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Heimwerker-Berater

Weichwasseranlage

Haus & Bauvon Christoph5 Min. · 11 Abschnitte
Weichwasseranlage
Inhalt11 Abschnitte
  1. Wie hart ist Ihr Wasser?
  2. So funktioniert der Ionenaustauscher
  3. Nicht auf null enthärten
  4. Natrium im Trinkwasser
  5. Einbau
  6. Salzverbrauch und Betrieb
  7. Wartung ist Pflicht
  8. Die Kosten im Überblick
  9. Was sie bringt – und was nicht
  10. Alternativen ohne Salz
  11. Häufige Fragen

Eine Weichwasseranlage entfernt Kalzium und Magnesium aus dem Leitungswasser und schützt so Rohre, Boiler, Armaturen und Geräte vor Kalk. Sie arbeitet fast immer nach dem Prinzip des Ionenaustauschs und braucht dafür Regeneriersalz. Ob sie sich lohnt, entscheidet allein die Wasserhärte vor Ort – in weichen Regionen ist sie herausgeworfenes Geld, in harten Gegenden spart sie Entkalker, Energie und Reparaturen.

Wie hart ist Ihr Wasser?

Die Härte steht in der Trinkwasseranalyse Ihres Wasserversorgers, meist auf dessen Internetseite oder auf Nachfrage. Angegeben wird sie in Grad deutscher Härte (°dH) oder in Millimol Calciumcarbonat je Liter.

Härtebereich°dHmmol/l
weichunter 8,4unter 1,5
mittel8,4–141,5–2,5
hartüber 14über 2,5

Unter 14 °dH ist eine Enthärtungsanlage im Einfamilienhaus selten wirtschaftlich. Ab etwa 14 °dH und besonders ab 20 °dH merkt man den Kalk deutlich: Heizstäbe verkalken, Duschköpfe setzen sich zu, Fliesen und Glas bekommen weiße Ränder.

So funktioniert der Ionenaustauscher

Im Behälter liegt ein Harz aus winzigen Kunststoffkügelchen, die mit Natrium-Ionen beladen sind. Fließt hartes Wasser hindurch, bleiben Calcium und Magnesium am Harz hängen, und Natrium geht dafür ins Wasser. Irgendwann ist das Harz erschöpft. Dann spült die Anlage es mit konzentrierter Salzlösung (Sole): Das Natrium verdrängt den Kalk wieder, und die Lauge geht in den Abwasserkanal. Dieser Vorgang heißt Regeneration.

Moderne Anlagen regenerieren mengengesteuert, also nach der tatsächlich verbrauchten Wassermenge. Pendel- oder Doppelanlagen haben zwei Harzbehälter und liefern auch während der Regeneration weiches Wasser.

Ist eine Weichwasseranlage sinnvoll?
Ist eine Weichwasseranlage sinnvoll? … Ja! | Foto: Goldfinch4ever / Depositphotos.com

Nicht auf null enthärten

Völlig weiches Wasser ist kein Ziel. Es greift metallische Leitungen stärker an, schmeckt fad und enthält mehr Natrium. Die Anlage wird deshalb mit einem Verschneideventil eingestellt, das enthärtetes und hartes Wasser mischt. Üblich ist eine Resthärte von etwa 6 bis 8 °dH. Damit bleibt der Kalkschutz wirksam, und die Leitungen behalten eine schützende Deckschicht.

Natrium im Trinkwasser

Für jedes entfernte Grad deutscher Härte steigt der Natriumgehalt um etwa 8 mg je Liter. Wer von 24 auf 8 °dH enthärtet, fügt also rund 130 mg Natrium je Liter hinzu. Die Trinkwasserverordnung erlaubt höchstens 200 mg je Liter, und das Ausgangswasser enthält meist schon etwas. Gesunde Erwachsene nehmen über Salz in der Nahrung ein Vielfaches davon auf. Für Säuglingsnahrung und für Menschen, die natriumarm essen sollen, kann man eine Kaltwasser-Zapfstelle in der Küche vor der Anlage abzweigen lassen.

Einbau

Die Anlage sitzt im Keller direkt hinter dem Wasserzähler und einem Feinfilter, damit Sand das Harz nicht verstopft. Sie braucht einen Stromanschluss, einen Abwasseranschluss mit freiem Auslauf und genug Platz für den Salzvorrat. Anlagen sollten nach DIN EN 14743 und DIN 19636-100 geprüft sein; ein DVGW-Zeichen zeigt das an.

