Bosch Unterflurzugsäge

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Bosch hatte zwei Sägen im Programm, die gern als Unterflurzugsägen bezeichnet werden: die PPS 7 S und die PTS 10. Genau genommen sind es Tischkreissägen mit Zugfunktion. Sie schneiden präzise quer und längs, erreichen aber nicht die Schnittbreite der klassischen Unterflurzugsägen von Mafell oder Festool.
Was eine Unterflurzugsäge ist
Bei einer Unterflurzugsäge sitzt das Sägeaggregat unter einem Tisch. Das Werkstück liegt still, und das Blatt wird von unten nach oben durch den Tisch gezogen. Das ergibt exakte Kappschnitte in breiten Brettern und Paneelen. Viele Modelle lassen sich zusätzlich als Tischkreissäge für Längsschnitte feststellen.
Der Vorteil gegenüber der Kappsäge: Das Material liegt flach und sicher, und die Schnittbreite ist bei vielen Profigeräten größer. Der Vorteil gegenüber der Tischkreissäge: Bei Querschnitten wird nicht das Werkstück geschoben, sondern die Säge. Mehr zur Bauart im Beitrag Unterflurzugsäge.
Die beiden Bosch-Modelle
| PPS 7 S | PTS 10 | |
| Bauart | Tisch- und Zugsäge | Tischkreissäge mit Schiebeschlitten |
| Leistung | 1400 W | 1400 W |
| Blattdurchmesser | 190 mm | 254 mm, Bohrung 30 mm |
| Gewicht | 23,3 kg | 26 kg |
| Neigung | – | 0 bis 45 Grad |
| Besonderheit | Laser als Schnittlinie | Absauganschluss, Tischverlängerung |
Die PPS 7 S ist das kompaktere Gerät. Das kleinere Blatt mit 190 mm begrenzt die Schnitttiefe, reicht aber für Laminat, Parkett, Leisten und Latten. Der Laser zeigt die Schnittlinie an, was bei Serienschnitten Zeit spart.
Die PTS 10 ist mit ihrem 254-mm-Blatt die kräftigere Säge. Zum Lieferumfang gehören Spaltkeil, Schiebestock, Parallel- und Winkelanschlag, Tischverlängerung und ein Absaugschlauch. Mehr zu diesem Modell steht im Beitrag zur Bosch-Tischkreissäge PTS 10.
Wofür die Sägen sich eignen
Beide Geräte sind für den Innenausbau und die Heimwerkstatt gedacht: Laminat und Parkett ablängen, Sockelleisten kappen, Latten und Kanthölzer zuschneiden, Plattenstreifen längs trennen. Mit rund 25 kg sind sie tragbar, gehören aber nicht zu den Geräten, die man mal eben ins Obergeschoss schleppt.
Für große Plattenformate, etwa eine 2,8 m lange Spanplatte, sind sie zu klein. Dafür braucht es eine Formatkreissäge oder eine Tauchsäge mit Führungsschiene.
Was echte Unterflurzugsägen mehr können
Die bekannten Profigeräte, etwa die Mafell Erika oder die Festool-Unterflurzugsäge, sind für den Baustelleneinsatz gebaut. Sie bieten Schnitttiefen von grob 6 bis 7 cm, einen kugelgelagerten Zugschlitten, feinjustierbare Anschläge und teleskopierbare Füße für unebenen Boden. Viele lassen sich durch Umbau als Tischkreissäge nutzen, einige sogar mit Stichsäge oder Oberfräse erweitern.
Der Preis liegt entsprechend höher. Einfache Geräte beginnen im Bereich um 450 Euro, gute Unterflurzugsägen kosten meist deutlich über 900 Euro, Profisysteme mit Zubehör bis etwa 2500 Euro.
Merkmale, auf die es ankommt
- Laufruhe des Schlittens. Ein Zugschlitten mit Spiel führt zu schiefen Schnitten. Kugelgelagerte Führungen sind hier klar im Vorteil.
