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Heimwerker-Berater

Kress 06012608 1400 DS Duo-Säge / 1400 Watt Duo-Säge 1400 Watt

Werkzeugvon Christoph4 Min. · 7 Abschnitte
Inhalt7 Abschnitte
  1. Technische Daten
  2. Die zwei Betriebsarten
  3. Beim Werkzeugwechsel
  4. Sicher arbeiten
  5. Typische Fehler
  6. Kette schärfen und wechseln
  7. Häufige Fragen

Die Kress 1400 DS ist eine Duo-Säge: Ein Grundgerät nimmt wahlweise ein Kreissägeblatt oder ein Kettenschwert auf. Damit deckt sie zwei sonst getrennte Werkzeuge ab – der klassische Fall bei Zimmermannsarbeiten, wo beides gebraucht wird.

Technische Daten

Leistungsaufnahme1400 Watt
Schnittgeschwindigkeit12,6 m/s
WerkzeugeKreissägeblatt oder Kettenschwert
AusstattungZusatzhandgriff
Bestellnummer06012608

Die 12,6 Meter je Sekunde sind für eine Kreissäge niedrig – übliche Handkreissägen liegen bei 40 bis 60 m/s. Das ist Absicht: Die geringe Schnittgeschwindigkeit ist Voraussetzung für den Kettenbetrieb, denn eine Sägekette darf nicht mit Kreissägendrehzahl laufen.

Für die Kreissägenfunktion bedeutet das einen langsameren Vorschub als bei einer reinen Handkreissäge. Wer beides vergleicht, sollte das wissen.

Die zwei Betriebsarten

KreissägeblattKettenschwert
Schnittbildglatt, rechtwinkligrau, für Konstruktionsholz ausreichend
Stärkegerade Schnitte, Brettertiefe Schnitte, Balken, Ausklinkungen
Schnitttiefebegrenzt durch Blattdurchmesserdeutlich tiefer
Typisch fürSchalung, LattenZapfen, Kerven, Sparrenköpfe

Der Gewinn liegt im Balkenbau. Ein Kantholz, das für die Handkreissäge zu dick ist, lässt sich mit dem Kettenschwert in einem Durchgang trennen – ohne eine zweite Maschine auf die Baustelle zu schleppen.

Beim Werkzeugwechsel

Netzstecker ziehen. Nicht nur ausschalten.

Kettenspannung kalt prüfen. Die Kette soll sich in Schwertmitte wenige Millimeter abheben lassen und von Hand durchziehbar bleiben. Warm gedehnt wirkt jede Kette locker – wer dann nachspannt, hat sie kalt zu straff.

Schmierung sicherstellen. Eine trockene Kette frisst sich in Minuten fest und zerstört das Schwert.

Drehrichtung beachten. Sowohl Blatt als auch Kette haben eine vorgeschriebene Laufrichtung; verkehrt herum montiert schneidet nichts und die Belastung geht auf das Getriebe.

Spaltkeil im Kreissägenbetrieb. Er hält den Schnitt hinter dem Blatt offen und verhindert Rückschlag.

Sicher arbeiten

Beide Hände an der Maschine. Der Zusatzhandgriff ist nicht optional – bei 1400 Watt und Kettenbetrieb entstehen erhebliche Reaktionskräfte.

Werkstück festlegen. Ein wanderndes Kantholz ist die häufigste Ursache für verkantete Schnitte.

Nicht mit der Schwertspitze ansetzen. Wie bei jeder Kettensäge führt das zum Rückschlag nach oben.

Keine Handschuhe, kein loses Gewand, dafür Schutzbrille und Gehörschutz.

Typische Fehler

  • Kette warm nachgespannt. Kalt ist sie dann zu straff, läuft heiß und dehnt sich weiter – bis sie reißt oder das Schwert beschädigt.
  • Ohne Spaltkeil im Kreissägenbetrieb. Gewachsenes Holz schließt den Schnitt hinter dem Blatt und schlägt zurück.
  • Mit der Schwertspitze angesetzt. Führt zum Rückschlag nach oben, wie bei jeder Kettensäge.
  • Werkstück nicht festgelegt. Ein wanderndes Kantholz verkantet die Maschine.
  • Kettenöl vergessen. Eine trockene Kette frisst sich in Minuten fest.

Kette schärfen und wechseln

Die Kette ist Verbrauchsmaterial und bestimmt das Arbeitsergebnis stärker als die Maschine.

Stumpf erkennen: Es entsteht feines Mehl statt Spänen, die Maschine muss gedrückt werden, und der Schnitt zieht zur Seite. Eine stumpfe Kette ist nicht nur langsam – sie verläuft und erhöht die Gefahr des Verkantens deutlich.

Schärfen mit Rundfeile im vorgegebenen Durchmesser und im vorgegebenen Winkel. Jeder Zahn bekommt dieselbe Anzahl Züge, sonst wird die Kette ungleich und zieht dauerhaft in eine Richtung. Nach mehreren Schärfgängen muss zusätzlich der Tiefenbegrenzer nachgefeilt werden – sonst greifen die Zähne nicht mehr.

Wechseln, wenn die Zähne auf ein Drittel ihrer Ursprungslänge abgefeilt sind oder wenn Risse sichtbar werden.

Schwert mitbeurteilen. Die Nut nutzt sich mit; ist sie ausgeweitet, steht die Kette schief und der Schnitt wird schief mit. Kette und Schwert werden deshalb sinnvollerweise zusammen getauscht.

Vor jedem Einsatz: Spannung kalt prüfen, Ölstand kontrollieren, Nut von Spänen befreien.

Häufige Fragen

Ersetzt sie Handkreissäge und Kettensäge?

Für Zimmermannsarbeiten auf der Baustelle kommt sie nah heran. Wer feine Möbelschnitte braucht, ist mit einer Tauchsäge besser bedient; wer Brennholz macht, mit einer richtigen Kettensäge.

Warum ist die Schnittgeschwindigkeit so niedrig?

Weil dieselbe Drehzahl für beide Werkzeuge gilt. Eine Sägekette darf nicht mit Kreissägendrehzahl laufen – der Kompromiss geht zulasten der Kreissägenfunktion.

Welche Kette passt?

Schwert und Kette sind modellgebunden. Beim Nachkauf auf Teilung, Treibgliedzahl und Nutbreite achten – die Angaben stehen auf dem Schwert.

Wie oft muss ich schärfen?

Sobald feines Mehl statt Späne entsteht und man drücken muss. Eine stumpfe Kette verläuft und erhöht die Rückschlaggefahr erheblich.

Lohnt sie sich für Heimwerker?

Bei einem größeren Holzbauprojekt – Carport, Gartenhaus – spart sie einen Maschinengang. Für gelegentliche Zuschnitte ist eine gute Handkreissäge die günstigere und feinere Lösung.

Wie pflege ich die Maschine sonst?

Lüftungsschlitze nach jedem Einsatz ausblasen, Kabel am Gehäuseaustritt auf Knickstellen prüfen, Kohlebürsten bei Funkenflug und Leistungsabfall tauschen. Trocken lagern, am besten im Koffer.

Kann ich mit einem Blatt beide Funktionen abdecken?

Nein. Kreissägeblatt und Kettenschwert sind getrennte Werkzeuge; der Wechsel gehört zum Arbeitsablauf. Wer nur eine Funktion braucht, fährt mit einem Einzweckgerät besser.

Wie lagere ich das Kettenschwert?

Gereinigt, leicht geölt und getrennt von der Maschine. Eine Kette, die monatelang trocken auf dem Schwert sitzt, setzt Flugrost an und läuft danach schwer.

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