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Heimwerker-Berater

Solaranlage für den Garten

Gartenvon Christoph4 Min. · 9 Abschnitte
Solaranlage für den Garten
Inhalt9 Abschnitte
  1. Inselanlage oder Balkonkraftwerk
  2. Die Bauteile einer Inselanlage
  3. Mit welchem Ertrag Sie rechnen können
  4. Wie groß sie sein muss
  5. Kosten
  6. Aufstellen und ausrichten
  7. Selbst montieren – was erlaubt ist
  8. Solarthermie ist etwas anderes
  9. Häufige Fragen

Eine Solaranlage im Garten liefert Strom dort, wo keine Leitung liegt: fürs Licht im Gartenhaus, die Teichpumpe, das Handy-Ladegerät oder eine kleine Bewässerung. Die Grundfrage vor jedem Kauf lautet: Soll der Strom im Garten gespeichert werden (Inselanlage) oder ins Hausnetz fließen (Balkonkraftwerk)? Das sind zwei völlig verschiedene Systeme mit unterschiedlichen Regeln.

Inselanlage oder Balkonkraftwerk

InselanlageBalkonkraftwerk
ZweckStrom ohne NetzanschlussEigenen Hausstromverbrauch senken
SpeicherAkku nötignicht nötig, optional
Spannungmeist 12 oder 24 V, 230 V nur mit Wechselrichter230 V, eingespeist ins Hausnetz
AnmeldungkeineMarktstammdatenregister
Typische Größe50–400 Wbis 800 W Wechselrichterleistung

Steckersolargeräte bis 800 W Wechselrichterleistung werden seit 2024 nur noch im Marktstammdatenregister eingetragen; eine gesonderte Anmeldung beim Netzbetreiber ist nicht mehr nötig. Sie brauchen einen Stromkreis im Haus, etwa über eine Außensteckdose am Gartenhaus, das bereits am Hausnetz hängt. Für ein Gartenhaus ohne Leitung bleibt nur die Inselanlage.

Die Bauteile einer Inselanlage

  • Solarmodul: Wandelt Licht in Gleichstrom. Monokristalline Module sind heute Standard.
  • Laderegler: Schützt den Akku vor Überladung und Tiefentladung. MPPT-Regler holen spürbar mehr aus dem Modul als einfache PWM-Regler.
  • Akku: Speichert den Strom für abends und für trübe Tage. LiFePO4-Akkus halten deutlich mehr Ladezyklen aus als Blei-Gel- oder AGM-Batterien und vertragen tiefere Entladung.
  • Wechselrichter: Macht aus 12 V Gleichstrom 230 V Wechselstrom. Nur nötig, wenn normale Haushaltsgeräte laufen sollen; LED-Leuchten und viele Pumpen gibt es direkt in 12 V.
  • Kabel und Sicherungen: Ausreichend dick, weil bei 12 V hohe Ströme fließen. Eine Sicherung direkt am Akku ist Pflicht.

Mit welchem Ertrag Sie rechnen können

In Deutschland erzeugt ein Modul mit 100 W bei guter Südausrichtung etwa 80 bis 100 kWh im Jahr. An einem sonnigen Sommertag sind das rund 400 bis 600 Wh, an einem trüben Wintertag vielleicht 50 Wh. Das zeigt die Grenze: Eine Inselanlage muss auf den Winter ausgelegt werden, wenn sie ganzjährig laufen soll – oder man akzeptiert, dass sie von November bis Februar kaum etwas liefert.

Wie groß sie sein muss

Rechnen Sie den Tagesbedarf zusammen: Leistung jedes Verbrauchers mal Stunden pro Tag. Beispiel für ein Gartenhaus: LED-Licht 10 W × 4 h, Handy laden 15 Wh, kleines Radio 5 W × 3 h – zusammen etwa 70 Wh. Dafür reicht im Sommer ein Modul mit 50 bis 100 W und ein Akku mit 100 Ah bei 12 V, der auch zwei trübe Tage überbrückt. Planen Sie etwa 20 bis 30 Prozent Reserve ein, weil Laderegler, Wechselrichter und Kabel Verluste haben.

Geräte mit hoher Leistung wie Rasenmäher, Heizlüfter oder Kreissäge sind mit einer kleinen Inselanlage nicht sinnvoll zu betreiben.

