen. Staub, Werkzeug und Schritte ruinieren die Ebenheit.
- Falsche Schüttung zum System. Die Herstellerangaben zur Belastbarkeit gelten dann nicht.
Schüttung und Schallschutz
In alten Holzbalkendecken ist die Trittschalldämmung oft schwach. Leichte Schüttungen wie Perlite helfen dabei kaum, weil Schallschutz vor allem über Masse funktioniert. Wer den Trittschall deutlich verbessern will, braucht Gewicht, etwa eine Wabenmatte mit Sand oder Splitt, und darüber Trockenestrich mit Dämmung. Das ist ein Zielkonflikt mit der Tragfähigkeit der Decke, den im Zweifel ein Statiker auflöst.
Häufige Fragen
Kann ich Trockenschüttung sofort belasten?
Nicht direkt. Sie wird erst mit dem Trockenestrich darüber belastbar, dann aber sofort, ohne Trockenzeit.
Welche Schüttung ist die beste?
Die, die Ihr Plattenhersteller vorsieht. Blähton ist robust und vielseitig, Perlite leichter und besser dämmend.
Muss die Schüttung verdichtet werden?
Das hängt vom Produkt ab. Manche Systemschüttungen werden nach dem Abziehen leicht angedrückt, andere ausdrücklich nicht. Blähton setzt sich unter Last kaum. Wer unsicher ist, fragt beim Hersteller nach oder hält sich an dessen Verlegeanleitung, die meist auf dem Sack steht.
Kann ich Sand statt Schüttung nehmen?
Als Ausgleich unter Trockenestrich ist trockener Sand möglich, aber schwer und kaum dämmend. Nur verwenden, wenn die Decke das Gewicht trägt und das System es erlaubt.


