Glas lackieren - So geht das!

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Glas ist glatt, dicht und fettet beim Anfassen sofort ein – kein freundlicher Untergrund für Farbe. Mit dem passenden Glaslack und gründlicher Entfettung hält die Farbe trotzdem, auf Vasen, Windlichtern, Vorratsgläsern oder Schranktüren. Spülmaschinenfest und hitzebeständig wird sie aber nur mit Produkten, die genau das ausdrücklich versprechen.
Was sich lackieren lässt
Geeignet sind dekorative Glasgegenstände: Vasen, Windlichter, Flaschen, Einmachgläser, Bilderrahmenglas, Glaseinsätze in Möbeln und Türen, Spiegelrückseiten für Bastelprojekte. Auch Fensterscheiben lassen sich mit Glasmalfarbe gestalten, etwa für Sichtschutz oder Dekoration, die später wieder abgelöst werden soll.
Nicht lackieren sollten Sie Trinkränder und Innenflächen von Gläsern, die mit Lebensmitteln in Berührung kommen, Kaminscheiben, Backofentüren und Glas, das stark erhitzt wird. Dort verbrennt oder löst sich die Farbe, im schlimmsten Fall mit Stoffen, die man nicht im Essen haben will.
Welche Farben es gibt
| Farbe | Eigenschaft | Typischer Einsatz |
| Glasmalfarbe auf Wasserbasis | transparent oder deckend, teilweise im Backofen einzubrennen | Dekoration, Geschirr außen, Bastelarbeiten |
| Glaslack auf Lösemittelbasis | robuster, gut haftend, riecht stark | Möbelglas, dauerhafte Gestaltung |
| Sprühlack für Glas | gleichmäßige Flächen, auch Milchglas- und Frost-Effekt | große Flächen, Sichtschutz |
| Fensterfarbe zum Abziehen | trocknet zu einer Folie, rückstandslos entfernbar | Kinderbasteln, Fensterbilder |
Normaler Acryllack aus dem Baumarkt haftet auf Glas nur mäßig und lässt sich mit dem Fingernagel oft wieder abkratzen. Autolack hält mit passender Haftgrundierung besser, ist aber auf Blech ausgelegt und für Dekorglas unnötig aufwendig.
Was Sie brauchen
- Glasmalfarbe, Glaslack oder Sprühlack, gegebenenfalls Haftgrund für Glas
- Spiritus oder Isopropanol, fusselfreie Tücher
- Feine Pinsel, Schwämmchen oder Schaumstoffrolle
- Abklebeband, Schablonen, Konturenpaste für Effekte
- Handschuhe, damit keine Fingerabdrücke auf die entfettete Fläche kommen
- bei Sprühlack eine Lackiermaske und gute Lüftung
Schritt für Schritt
- Reinigen. Etiketten und Kleberreste entfernen, das Glas mit Spülmittel waschen und trocknen.
- Entfetten. Die ganze Fläche mit Spiritus oder Isopropanol abwischen. Danach nicht mehr mit bloßen Fingern anfassen – ein einziger Fingerabdruck reicht, damit die Farbe dort perlt.
- Abkleben. Flächen, die frei bleiben sollen, mit Klebeband oder Schablonen abdecken.
- Erste Schicht dünn. Mit Pinsel, Schwamm oder Rolle eine dünne Schicht auftragen. Beim Sprühen aus etwa 20 bis 30 cm Abstand in gleichmäßigen Bahnen arbeiten.
- Trocknen lassen und bei Bedarf eine zweite Schicht auftragen. Dünne Schichten trocknen gleichmäßig, dicke laufen an senkrechten Flächen ab.
- Klebeband abziehen, solange die letzte Schicht noch nicht ganz durchgetrocknet ist.
- Aushärten oder einbrennen nach Herstellerangabe.
Spülmaschinenfest: was das bedeutet
Einige Glas- und Porzellanmalfarben werden nach dem Trocknen im Backofen eingebrannt. Temperatur und Dauer stehen auf der Verpackung und unterscheiden sich je nach Hersteller. Erst danach sind sie spülmaschinengeeignet, meist nur für die obere Etage und schonende Programme. Wer die Einbrennzeit verkürzt oder das Glas in den heißen Ofen stellt, riskiert matte, abblätternde Farbe oder springendes Glas. Deshalb das Glas immer in den kalten Ofen stellen und darin abkühlen lassen.
Außenseiten von Trinkgläsern dürfen bemalt werden, der Trinkrand bleibt frei – mindestens ein bis zwei Fingerbreit.
Hitzebeständig lackieren
Windlichter und Teelichtgläser werden warm, aber nicht heiß. Hier reicht in der Regel ein gut ausgehärteter Glaslack. Für stärker beanspruchte Gegenstände gibt es ausdrücklich hitzebeständige Lacke, oft in Schwarz oder Silber. Für Kamin- und Ofenscheiben ist Lack dagegen keine Lösung; dort hilft nur Reinigung oder eine neue Scheibe.
Transparent und mit Effekt
Transparente Glasmalfarben lassen Licht durch und wirken wie Buntglas. Je mehr Schichten, desto kräftiger und weniger durchsichtig wird die Farbe. Mit Konturenpaste lassen sich Linien ziehen, die wie Bleiruten in Kirchenfenstern wirken; sie wird zuerst aufgetragen und nach dem Trocknen ausgemalt. Milchglas-Sprays erzeugen einen satinierten Sichtschutz, etwa für Badfenster oder Glastüren. Mit Schwämmchen oder Tupfpinsel entstehen strukturierte Oberflächen.
Lackierte Glastüren und Möbel
Glaseinsätze in Schranktüren oder Vitrinen werden am besten ausgebaut und liegend lackiert, auf der Innenseite. So bleibt die glatte Glasoberfläche außen erhalten, und die Farbe ist vor Kratzern geschützt. Wer die ganze Tür neu gestaltet, findet Hinweise beim Türen lackieren. Für glasierte Keramik funktioniert das Prinzip ähnlich, siehe Fliesenlack.
Wieder entfernen
Wasserbasierte, nicht eingebrannte Farben lassen sich mit warmem Wasser einweichen und abrubbeln. Glaslack auf Lösemittelbasis löst sich mit Verdünnung oder wird mit einem Glasschaber abgeschabt – flach ansetzen, die Klinge nass halten, dann entstehen keine Kratzer.
Typische Fehler
- Nicht entfettet. Die Farbe zieht sich zusammen und perlt ab.
- Zu dick aufgetragen. Läufer und Tropfnasen, lange Trocknungszeit.
- Einbrennen abgekürzt. Die Farbe bleibt weich und geht in der Spülmaschine ab.
- Innenseite von Trinkgläsern bemalt. Farbe gehört nicht an Lebensmittel.
Häufige Fragen
Kann man Glas mit Acryllack lackieren?
Es geht, hält aber schlecht. Mit einem Haftgrund für Glas wird es besser, spezielle Glasfarben sind trotzdem die sicherere Wahl.
Kann man Glas mit Autolack lackieren?
Mit passender Grundierung ja. Für Dekoration ist das meist zu aufwendig, für Glas an Fahrzeugen ohnehin nicht zulässig, wenn es die Sicht einschränkt.
Wie lange hält lackiertes Glas?
Dekorationsstücke, die nur abgestaubt werden, viele Jahre. Häufig gespülte Gläser deutlich kürzer, auch mit eingebrannter Farbe.



