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Heimwerker-Berater

Möbeltresor

Haushaltvon Christoph4 Min. · 11 Abschnitte
Möbeltresor
Inhalt11 Abschnitte
  1. Was ein Möbeltresor ist
  2. Die Sicherheitsstufen
  3. Verankerung ist Pflicht
  4. Schlüssel, Code oder Fingerabdruck
  5. Was hinein passt
  6. Feuerschutz ist ein eigenes Thema
  7. Versicherung
  8. Typische Fehler
  9. Was ein Möbeltresor kostet
  10. Häufige Fragen
  11. Video zum Thema

Ein Möbeltresor ist ein kleiner Wertschutzbehälter, der unauffällig in einem Schrank, einer Kommode oder einem Regal verschwindet. Er schützt vor dem Gelegenheitsdieb, der schnell sucht und schnell wieder weg will – mehr aber nur, wenn er zertifiziert und fest verankert ist. Ein loser Möbeltresor ohne Prüfung ist im Zweifel ein praktischer Tragekoffer für Einbrecher.

Was ein Möbeltresor ist

Möbeltresore sind kompakte Stahlbehälter mit etwa 10 bis 40 Litern Volumen, die für den Einbau in Möbel gedacht sind. Sie haben meist Bohrungen in Rückwand und Boden für die Verankerung. Die Grenze zum Wandtresor, der eingemauert wird, und zum größeren Schranktresor ist fließend.

Möbeltresor mit Code
Möbeltresor mit Code. | Foto: Fotofabrika / Depositphotos.com

Die Sicherheitsstufen

StufeNormEinordnung
ohne Zertifikat–Sichtschutz, hält Kinder und Neugierige ab
S1EN 14450einfacher Einbruchschutz
S2EN 14450höherer Einbruchschutz, meist Einstieg für die Versicherung
Grad 0 bis I und höherEN 1143-1Wertschutzschränke, deutlich höhere Schutzwerte

Viele günstige Möbeltresore haben gar kein Zertifikat. Sie sind aus dünnem Blech, halten einem Brecheisen kaum länger als eine Minute stand und werden von Versicherungen oft nicht oder nur mit sehr geringen Summen anerkannt. Achten Sie auf ein Prüfzeichen, etwa von VdS oder ECB·S. Einzelheiten zu allen Stufen erklärt der Beitrag Tresor-Sicherheitsstufen.

Verankerung ist Pflicht

Nach den Prüfnormen müssen Tresore unter 1.000 kg verankert werden, sonst gilt die Einstufung nicht. Ein Möbeltresor wiegt oft nur 10 bis 30 kg – der Dieb nimmt ihn einfach mit und öffnet ihn später in Ruhe.

Die Möbelrückwand aus 3 mm Hartfaser hält dabei nichts. Der Tresor muss durch das Möbel hindurch in Wand oder Boden geschraubt werden, mit Schwerlastankern, die zum Mauerwerk passen. Bei Beton und Vollziegel ist das unproblematisch, bei Gipskarton und Porenbeton brauchen Sie spezielle Anker oder einen anderen Standort.

  1. Standort wählen, möglichst an einer massiven Wand oder auf massivem Boden.
  2. Löcher durch das Möbel bohren, genau an den Bohrungen des Tresors.
  3. Leitungen prüfen. Vor dem Bohren in die Wand mit einem Kabelsuchgerät nach Strom- und Wasserleitungen suchen.
  4. Mit Schwerlastankern befestigen, die Anker liegen meist bei.
  5. Probe. Der Tresor darf sich auch mit kräftigem Ruck nicht bewegen.

Schlüssel, Code oder Fingerabdruck

Schlüsselschloss. Robust, stromlos, kein Code zum Vergessen. Der Schlüssel muss allerdings sicher verwahrt werden – und nicht in der Schublade darunter liegen.

Elektronisches Zahlenschloss. Bequem, Code jederzeit änderbar. Braucht Batterien; für den Notfall gibt es meist einen Notschlüssel oder Anschlusskontakte für eine externe Batterie. Wechseln Sie die Batterien, bevor sie leer sind.

Fingerabdruckleser. Schnell und ohne Code. Die Sensoren günstiger Geräte sind aber nicht immer zuverlässig, bei feuchten oder verschmutzten Fingern verweigern sie den Dienst. Ein Ersatzzugang ist unverzichtbar.

Was hinein passt

Messen Sie das Innenmaß, nicht das Außenmaß. Wandstärke und Schloss kosten Platz. Für Dokumente im Format A4 muss der Innenraum mindestens 22 × 31 cm messen, für Laptops entsprechend mehr. Schmuck, Bargeld, Ausweise, Datenträger und Zweitschlüssel passen in die kleinsten Modelle.

Feuerschutz ist ein eigenes Thema

Einbruchschutz und Feuerschutz sind zwei verschiedene Prüfungen. Ein Möbeltresor ohne Feuerschutzprüfung schützt Papiere im Brandfall kaum: Stahl leitet Wärme, und Papier verkohlt schon ab etwa 170 °C. Wer Urkunden und Datenträger vor Feuer schützen will, braucht ein Modell mit Prüfung nach EN 15659 oder eine feuerfeste Dokumentenkassette.

Versicherung

Die Hausratversicherung ersetzt Wertsachen außerhalb eines Tresors meist nur bis zu einer begrenzten Summe. Liegen sie in einem anerkannten, verankerten Tresor, steigt die Grenze je nach Sicherheitsstufe. Klären Sie vor dem Kauf mit dem Versicherer, welche Stufe er für welche Summe verlangt – und bewahren Sie Rechnung und Zertifikat auf.

Typische Fehler

  • Nicht verankert. Der Tresor verschwindet komplett.
  • Code 1-2-3-4 oder Geburtsdatum. Das probiert jeder zuerst.
  • Schlüssel im selben Raum versteckt. Einbrecher kennen die üblichen Verstecke.
  • Standort im Schlafzimmerschrank. Der erste Ort, an dem gesucht wird. Ein unerwarteter Platz verschafft Zeit.

Was ein Möbeltresor kostet

Einfache Möbeltresore ohne Zertifikat gibt es ab etwa 30 Euro. Modelle mit Prüfung nach S1 oder S2 liegen meist bei 100 bis 400 Euro, Wertschutzschränke nach EN 1143-1 beginnen in kompakter Größe bei einigen hundert Euro.

Häufige Fragen

Wie wird ein Möbeltresor befestigt?

Mit Schwerlastankern durch die Bohrungen in Rückwand oder Boden, durch das Möbel hindurch in massive Wand oder Boden.

Kann ich einen gebrauchten Tresor kaufen?

Ja, wenn Zertifikat, Schlüssel und Codeunterlagen vollständig sind. Lassen Sie das Schloss bei Schlüsselmodellen möglichst tauschen.

Wo verstecke ich den Tresor am besten?

Nicht im Schlafzimmerschrank und nicht hinter dem Bild im Flur – dort suchen Einbrecher zuerst. Besser sind unauffällige Orte wie ein Unterschrank in Küche oder Hauswirtschaftsraum, solange dort eine massive Wand oder ein massiver Boden zur Verankerung vorhanden ist.

Reicht ein Möbeltresor für Schmuck mit hohem Wert?

Für größere Werte eher nicht. Hier ist ein Wertschutzschrank nach EN 1143-1 die richtige Wahl.

Video zum Thema

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