Gasbetonsteine

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Gasbeton, heute meist Porenbeton genannt, ist ein leichter, stark poröser Mauerstein. Er lässt sich mit der Handsäge schneiden, dämmt besser als Kalksandstein oder Beton und ist nicht brennbar. Seine Schwächen sind die Kehrseite derselben Poren: geringere Festigkeit, schlechter Halt für normale Dübel und Empfindlichkeit gegen Nässe, wenn er ungeschützt bleibt.
Wie Porenbeton entsteht
Die Rohstoffe sind Quarzsand, Kalk, Zement und Wasser, dazu eine kleine Menge Aluminiumpulver oder -paste. Das Aluminium reagiert in der alkalischen Masse und bildet Wasserstoff – die Masse geht auf wie ein Hefeteig. Nach dem Ansteifen wird der Block mit Drähten in Steine geschnitten und anschließend in Dampfdruckkesseln bei knapp 200 Grad und hohem Druck gehärtet. So entstehen Millionen kleiner, geschlossener Luftporen, die dem Stein seine Eigenschaften geben.
Festigkeit und Rohdichte
Auf der Verpackung steht eine Bezeichnung wie PP2/0,40. Das PP steht für Planstein aus Porenbeton, die 2 für die Festigkeitsklasse und 0,40 für die Rohdichte in kg/dm³.
| Festigkeitsklasse | Druckfestigkeit in N/mm², üblich sind 2, 4 und 6. Die Klassen sind farbig am Stein markiert. |
| Rohdichte | Gewicht je Kubikdezimeter, etwa 0,35 bis 0,8 kg/dm³. Leichter dämmt besser, schwerer trägt mehr und schützt besser gegen Schall. |
| Wärmeleitfähigkeit | je nach Rohdichte etwa 0,07 bis 0,2 W/(mK) – Kalksandstein liegt um ein Vielfaches höher. |
| Brandverhalten | Baustoffklasse A1, nicht brennbar |
Wo Porenbeton eingesetzt wird
Im Wohnungsbau werden Außenwände häufig mit dicken, leichten Porenbetonsteinen gemauert, oft ganz ohne zusätzliche Dämmung. Innen dient er für tragende und nichttragende Wände. Heimwerker kennen ihn vor allem als Planbauplatte für leichte Trennwände, als Material für Badmöbel, Duschwände und Kaminverkleidungen sowie für kleine Bauten wie Grillkamine mit entsprechendem Schutz.

Unbewehrt und bewehrt
Die meisten Steine und Platten sind unbewehrt. Für Stürze über Türen und Fenstern, Decken- und Dachplatten gibt es bewehrte Bauteile mit eingelegtem Stahl. Sie werden werkseitig gefertigt und nach Statik eingebaut. Ein normaler Porenbetonstein wird nicht nachträglich zum Sturz, auch nicht mit einem Stück Baustahl in der Fuge.
Mauern mit Dünnbettmörtel
Porenbeton-Plansteine sind maßgenau und werden mit Dünnbettmörtel in Fugen von 1 bis 3 mm vermauert, nicht mit dickem Mauermörtel. Die Arbeitsschritte:
- Erste Reihe ins Mörtelbett. Sie wird in normalem Mauermörtel exakt waagerecht ausgerichtet. Jeder Fehler hier wandert bis nach oben.
- Dünnbettmörtel mit der Zahnkelle in Steinbreite auftragen.
- Steine setzen und mit dem Gummihammer ausrichten. Stoßfugen je nach System mit Mörtel oder als Nut-und-Feder-Verbindung.
- Versatz einhalten. Das Überbindemaß beträgt mindestens das 0,4-Fache der Steinhöhe, bei 25 cm hohen Steinen also 10 cm.
- Kleine Höhenunterschiede mit dem Schleifbrett abhobeln.
Anschlüsse an bestehende Wände werden mit Flachankern hergestellt, die in die Lagerfuge eingelegt werden.
Sägen, schleifen, schlitzen
Porenbeton lässt sich mit einer Handsäge mit hartmetallbestückten Zähnen schneiden. Für viele Schnitte gibt es Bandsägen für Porenbeton. Leitungsschlitze entstehen mit dem Schlitzkratzer von Hand oder einer Mauernutfräse. Beim Sägen und Fräsen entsteht quarzhaltiger Feinstaub – Absaugung und FFP2-Maske sind Pflicht, nicht Kür.
Befestigen und Dübeln
Normale Spreizdübel finden im weichen Porenbeton kaum Halt. Es gibt spezielle Porenbetondübel mit langen Spreizzonen oder Schraubgewinde, für schwere Lasten Injektionssysteme, siehe Flüssigdübel. Gebohrt wird ohne Schlag, sonst wird das Loch zu groß. Wer Hängeschränke plant, sollte Dübel und Lasten vorher mit den Angaben des Dübelherstellers abgleichen.
Feuchte und Putz
Porenbeton nimmt Wasser kapillar auf. Außen muss er deshalb immer mit einem geeigneten, auf Porenbeton abgestimmten Putz oder einer Verkleidung geschützt werden. Innen wird meist ein dünner Gips- oder Kalkputz aufgetragen oder direkt gespachtelt. Im Bad sind Wände aus Porenbeton gut möglich, im Spritzwasserbereich aber nur mit Abdichtung unter den Fliesen. Das Kleben der Fliesen beschreibt Fliesenkleber auftragen.
Vor- und Nachteile
Dafür
| Dagegen
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Typische Fehler
- Erste Reihe nicht exakt ausgerichtet. Dünnbettmörtel gleicht nichts aus, der Fehler wächst mit jeder Reihe.
- Mit Schlag gebohrt. Das Loch wird zu groß, der Dübel dreht durch.
- Normaler Mauermörtel statt Dünnbettmörtel. Dicke Fugen sind Wärmebrücken und machen die Wand unnötig schwer.
- Außen ungeschützt gelassen. Nach dem ersten Winter platzt die Oberfläche ab.
Häufige Fragen
Kann ich Gasbeton außen verwenden?
Ja, aber nur mit Putz oder Verkleidung. Ungeschützt saugt er sich voll, und Frost schädigt die Oberfläche.
Wie fest ist Gasbeton?
Die Festigkeitsklasse 2 hält 2 N/mm² Druck aus, Klasse 4 das Doppelte. Für tragende Wände legt der Statiker die Klasse fest.
Was kostet Porenbeton?
Plansteine und Planbauplatten kosten je nach Dicke und Format meist einige Euro je Stück. Für eine Trennwand mit 10 cm Dicke sind die Steine günstiger als ein Ständerwerk mit doppelter Beplankung.