- Anschläge. Parallel- und Winkelanschlag müssen sich exakt einstellen und fest klemmen lassen. Billige Anschläge verziehen sich beim Festziehen.
- Absaugung. Eine Säge im Innenraum ohne Absaugung verteilt Feinstaub im ganzen Haus. Ein Anschluss für einen Sauger ist Pflicht.
- Wiederanlaufschutz und Motorbremse. Die Säge darf nach Stromausfall nicht von selbst starten, und das Blatt sollte nach dem Ausschalten in wenigen Sekunden stehen.
- Standfestigkeit. Einklappbares Untergestell und verstellbare Füße machen die Säge auf dem Rohbau-Estrich sicher.
Sicher sägen an der Tischkreissäge
Die Tischkreissäge gehört zu den Werkzeugen mit dem höchsten Unfallrisiko in Heimwerkstätten. Die wichtigsten Regeln:
- Spaltkeil immer montiert. Er verhindert, dass sich der Schnitt hinter dem Blatt schließt und das Werkstück zurückgeschleudert wird.
- Schiebestock bei schmalen Teilen. Die Hände bleiben mindestens eine Handbreit vom Blatt entfernt.
- Blatthöhe richtig einstellen. Das Blatt sollte das Werkstück nur um wenige Millimeter überragen.
- Nie freihändig kappen. Querschnitte gehören an den Winkelanschlag oder den Schlitten, nicht an den Parallelanschlag.
- Keine Handschuhe am laufenden Blatt. Sie können erfasst werden und die Hand hineinziehen.
Das passende Sägeblatt
Für Querschnitte in Laminat und beschichteten Platten eignet sich ein Blatt mit vielen Zähnen und Wechselzahn- oder Trapezflachzahngeometrie. Für Längsschnitte in Massivholz ist ein gröberes Blatt mit weniger Zähnen besser, weil es Späne schneller abführt. Details dazu stehen im Beitrag zum Kreissägeblatt.
Aufstellen und einrichten
Eine Säge mit 25 kg steht nur dann ruhig, wenn der Untergrund eben ist. Auf dem Rohbau-Estrich oder in der Garage lohnt es sich, das Untergestell mit der Wasserwaage auszurichten und die Füße bei Bedarf zu unterfüttern. Eine wackelnde Säge schneidet nicht nur ungenau, sie macht auch jeden Schnitt gefährlicher.
Vor dem ersten Schnitt prüfen Sie den Winkel zwischen Blatt und Tisch mit einem Anschlagwinkel, ebenso den Winkelanschlag. Ab Werk sind diese Einstellungen oft nur ungefähr richtig. Ein Grad Abweichung ergibt auf 30 cm Brettbreite gut 5 mm Versatz, und das sieht man an jeder Gehrung. Lange Werkstücke brauchen zusätzlich eine Rollenauflage oder einen zweiten Bock in Tischhöhe, damit sie beim Schnitt nicht kippen.
Häufige Fragen
Sind PPS 7 S und PTS 10 echte Unterflurzugsägen?
Nicht im engeren Sinn. Es sind Tischkreissägen mit Zug- oder Schlittenfunktion. Für die meisten Heimwerkeraufgaben ist der Unterschied aber gering.
Kann ich damit Laminat schneiden?
Ja, das ist eine ihrer Stärken. Mit feinzahnigem Blatt entstehen saubere Kanten auch an der Deckschicht.
Werden die Modelle noch verkauft?
Bosch wechselt die Modellreihen regelmäßig. Prüfen Sie vor dem Kauf, ob Ersatzblätter, Einlegeplatten und Spaltkeile für das jeweilige Modell noch erhältlich sind.
Was ist mit Kapp- und Gehrungssägen?
Sie sind die Alternative für reine Querschnitte in Leisten und schmalen Brettern. Längsschnitte können sie nicht. Mehr im Beitrag zur Kapp- und Gehrungssäge.



