Zum Inhalt springen
Heimwerker-Berater

Fitschenringe

Haushaltvon Christoph4 Min. · 10 Abschnitte
Fitschenringe
Inhalt10 Abschnitte
  1. Wo der Ring sitzt
  2. Wofür man ihn braucht
  3. Größen und Materialien
  4. Einsetzen Schritt für Schritt
  5. Wie viele Ringe gehen
  6. Wenn es nicht die Höhe ist
  7. Knarrende Türen
  8. Andere Türen, gleiche Idee
  9. Typische Fehler
  10. Häufige Fragen

Ein Fitschenring ist eine kleine Unterlegscheibe für Türbänder. Man setzt ihn auf den Dorn des Bandes am Rahmen, hängt die Tür wieder ein – und sie sitzt um ein bis zwei Millimeter höher. Damit ist eine Tür, die am Boden schleift oder knarzt, in wenigen Minuten repariert, ohne dass gehobelt oder gesägt werden muss.

Wo der Ring sitzt

Zimmertüren hängen meist an zwei zweiteiligen Bändern, früher Fitschen genannt. Ein Teil sitzt am Türrahmen und hat einen senkrechten Dorn, der andere Teil sitzt am Türblatt und hat eine Hülse, die über den Dorn gesteckt wird. Der Fitschenring kommt auf den Dorn, zwischen die beiden Bandteile. Er trägt das Gewicht der Tür und hebt sie um seine eigene Stärke an.

Gleichzeitig wirkt er wie ein Lager: Metall reibt nicht mehr direkt auf Metall, und das Knarren verschwindet oft gleich mit.

Wofür man ihn braucht

  • Die Tür schleift am Boden, etwa nach dem Verlegen eines neuen Bodenbelags oder Teppichs.
  • Die Bänder sind ausgeschlagen, die Tür hat sich über die Jahre gesenkt.
  • Die Tür schleift oben am Schloss oder klemmt in der Falle, weil sie hängt.
  • Die Tür knarrt oder quietscht beim Öffnen.

Bei einem neuen Bodenbelag bringt ein Ring oft schon genug. Sind es mehrere Millimeter, muss die Tür unten gekürzt werden.

Größen und Materialien

AußendurchmesserRichtet sich nach der Bandrolle. Er sollte nicht über die Rolle hinausstehen. Gängig sind Werte zwischen etwa 13 und 20 mm.
InnendurchmesserMuss auf den Dorn passen, knapp größer als dieser.
StärkeMeist 1 bis 2 mm je Ring.
Stahl vernickelt, Messing, EdelstahlStabil und unauffällig. Farbe passend zum Band wählen.
KunststoffLeise, gleitet gut, gegen Knarren besonders geeignet. Für sehr schwere Türen weniger.

Messen Sie vor dem Kauf mit einem Messschieber den Durchmesser der Bandrolle und des Dorns. Wer nicht messen will, kauft ein Sortiment mit mehreren Größen – das kostet wenige Euro und liegt danach für die nächste Tür bereit.

Einsetzen Schritt für Schritt

  1. Tür öffnen, etwa im rechten Winkel.
  2. Aushängen. Die Tür mit beiden Händen unten fassen und senkrecht nach oben heben, bis sie von den Dornen gleitet. Bei schweren Türen hilft eine zweite Person oder ein Keil als Hebel unter der Türkante.
  3. Ringe aufsetzen, auf beide Dorne je einen. Nur ein Band zu unterlegen, bringt die Tür in Schieflage.
  4. Etwas Fett oder Graphit auf den Dorn geben.
  5. Wieder einhängen. Die Tür schräg ansetzen, erst den oberen Dorn einfädeln, dann den unteren.
  6. Prüfen. Schließt die Tür leicht, schleift sie nicht mehr, rastet die Falle sauber ein?

Das Ganze dauert selten länger als zehn Minuten.

Wie viele Ringe gehen

Ein oder zwei Ringe je Band sind unproblematisch. Bei mehr als drei wird es kritisch: Der Dorn steckt dann nicht mehr tief genug in der Hülse, die Tür bekommt Spiel und hebelt stärker am Band. Wer mehr als etwa 4 bis 5 mm Höhe braucht, sollte die Tür unten kürzen oder das Band versetzen lassen.

Achten Sie auch darauf, dass die Tür oben nicht an der Zarge streift, wenn sie angehoben wird. Der obere Spalt ist bei Zimmertüren oft nur wenige Millimeter groß.

Wenn es nicht die Höhe ist

Schleift die Tür nur an der Schlossseite unten, hängt sie schräg. Ringe heben die ganze Tür, lösen die Schräge aber nicht. Hier hilft eher das Nachstellen oder Versetzen des oberen Bandes. Bei Verstellbändern, wie sie an neueren Türen verbreitet sind, lässt sich die Tür mit einem Inbusschlüssel in Höhe und Seite justieren. Fitschenringe sind dort meist überflüssig oder passen nicht.

Auch bei dreiteiligen Bändern, bei denen die Hülse in der Mitte sitzt, funktionieren normale Ringe nicht. Und eine Tür, die im Sommer klemmt und im Winter nicht, hat ein Feuchteproblem, kein Bandproblem.

Knarrende Türen

Ein Ring aus Kunststoff oder Messing zwischen den Bandteilen beendet das Knarren oft sofort. Öl allein hilft meist nur kurz, weil es herausläuft und Staub bindet. Besser sind Fett, Graphitpulver oder ein Silikonspray, das einen trockenen Gleitfilm hinterlässt.

Andere Türen, gleiche Idee

Das Prinzip funktioniert auch an Möbeltüren mit Stiftbändern, an Gartentoren und an alten Fensterläden. Bei Möbeln mit Topfscharnieren dagegen stellt man anders ein, siehe Schranktüren einstellen. Für Fenster gilt: Fenster einstellen.

Typische Fehler

  • Nur ein Band unterlegt. Die Tür verzieht sich, und die Falle trifft das Schließblech nicht mehr.
  • Zu großer Außendurchmesser. Der Ring steht über und sieht unschön aus.
  • Zu kleiner Innendurchmesser. Er passt nicht auf den Dorn, und Aufweiten mit Gewalt verbiegt ihn.
  • Zu viele Ringe gestapelt. Die Tür wackelt und das Band leidet.

Häufige Fragen

Was kosten Fitschenringe?

Sehr wenig: Einzelne Ringe gibt es für Cent-Beträge, Sortimente mit mehreren Größen für wenige Euro.

Kann ich eine Unterlegscheibe nehmen?

Im Notfall ja, wenn Innen- und Außendurchmesser passen. Fitschenringe sind aber auf die üblichen Bandmaße abgestimmt und haben saubere Kanten.

Muss die Tür dafür ausgehängt werden?

Ja, sonst kommt man nicht an den Dorn. Bei Zimmertüren ist das mit etwas Kraft ohne Werkzeug möglich.

Das könnte Sie auch interessieren