Kosten

Ein Einsteigerset mit 100-W-Modul, Laderegler und Kabeln kostet etwa 100 bis 200 Euro, ohne Akku. Ein LiFePO4-Akku mit 100 Ah liegt bei 250 bis 500 Euro, ein Sinus-Wechselrichter mit 600 bis 1000 W bei 100 bis 250 Euro. Tragbare Powerstations mit eingebautem Akku, Regler und Wechselrichter sind die bequeme Alternative ab etwa 300 Euro, dazu kommt das Klappmodul. Balkonkraftwerke mit zwei Modulen kosten heute oft 300 bis 600 Euro.

Aufstellen und ausrichten

Die Module brauchen möglichst ganztägig Sonne, idealerweise nach Süden mit 30 bis 40 Grad Neigung. Ost- oder Westausrichtung bringt etwa 15 bis 20 Prozent weniger. Schon ein Schatten auf einem Teil des Moduls senkt den Ertrag stark. Für den Winter lohnt eine steilere Neigung, weil die Sonne tief steht. Aufgestellt wird auf dem Gartenhausdach, an einer Wand, auf einem Bodengestell oder am Carport. Die Befestigung muss sturmsicher sein – ein Modul ist ein Segel.

Selbst montieren – was erlaubt ist

Eine 12-V-Inselanlage dürfen Sie selbst aufbauen. Arbeiten an der festen 230-V-Hausinstallation, etwa eine neue Außensteckdose oder ein zusätzlicher Stromkreis zum Gartenhaus, gehören dagegen in die Hand einer Elektrofachkraft. Ein Balkonkraftwerk wird über Stecker angeschlossen; ob Schuko-Stecker oder Wieland-Steckdose, ist in der Norm noch in Bewegung. Näheres steht unter Wer darf eine PV-Anlage installieren.

Solarthermie ist etwas anderes

Mit „Solaranlage“ ist manchmal auch Warmwasser gemeint: Schwarze Absorbermatten erwärmen das Poolwasser direkt, ganz ohne Strom. Das ist bei Pools die effektivste Solarnutzung, siehe Solare Poolheizung. Für eine Teichpumpe gibt es außerdem fertige Sets mit direkt angeschlossenem Modul, siehe Solarpumpe.

Häufige Fragen

Wie lange halten die Komponenten?

Module 20 bis 30 Jahre, LiFePO4-Akkus meist 10 Jahre und mehr, Blei-Akkus oft nur 3 bis 5 Jahre. Laderegler und Wechselrichter liegen dazwischen.

Kann ich die Anlage später erweitern?

Ja, wenn Laderegler und Akku dafür ausgelegt sind. Kaufen Sie den Regler lieber eine Nummer größer.

Lohnt sich das finanziell?

Eine Inselanlage lohnt sich vor allem dort, wo eine Stromleitung teuer wäre. Ein Balkonkraftwerk rechnet sich über den gesparten Hausstrom oft in vier bis acht Jahren.

Was passiert im Winter?

Der Ertrag bricht stark ein. Akkus sollten frostfrei oder nach Herstellerangabe gelagert werden; Blei-Akkus voll geladen, damit sie nicht einfrieren.

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5 Leserkommentare

  1. Bischof Peter

    Ich möchte einen Kühlschrank, tv, Radio und Licht betreiben was brauch ich für eine Leistung?

  2. Renate Kleist

    Ich möchte in meinem Gartenhäuschen Licht, einen kleinen Kühlschrank, warmes Wasser, und einen kleinen Elektroherd (zwei Platten) betreiben. Ich bin alle 14 Tage am Wochenende und in den Schulferien vor Ort. Im Winter käme noch ein Infrarot-Heizelement dazu. Zur Zeit ist noch kein öffentlicher Stromanschluss vorhanden, in den nächsten Jahren aber mit dem Hausbau geplant.Zu welcher Anlage würden sie mir raten.

    1. Fabri

      Hallo Frau Kleist,

      ich bin momentan auf der Suche nach einer Solaranlage für den Garten. So weit ich erfahren konnte, übersteigt Ihr Strombedarf den normalen Strombedarf im Garten, sodass eine normale Solaranlage für den Garten sehr wahrscheinlich für Sie nicht in Frage käme.

