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Heimwerker-Berater

Wärmewellenheizung

Haushaltvon Christoph4 Min. · 10 Abschnitte
Inhalt10 Abschnitte
  1. Das Prinzip: Strahlung statt warmer Luft
  2. Hochtemperatur und Niedertemperatur
  3. Was die Oberfläche ausmacht
  4. Was sie im Betrieb kostet
  5. Wo sie sinnvoll ist
  6. Die richtige Leistung
  7. Montage: Wand oder Decke
  8. Regelung spart am meisten
  9. Sicherheit
  10. Häufige Fragen

Eine Wärmewellenheizung, meist Infrarot- oder Strahlungsheizung genannt, erwärmt nicht in erster Linie die Luft, sondern Menschen, Wände und Möbel. Sie wird mit Strom betrieben, ist schnell montiert und fühlt sich angenehm an. Ihr Haken ist der Energieträger: Eine Kilowattstunde Strom wird zu genau einer Kilowattstunde Wärme, und das ist teurer als fast jede andere Heizform.

Das Prinzip: Strahlung statt warmer Luft

Jeder warme Körper gibt Wärme als elektromagnetische Strahlung ab – die Sonne ebenso wie ein Kachelofen. Eine Wärmewellenheizung macht genau das: Ein Heizelement wird elektrisch erwärmt und strahlt Infrarot in den Raum. Trifft die Strahlung auf eine Oberfläche, wird sie dort zu Wärme.

Die Luft dazwischen erwärmt sich nur indirekt, über die angestrahlten Flächen. Deshalb fühlt sich ein Raum schon bei etwas niedrigerer Lufttemperatur warm an, ähnlich wie ein sonniger Wintertag. Es entsteht weniger Luftumwälzung und damit weniger aufgewirbelter Staub.

Hochtemperatur und Niedertemperatur

BauartTemperaturtypischer Einsatz
Hochtemperaturstrahlermehrere hundert Grad, glüht sichtbarTerrasse, Werkstatt, Hallen, kurzfristig im Bad
Niedertemperaturpaneeletwa 60 bis 110 °C an der OberflächeWohnräume, Wand- und Deckenmontage
Heizfolieunter 50 °Cunter Bodenbelägen, hinter Spiegeln

Hochtemperaturstrahler wärmen sofort und gezielt, blenden aber und brauchen Berührungsschutz. Sie sind die Technik hinter dem Terrassenheizstrahler.

Niedertemperaturpaneele sehen aus wie flache Platten, Spiegel oder Bilder. Sie brauchen einige Minuten zum Aufheizen und sind die Form, die man meint, wenn von Infrarotheizung im Wohnraum die Rede ist.

Was die Oberfläche ausmacht

Wie viel Wärme als Strahlung abgegeben wird, hängt stark von der Oberfläche ab. Matte, dunkle Flächen strahlen besser als glänzende, helle. Deshalb sind viele Paneele matt beschichtet. Glas- und Spiegelheizungen strahlen etwas weniger, sehen dafür aber unauffälliger aus.

Was sie im Betrieb kostet

Hier liegt der Kern der Sache. Eine Wärmepumpe macht aus einer Kilowattstunde Strom je nach Anlage drei oder mehr Kilowattstunden Wärme. Die Strahlungsheizung macht daraus genau eine. Als Hauptheizung eines normal gedämmten Hauses ist sie deshalb im Betrieb meist teurer als Gas, Öl, Pellets oder Wärmepumpe. Einen ausführlichen Vergleich liefert Heizen mit Infrarot.

Anders sieht es aus, wenn nur wenige Stunden im Jahr geheizt wird. Dann zählen die niedrigen Anschaffungs- und Einbaukosten mehr als der Verbrauch.

Wo sie sinnvoll ist

  • Selten genutzte Räume: Gästezimmer, Hobbyraum, Werkstatt.
  • Zusatzheizung im Bad, für die halbe Stunde am Morgen.
  • Sehr gut gedämmte Häuser mit geringem Wärmebedarf, oft kombiniert mit eigener Photovoltaik.
  • Übergangszeit, wenn die Zentralheizung noch nicht laufen soll.
  • Einzelne Arbeitsplätze in großen, schwer beheizbaren Räumen.

Die richtige Leistung

Hersteller geben meist eine Raumgröße je Gerät an. Als grobe Faustregel rechnet man bei gut gedämmten Räumen mit etwa 50 bis 60 Watt je Quadratmeter, bei unsanierten Altbauten mit deutlich mehr. Ein Energieberater kann den Bedarf für Ihren Raum genauer bestimmen. Wichtig ist, dass die Strahlung den Aufenthaltsbereich erreicht: Ein Paneel hinter dem Sofa heizt vor allem die Rückseite des Sofas.

Montage: Wand oder Decke

An der Decke strahlt das Paneel den ganzen Raum von oben an und steht keinem Möbel im Weg. Das ist oft die beste Position. An der Wand sollte es dem Aufenthaltsbereich gegenüber hängen, nicht hinter Möbeln oder Vorhängen. Ein Abstand zu brennbaren Gegenständen nach Herstellerangabe ist Pflicht.

Kleine Geräte werden an die Steckdose angeschlossen, größere Anlagen mit mehreren Paneelen fest an eigenen Stromkreisen. Die Festinstallation ist Arbeit für die Elektrofachkraft. Im Bad gelten die Schutzbereiche nach DIN VDE 0100-701 und die passende IP-Schutzart des Geräts.

Regelung spart am meisten

Ohne Thermostat läuft eine Strahlungsheizung auf voller Leistung, bis jemand sie ausschaltet. Ein Raumthermostat, am besten mit Zeitprogramm, ist deshalb keine Kür. Viele Geräte haben Funkthermostate oder lassen sich in Heimautomation einbinden. Wird nur zu Zeiten geheizt, in denen jemand im Raum ist, zeigt die Strahlungsheizung ihre Stärke: schnell warm, schnell aus.

Sicherheit

Hochtemperaturstrahler haben sehr heiße Oberflächen und gehören außer Reichweite von Kindern und Haustieren. Niedertemperaturpaneele erreichen an der Oberfläche auch Temperaturen, bei denen man sich bei längerem Kontakt verbrennen kann. Nie mit Handtüchern oder Wäsche abdecken, außer das Gerät ist ausdrücklich als Handtuchheizung ausgewiesen.

Häufige Fragen

Hilft eine Infrarotheizung gegen Schimmel?

Sie erwärmt die angestrahlten Wandflächen direkt, und warme Wände sind weniger anfällig für Kondenswasser. Gegen die Ursache – zu hohe Feuchte, Wärmebrücken, schlechtes Lüften – hilft sie aber nicht.

Darf ich ein Paneel einfach in die Steckdose stecken?

Geräte mit Stecker ja, sofern die Steckdose nicht schon mit anderen großen Verbrauchern belastet ist. Mehrere Paneele mit zusammen mehreren Kilowatt gehören auf eigene Stromkreise. Verlängerungskabel und Mehrfachsteckdosen sind für Heizgeräte tabu.

Ist die Strahlung gesundheitlich bedenklich?

Infrarotstrahlung ist Wärmestrahlung wie von der Sonne oder einem Ofen. Bei normalem Abstand und zertifizierten Geräten gilt sie als unbedenklich.

Was kostet die Anschaffung?

Paneele für Wohnräume liegen je nach Größe und Ausführung meist zwischen 150 und 600 Euro, Glas- und Spiegelheizungen darüber. Dazu kommen gegebenenfalls Thermostat und Elektroinstallation.

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