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Heimwerker-Berater

Powerplus POWX0477 im Test

Werkzeugvon Christoph4 Min. · 10 Abschnitte
Powerplus POWX0477 im Test
Inhalt10 Abschnitte
  1. Die Daten im Überblick
  2. Zwei Teller, zwei Aufgaben
  3. Was die Länge bringt
  4. Absaugung: nicht optional
  5. Die richtige Körnung
  6. So schleifen Sie Gipskarton
  7. Typische Fehler
  8. Vorher kommt die Spachtelung
  9. Einordnung
  10. Häufige Fragen

Der Powerplus POWX0477 ist ein Trockenbauschleifer mit Teleskopstiel – auch Langhalsschleifer, Deckenschleifer oder Schleifgiraffe genannt. Er schleift gespachtelte Gipskartonwände und -decken, damit anschließend tapeziert oder gestrichen werden kann. Die Besonderheit: Zum runden Teller für die Fläche gibt es einen dreieckigen für Ecken, beide im Lieferumfang. Dieser Beitrag ordnet die Herstellerangaben ein; einen eigenen, belegbaren Praxistest gibt es dazu nicht.

Die Daten im Überblick

Leistung710 W
Spannung230–240 V
Schleifteller rundØ 225 mm
Schleifteller dreieckig285 × 285 × 285 mm
Längeca. 110–165 cm, Teleskop
Gewicht7,1 kg
Absaugschlauch4 m, drei Adapter
Kabel4 m
Drehzahlstufenlos regelbar
Zubehör6 Schleifblätter (je 3 rund und dreieckig) in K60, K100, K240; Tragetasche
Powerplus POWX0477
Powerplus POWX0477

Zwei Teller, zwei Aufgaben

Der runde Teller mit 225 mm ist das Standardmaß bei Langhalsschleifern. Er arbeitet auf der Fläche, gleitet gleichmäßig und hinterlässt bei richtiger Führung keine Kanten. Für Ecken und Anschlüsse an Decke und Wand ist er aber ungeeignet, weil er nicht bis in die Kante kommt.

Der dreieckige Teller erreicht Innenecken und Wandanschlüsse. Er ist größer als der runde, arbeitet dadurch auch auf der Fläche zügig, braucht aber mehr Kontrolle, weil die Spitzen leichter einhaken. Beide Teller werden per Klett gewechselt.

Was die Länge bringt

Mit dem ausgezogenen Teleskop auf 1,65 m erreichen Sie nach Herstellerangabe Decken bis etwa 3,50 m Höhe, ohne Leiter oder Gerüst. Ein Zusatzgriff am Stiel hilft, das Gerät bei voller Länge zu führen. Das Gewicht von 7,1 kg ist für einen Langhalsschleifer normal, bei Deckenarbeit aber spürbar. Rechnen Sie mit Pausen; eine ganze Decke am Stück fordert Schultern und Rücken.

Absaugung: nicht optional

Gipsstaub ist extrem fein. Ohne Absaugung liegt er nach einer Stunde in jeder Ritze des Hauses und in den Atemwegen. Der Schleifer hat einen Absaugkanal mit 4-m-Schlauch und drei Anschlussgrößen für verschiedene Sauger. Geeignet ist ein Baustaubsauger mit Filterabreinigung – im Originalbeitrag wurde dafür ein sogenannter Klopfsauger empfohlen, dessen Filter automatisch freigeklopft wird. Ein normaler Staubsauger setzt sich nach wenigen Minuten zu. Zusätzlich eine FFP2-Maske tragen.

Die richtige Körnung

Die beiliegenden Körnungen passen zu den typischen Arbeitsschritten:

  • K60 für grobe Spachtelgrate, Übergänge und alte Farbreste. Mit Vorsicht, auf Gipskarton hinterlässt sie schnell Riefen.
  • K100 für den normalen Zwischenschliff der Spachtelmasse.
  • K240 für den Feinschliff vor dem Streichen, besonders bei Qualitätsstufe Q3 und Q4.

Zusätzliche Blätter bekommen Sie im Handel; achten Sie auf den Lochrand, damit die Absaugung funktioniert. Mehr zur Technik steht bei Rigips schleifen.

Powerplus POWX0477
Powerplus POWX0477

So schleifen Sie Gipskarton

  1. Spachtel vollständig trocknen lassen, je nach Schichtdicke und Raumklima mindestens einen Tag.
  2. Streiflicht aufstellen, zum Beispiel einen Baustrahler flach zur Wand. Erst im Streiflicht sieht man Unebenheiten.
  3. Niedrige Drehzahl zum Start, dann steigern, bis der Teller ruhig läuft.
  4. Teller flach auflegen und in großen Bögen oder Bahnen führen. Nie an einer Stelle stehen bleiben.
  5. Kaum Druck. Das Gewicht des Kopfes und der Unterdruck der Absaugung reichen.
  6. Ecken zum Schluss mit dem dreieckigen Teller.

Typische Fehler

  • Zu viel Druck. Der Teller schleift Mulden in die Spachtelung oder durch den Karton.
  • Teller verkantet. Die Kante schleift Rillen. Immer flach halten.
  • Zu grobe Körnung zum Schluss. Riefen zeichnen sich durch die Farbe ab.
  • Ohne Absaugung. Der Staub ist nicht nur lästig, er setzt auch das Schleifblatt sofort zu.

Vorher kommt die Spachtelung

Kein Schleifer rettet eine schlechte Spachtelung. Der Trockenbau kennt vier Qualitätsstufen: Q1 schließt nur Fugen und Schraubköpfe, Q2 ist der Standard für Raufaser und strukturierte Beläge, Q3 und Q4 sind für glatte Anstriche und Streiflicht gedacht. Je höher die Stufe, desto dünner und breiter wird gespachtelt – und desto feiner muss geschliffen werden. Wer grob spachtelt und hofft, den Rest mit dem Schleifer wegzunehmen, schleift am Ende durch den Karton. Besser ist es, in mehreren dünnen Lagen zu spachteln und zwischen den Lagen nur leicht zu schleifen. Dann genügt beim Endschliff der feine Teller mit K240, und das Gerät muss kaum Material abtragen.

Einordnung

Der POWX0477 gehört zur günstigen Heimwerkerklasse. Für ein Einfamilienhaus oder eine Dachgeschosswohnung ist das eine vernünftige Wahl, zumal beide Teller dabei sind, die bei anderen Geräten oft extra kosten. Wer jeden Tag schleift, greift zu einem Profigerät mit geringerem Gewicht und robusterem Kopf. Vergleichbare Geräte sind der Einhell TC-DW 225 und der Langhalsschleifer allgemein.

Häufige Fragen

Kann ich damit auch Putz schleifen?

Feinputz und Spachtelmasse ja. Für harten Kalkzementputz oder Beton ist ein Betonschleifer mit Diamanttopf das richtige Werkzeug.

Muss ich tapezieren oder streichen?

Beides geht nach dem Schleifen. Für einen glatten Anstrich braucht es eine sorgfältige Spachtelung und den feinen Schliff mit K240.

Wie verstaue ich das Gerät?

Der Stiel lässt sich zusammenklappen, und das Gerät passt in die mitgelieferte Tasche.

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