Makita RT0700CX2J Oberfräse und Trimmer
Inhalt8 Abschnitte
Die Makita RT0700CX2J ist dieselbe Maschine wie die RT0700C, geliefert im Set mit vier Fräskörben. Das „X2J“ steht für den Lieferumfang, nicht für eine andere Technik.
Genau darin liegt der Sinn: Der Motor bleibt, die Anwendung wechselt mit dem Korb.
Technische Daten
| Leistungsaufnahme | 710 Watt |
| Drehzahl | bis 30.000 min⁻¹, regelbar |
| Werkzeugaufnahme | 6 mm, 8 mm, 6,35 mm, 9,53 mm |
| Gewicht | 2,9 kg |
| Maße | ca. 29 × 40 cm (Koffer) |
Was im Set steckt
| Eintauch-Fräskorb | Für Nuten und Ausschnitte mitten in der Fläche. Die Maschine taucht senkrecht ein, statt von der Kante zu starten. |
| Winkel-Fräskorb | Mit Skala für +45°, 0° und −30°. Für Fasen und angeschrägte Kanten. |
| Parallelanschlag | Hält den Abstand zur Werkstückkante – Voraussetzung für gerade Nuten. |
| Kopierhülse | Innendurchmesser 14,5 mm. Für Schablonenarbeit. |
| Absaugstutzen | Anschluss an den Werkstattsauger. |
Der Winkel-Fräskorb ist der ungewöhnlichste Teil. Damit lassen sich Kanten in definiertem Winkel anfasen, ohne einen Profilfräser für jeden Winkel zu kaufen – ein Standardfräser genügt, den Winkel macht der Korb.
Mit Kopierhülse arbeiten
Die Kopierhülse läuft an einer Schablone entlang, der Fräser arbeitet innerhalb. Der Versatz ist zu berücksichtigen: Die Schablone muss um die halbe Differenz zwischen Hülsenaußendurchmesser und Fräserdurchmesser größer sein als das gewünschte Maß.
Bei 14,5 mm Innendurchmesser und einem 8-mm-Fräser entsteht so ein Versatz, den man einmal ausrechnet und dann bei jeder Schablone anwendet. Wer das überspringt, fräst reproduzierbar daneben.
Drehzahl und Fräserdurchmesser
| Fräserdurchmesser | Richtwert Drehzahl |
| bis 10 mm | 24.000–30.000 min⁻¹ |
| 10–20 mm | 18.000–24.000 min⁻¹ |
| 20–30 mm | 15.000–18.000 min⁻¹ |
| 30–40 mm | 12.000–15.000 min⁻¹ |
| über 40 mm | 10.000–12.000 min⁻¹ |
Im Vergleich
| Makita MT372 | Makita RT0700C | Makita RT0700CX2J | |
| Leistung | 530 W | 700 W | 710 W |
| Drehzahl | 35.000 min⁻¹, fest | 10.000–30.000 min⁻¹ | bis 30.000 min⁻¹ |
| Schaftaufnahme | 6 mm | 6 / 8 / 6,35 / 9,53 mm | 6 / 8 / 6,35 / 9,53 mm |
| Frästiefe | begrenzt | 0–40 mm | 0–40 mm |
| Gewicht | 1,4 kg | 2,9 kg | 2,9 kg |
| Lieferumfang | Grundgerät | Grundgerät | Set mit vier Fräskörben |
Wer nur Kanten bricht, braucht das Set nicht – dann genügt die RT0700C oder sogar die kleine MT372. Sobald Eintauchen, Schablonen oder Winkel dazukommen, ist das Set günstiger als der Einzelkauf der Körbe. Grundlagen unter Einhandfräse.
Im Betrieb
Gegen die Drehrichtung vorschieben, bei Außenkanten gegen den Uhrzeigersinn.
In Schritten zustellen, drei bis fünf Millimeter je Durchgang.
Fräser tief einspannen, mindestens drei Viertel des Schafts.
Beim Eintauchen nie ohne Anschlag oder Schablone. Der Fräser sucht sich sonst seinen Weg, sobald er Material fasst.
Schutzbrille und Gehörschutz.
Fräser: Pflege und Lagerung
Der Fräser kostet oft mehr als ein halber Maschinentag – und er wird meist schlechter behandelt als die Maschine.
Nach dem Einsatz reinigen. Harz und verbranntes Holz setzen sich an den Schneiden fest und wirken wie eine stumpfe Kante. Harzlöser oder Backofenreiniger auf einem Lappen entfernen das in Minuten. Anschließend trocken wischen und leicht einölen.
Nicht lose in der Schublade lagern. Hartmetallschneiden sind hart, aber spröde; schlagen zwei Fräser aneinander, bricht die Kante aus. Ein Block mit Bohrungen oder eine Schaumstoffeinlage reicht.
Anlaufringe prüfen. Bei kugelgelagerten Fräsern läuft der Ring an der Werkstückkante ab. Ein schwergängiges oder verharztes Lager hinterlässt Brandspuren und Wellen – es lässt sich einzeln tauschen.
Spannzange sauber halten. Späne in der Zange führen dazu, dass der Fräser nicht rund läuft. Das merkt man zuerst am Schnittbild, dann an der Lagerung der Maschine.
Stumpf erkennen: Der Vorschub braucht Kraft, die Kante brennt, und die Oberfläche wird pelzig statt glatt. Hartmetallfräser lassen sich nachschärfen, wenn der Durchmesser groß genug ist – bei kleinen Fräsern ist Ersatz günstiger.
Häufige Fragen
Ist die Maschine identisch mit der RT0700C?
Technisch praktisch ja. Der Unterschied liegt im Lieferumfang: vier Fräskörbe, Kopierhülse, Parallelanschlag und Koffer statt Grundgerät.
Lohnt sich das Set?
Wenn Sie mehr als Kanten fräsen wollen: ja. Die Körbe einzeln nachzukaufen kostet in Summe mehr, und der Eintauchkorb ist der meistgebrauchte.
Welcher Fräserschaft ist der richtige?
8 mm. Diese Fräser laufen ruhiger als 6-mm-Ausführungen und sind am besten verfügbar.
Kann ich die Maschine in einen Frästisch einbauen?
Ja, mit passender Einlegeplatte. Achten Sie darauf, dass Drehzahlregler und Schalter von außen erreichbar bleiben.
Wofür brauche ich −30 Grad?
Für Hinterschneidungen und Griffleisten: eine nach innen angeschrägte Kante, die als Griff dient, ohne dass ein Beschlag nötig wird.
Welche Fräser gehören in die Grundausstattung?
Ein Abrundfräser mit Anlaufring, ein Bündigfräser, ein Nutfräser 8 mm und ein V-Nutfräser. Damit lassen sich Kanten, Umleimer, Rückwandnuten und Beschriftungen machen.
Wie bewahre ich die Körbe auf?
Im mitgelieferten Koffer, und zwar vollständig. Ein einzeln herumliegender Fräskorb verzieht sich nicht, aber die Feineinstellung geht verloren – und gesucht wird er ohnehin immer.



