Solaranlage für den Garten

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Eine Solaranlage im Garten liefert Strom dort, wo keine Leitung liegt: fürs Licht im Gartenhaus, die Teichpumpe, das Handy-Ladegerät oder eine kleine Bewässerung. Die Grundfrage vor jedem Kauf lautet: Soll der Strom im Garten gespeichert werden (Inselanlage) oder ins Hausnetz fließen (Balkonkraftwerk)? Das sind zwei völlig verschiedene Systeme mit unterschiedlichen Regeln.
Inselanlage oder Balkonkraftwerk
| Inselanlage | Balkonkraftwerk | |
| Zweck | Strom ohne Netzanschluss | Eigenen Hausstromverbrauch senken |
| Speicher | Akku nötig | nicht nötig, optional |
| Spannung | meist 12 oder 24 V, 230 V nur mit Wechselrichter | 230 V, eingespeist ins Hausnetz |
| Anmeldung | keine | Marktstammdatenregister |
| Typische Größe | 50–400 W | bis 800 W Wechselrichterleistung |
Steckersolargeräte bis 800 W Wechselrichterleistung werden seit 2024 nur noch im Marktstammdatenregister eingetragen; eine gesonderte Anmeldung beim Netzbetreiber ist nicht mehr nötig. Sie brauchen einen Stromkreis im Haus, etwa über eine Außensteckdose am Gartenhaus, das bereits am Hausnetz hängt. Für ein Gartenhaus ohne Leitung bleibt nur die Inselanlage.
Die Bauteile einer Inselanlage
- Solarmodul: Wandelt Licht in Gleichstrom. Monokristalline Module sind heute Standard.
- Laderegler: Schützt den Akku vor Überladung und Tiefentladung. MPPT-Regler holen spürbar mehr aus dem Modul als einfache PWM-Regler.
- Akku: Speichert den Strom für abends und für trübe Tage. LiFePO4-Akkus halten deutlich mehr Ladezyklen aus als Blei-Gel- oder AGM-Batterien und vertragen tiefere Entladung.
- Wechselrichter: Macht aus 12 V Gleichstrom 230 V Wechselstrom. Nur nötig, wenn normale Haushaltsgeräte laufen sollen; LED-Leuchten und viele Pumpen gibt es direkt in 12 V.
- Kabel und Sicherungen: Ausreichend dick, weil bei 12 V hohe Ströme fließen. Eine Sicherung direkt am Akku ist Pflicht.
Mit welchem Ertrag Sie rechnen können
In Deutschland erzeugt ein Modul mit 100 W bei guter Südausrichtung etwa 80 bis 100 kWh im Jahr. An einem sonnigen Sommertag sind das rund 400 bis 600 Wh, an einem trüben Wintertag vielleicht 50 Wh. Das zeigt die Grenze: Eine Inselanlage muss auf den Winter ausgelegt werden, wenn sie ganzjährig laufen soll – oder man akzeptiert, dass sie von November bis Februar kaum etwas liefert.
Wie groß sie sein muss
Rechnen Sie den Tagesbedarf zusammen: Leistung jedes Verbrauchers mal Stunden pro Tag. Beispiel für ein Gartenhaus: LED-Licht 10 W × 4 h, Handy laden 15 Wh, kleines Radio 5 W × 3 h – zusammen etwa 70 Wh. Dafür reicht im Sommer ein Modul mit 50 bis 100 W und ein Akku mit 100 Ah bei 12 V, der auch zwei trübe Tage überbrückt. Planen Sie etwa 20 bis 30 Prozent Reserve ein, weil Laderegler, Wechselrichter und Kabel Verluste haben.
Geräte mit hoher Leistung wie Rasenmäher, Heizlüfter oder Kreissäge sind mit einer kleinen Inselanlage nicht sinnvoll zu betreiben.
Kosten
Ein Einsteigerset mit 100-W-Modul, Laderegler und Kabeln kostet etwa 100 bis 200 Euro, ohne Akku. Ein LiFePO4-Akku mit 100 Ah liegt bei 250 bis 500 Euro, ein Sinus-Wechselrichter mit 600 bis 1000 W bei 100 bis 250 Euro. Tragbare Powerstations mit eingebautem Akku, Regler und Wechselrichter sind die bequeme Alternative ab etwa 300 Euro, dazu kommt das Klappmodul. Balkonkraftwerke mit zwei Modulen kosten heute oft 300 bis 600 Euro.
Aufstellen und ausrichten
Die Module brauchen möglichst ganztägig Sonne, idealerweise nach Süden mit 30 bis 40 Grad Neigung. Ost- oder Westausrichtung bringt etwa 15 bis 20 Prozent weniger. Schon ein Schatten auf einem Teil des Moduls senkt den Ertrag stark. Für den Winter lohnt eine steilere Neigung, weil die Sonne tief steht. Aufgestellt wird auf dem Gartenhausdach, an einer Wand, auf einem Bodengestell oder am Carport. Die Befestigung muss sturmsicher sein – ein Modul ist ein Segel.
Selbst montieren – was erlaubt ist
Eine 12-V-Inselanlage dürfen Sie selbst aufbauen. Arbeiten an der festen 230-V-Hausinstallation, etwa eine neue Außensteckdose oder ein zusätzlicher Stromkreis zum Gartenhaus, gehören dagegen in die Hand einer Elektrofachkraft. Ein Balkonkraftwerk wird über Stecker angeschlossen; ob Schuko-Stecker oder Wieland-Steckdose, ist in der Norm noch in Bewegung. Näheres steht unter Wer darf eine PV-Anlage installieren.
Solarthermie ist etwas anderes
Mit „Solaranlage“ ist manchmal auch Warmwasser gemeint: Schwarze Absorbermatten erwärmen das Poolwasser direkt, ganz ohne Strom. Das ist bei Pools die effektivste Solarnutzung, siehe Solare Poolheizung. Für eine Teichpumpe gibt es außerdem fertige Sets mit direkt angeschlossenem Modul, siehe Solarpumpe.
Häufige Fragen
Wie lange halten die Komponenten?
Module 20 bis 30 Jahre, LiFePO4-Akkus meist 10 Jahre und mehr, Blei-Akkus oft nur 3 bis 5 Jahre. Laderegler und Wechselrichter liegen dazwischen.
Kann ich die Anlage später erweitern?
Ja, wenn Laderegler und Akku dafür ausgelegt sind. Kaufen Sie den Regler lieber eine Nummer größer.
Lohnt sich das finanziell?
Eine Inselanlage lohnt sich vor allem dort, wo eine Stromleitung teuer wäre. Ein Balkonkraftwerk rechnet sich über den gesparten Hausstrom oft in vier bis acht Jahren.
Was passiert im Winter?
Der Ertrag bricht stark ein. Akkus sollten frostfrei oder nach Herstellerangabe gelagert werden; Blei-Akkus voll geladen, damit sie nicht einfrieren.