      Es gibt aber Solar-Sets, die z.B. für Wohnmobile angeboten werden, die haben eine deutlich höhere Stromleistung als die Solaranlagen für den Garten. Nichtdestotrotz würde ich Ihnen raten einen Fachmann (Elektriker) anzusprechen, bevor sie eine Solaranlage kaufen, denn die Investition wird schon relativ hoch werden.

      Freundliche Grüße

      Fabri

  3. Tina Walker

    Hallo, Ich suche für ein Gewächshaus eine Lösung, wo ich verschiedene Wärmelampen und Heizstrahler mit Strom versorgen kann. Es ist für Schildkröten die noch eine zusatzversorgung im Frühjahr und Herbst benötigen!!! Da ich absolut keine Ahnung habe benötige ich Hilfe!!! Solarpanele könnten auf dem Dach montiert werden, sollten aber auch bei schlechtem Wetter funktionieren. Gibt es eine Möglichkeit??? Viele Grüße

    Hallo zurück, generell ist der Ertrag an Strom, den eine Solaranlage abwirft, auch bei völlig bedecktem Himmel niemals = 0! Es gibt bereits sogenannte Schlechwetteranlagen, denen Experten nachsagen, dass sie auch bei totaler Bewölkung noch ca. 80 % des sonstigen Ertrages abliefern können, da die energiereichen Teilchen der Sonnenstrahlung auch Wolken durchdringen können (u.a. das Modul Solarworld 175 monikristallin). Mit solchen prozentualen Aussagen wäre ich allerdings vorsichtig. Um den genauen Ertrag einer Solaranlage, vor allem auch bei dichter Bewökung, prognostizieren zu können, spielen auch Faktoren, wie die Ausrichtung des Gebäudes in der Kompassrose und die Dachneigung, eine wesentliche Rolle.

    Empfehlenswert ist, sich von mehreren Photovoltaik-Anbietern, Angebote und (Schlechtwetter-)Erträge rechnen zu lassen und diese miteinander zu vergleichen. Dabei sollte darauf Wert gelegt werden, dass es sich explizit auch um eine Schlechtwetter-Versorgung handeln muss.

    Grüße, Heiner

  4. Tina Walker

    Hallo, Ich habe vergessen zu erwähnen das ich absolut keine Möglichkeit habe, an Strom ranzukommen. Ich glaube das funktioniert dann nicht mit einer PC-Anlage??? Das Gewächshaus hat ein Satteldach und steht frei. Kann ich so Anlagen benutzen wie bei Amazon und Co angeboten wird??? Wenn ja, auf was muss ich achten??? Viele Grüße

    Hallo zurück, grundsätzlich werden auch Solaranlagen angeboten, die an Häusern ohne Stromanschluß installiert und genutzt werden können. Z.B. von iKRATOS (www.ikratos.de). Eine völlig autarke Versorgung des Gewächshauses, nur aus der Photovoltaik-Anlage und deren Ertrag heraus, ist generell möglich. Hierzu müssen jedoch unter Umständen auch Flächen neben dem Gebäude (Garten etc.) zur Aufstellung weiterer Panele, genutzt werden. Denn es gilt: Je mehr Panele, bzw. Module, installiert und aufgestellt werden können, desto sicherer ist die Versorgungsbasis. Gerade für die Stromversorgung des Gewächshauses im Winter und in der Übergangszeit, wird eine Menge an Fläche zur Aufstellung der Module benötigt, wozu das Dach mit Sicherheit nicht ausreichen wird! Dies sollte unbedingt beachtet werden! Eine PV-Komplettanlage ist auch für ein Satteldach gut geeignet. Doch wird, da auch im Winter die Vollversorgung über die PV-Anlage laufen soll der Platz auf dem Satteldach definitiv nicht ausreichen. Aufgrund der Komplexität und Schwierigkeit des gesamten Vorhabens, rate ich vom Kauf einer Billig-PV-Anlage aus dem Internet dringend ab! Ich würde stattdessen Experten hinzu ziehen, die die Spezifika einer solchen Anlage planen und mögliche Erträge aus der PV-Anlage hoch rechnen können. Da eine Vollversorgung, ausschließlich nur aus der PV-Anlage gewünscht ist und zwar ganzjährig, kann es sein, dass das komplette Grundstück dazu mit Panelen bestückt werden muss, was auch sehr teuer wird.

    Viele Grüße,

    Heiner

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