Den Anschluss an die Trinkwasserinstallation darf nur ein beim Wasserversorger eingetragenes Installationsunternehmen vornehmen. Das hat mit Hygiene zu tun: Eine falsch eingebundene Anlage kann Rückfluss verursachen oder zur Keimquelle werden.

Salzverbrauch und Betrieb

Verwendet wird ausschließlich Regeneriersalz in Tablettenform nach DIN EN 973, kein Streu- oder Speisesalz mit Zusätzen. Wie viel davon verbraucht wird, hängt von Wasserhärte und Menge ab. Ein Vier-Personen-Haushalt mit hartem Wasser kommt grob auf 50 bis 150 kg Salz im Jahr, also zwei bis sechs Säcke à 25 kg.

Der Betreiber, also Sie, prüft regelmäßig den Salzvorrat und die eingestellte Resthärte. Ein Wassertest-Set aus dem Aquarien- oder Sanitärbedarf misst die Härte in einer Minute.

Wartung ist Pflicht

Eine Enthärtungsanlage ist Teil der Trinkwasserinstallation und muss regelmäßig gewartet werden, in Privathaushalten mindestens einmal im Jahr durch einen Fachkundigen. Dabei werden Harz, Ventile, Solebehälter und Desinfektion geprüft. Eine Anlage, die monatelang ohne Salz oder ohne Wartung läuft, kann verkeimen. Rechnen Sie für die Wartung mit etwa 100 bis 200 Euro im Jahr.

Die Kosten im Überblick

Anlage für ein Einfamilienhausetwa 1.000–3.000 Euro
Einbau durch den Installateureinige Hundert Euro, je nach Aufwand
Salzgrob 50–100 Euro im Jahr
Wartung100–200 Euro im Jahr
Wasser und Stromgering, einige Hundert Liter je Regeneration

Kleine Filterkartuschen für Kaffeemaschine oder Dusche, die es ab etwa 50 Euro gibt, sind keine Weichwasseranlage im eigentlichen Sinn. Sie enthärten nur eine einzelne Zapfstelle und müssen regelmäßig getauscht werden.

Was sie bringt – und was nicht

Dafür: Kein Kalk in Boiler, Durchlauferhitzer, Wasch- und Spülmaschine, weniger Wasch- und Reinigungsmittel, sauberere Armaturen und Duschwände, längere Lebensdauer von Geräten. Bei stark verkalkendem Wasser bleibt die Warmwasserbereitung effizient.

Dagegen: Anschaffung, Wartung und Salz kosten Geld, die Anlage braucht Platz, und die Regeneration belastet das Abwasser mit Salz. Die Wirkung beschränkt sich außerdem auf das, was hinter der Anlage angeschlossen ist – der Gartenanschluss wird meist bewusst davor abgezweigt.

Alternativen ohne Salz

Sogenannte Kalkschutzanlagen ohne Salz enthärten nicht, sondern verändern die Kalkbildung, etwa durch Impfkristalle. Der Kalk bleibt im Wasser, soll sich aber weniger festsetzen. Die Wirkung ist schwächer und hängt vom Verfahren ab. Magnetische und elektronische Geräte zum Aufklemmen haben in unabhängigen Untersuchungen meist wenig gezeigt. Die Unterschiede erklären die Beiträge Kalkschutzanlage, Entkalkungsanlage ohne Salz und Wasserentkalkungsanlage.

Häufige Fragen

Kann ich weiches Wasser trinken?

Ja. Richtig eingestellte Anlagen liefern Trinkwasser, das alle Grenzwerte einhält. Nur für Säuglingsnahrung ist Wasser vor der Anlage die bessere Wahl.

Brauche ich weniger Waschmittel?

Ja. Die Dosierempfehlung auf der Packung richtet sich nach dem Härtebereich. Bei weichem Wasser reicht die niedrigste Dosierung.

Was passiert, wenn das Salz ausgeht?

Die Anlage liefert dann nach kurzer Zeit wieder hartes Wasser. Schädlich ist das nicht sofort, aber das Harz sollte nicht dauerhaft ohne Regeneration bleiben.

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