Zum Inhalt springen
Heimwerker-Berater

Solare Poolheizung

Gartenvon Andreas4 Min. · 10 Abschnitte
Solare Poolheizung
Inhalt10 Abschnitte
  1. Wie sie funktioniert
  2. Absorber oder Kollektor
  3. Wie viel Fläche nötig ist
  4. Wie viel Grad realistisch sind
  5. Aufstellen und ausrichten
  6. Steuerung
  7. Kosten und Betrieb
  8. Einbau in Eigenleistung
  9. Überwintern
  10. Häufige Fragen

Eine solare Poolheizung leitet das Poolwasser durch schwarze Absorber in der Sonne, wo es sich erwärmt, und von dort zurück ins Becken. Die Energie ist kostenlos, bewegt wird das Wasser von der ohnehin vorhandenen Filterpumpe. Im Sommer bringt eine richtig bemessene Anlage einige Grad mehr und verlängert die Badesaison um Wochen – im Winter heizt sie praktisch nicht. Zusammen mit einer Abdeckung ist sie die günstigste Poolheizung, die es gibt.

Wie sie funktioniert

Hinter der Filteranlage zweigt ein Teil des Wassers zu den Absorbern ab. Dort fließt es durch viele dünne Kanäle in schwarzem Kunststoff, nimmt die Sonnenwärme auf und kehrt zum Becken zurück. Ein Dreiwegeventil oder ein Bypass mit zwei Kugelhähnen regelt, wie viel Wasser durch die Solarfläche läuft. Das Wasser muss zuerst durch den Filter, sonst setzen sich die feinen Kanäle der Absorber mit Schmutz zu.

Solare Warmwasseraufbereitung für den Pool
Solare Warmwasseraufbereitung für den Pool | Foto: kropic / Depositphotos.com

Absorber oder Kollektor

BauformEigenschaftenEinsatz
Absorbermattenflexible schwarze Matten aus PE oder EPDM, günstig, keine AbdeckungDach, Böschung, Boden; bei Sonne und Wärme
Absorberplatten oder Kollektorkästenstarre Paneele, teils mit Abdeckung aus Kunststoff oder GlasAufständerung, windige Lagen, längere Saison
Solarkugeln und -pyramidenkompakte Einheiten neben dem Poolkleine Aufstellpools

Unabgedeckte Absorber sind im Hochsommer sehr effektiv, verlieren bei Wind und kühler Luft aber schnell an Leistung. Abgedeckte Kollektoren arbeiten auch im Frühjahr und Herbst noch, sind aber teurer. Für die meisten Gartenpools sind Absorbermatten die wirtschaftlichste Lösung.

Wie viel Fläche nötig ist

Die häufig genannte Faustregel lautet: Absorberfläche etwa 50 bis 100 Prozent der Wasseroberfläche. Ein Becken von 8 × 4 m mit 32 m² Wasserfläche braucht also 16 bis 32 m² Absorber. Am unteren Ende reicht es in sonnigen, windgeschützten Lagen mit Abdeckung, am oberen Ende für Lagen mit viel Wind oder wenn die Saison früh beginnen soll. Kleine Solarkugeln bringen bei großen Becken kaum etwas.

Wie viel Grad realistisch sind

Wie warm es wird, hängt von Sonne, Wind, Fläche, Abdeckung und Beckengröße ab. In einem guten Sommer sind mit ausreichender Fläche Temperaturen einige Grad über dem ungeheizten Becken erreichbar. Ohne Abdeckung geht ein großer Teil des Gewinns nachts wieder verloren – durch Verdunstung und Abstrahlung an der Oberfläche. Eine Solarplane ist deshalb die wichtigste Ergänzung und bringt für sich allein schon spürbar Wärme.

Aufstellen und ausrichten

Die Absorber sollten nach Süden zeigen, ideal mit 20 bis 40 Grad Neigung. Ost-West-Lagen funktionieren mit mehr Fläche. Möglich sind ein Garagen- oder Carportdach, ein Gestell im Garten, eine Böschung oder der Boden – wobei flach liegende Matten im Gras weniger bringen. Je näher am Pool, desto besser: Lange Leitungen kosten Wärme und Pumpendruck.

Jeder Meter Höhe, den das Wasser aufs Dach muss, und jeder Meter Leitung geht zulasten der Filterpumpe. Prüfen Sie, ob Ihre Sandfilterpumpe die zusätzliche Förderhöhe schafft. Auf dem Dach muss die Befestigung sturmsicher sein.

Steuerung

Im einfachsten Fall öffnen Sie morgens den Bypass und schließen ihn abends von Hand. Besser ist eine Solarsteuerung mit zwei Temperaturfühlern: Sie vergleicht Absorber- und Beckentemperatur und schaltet über ein motorisches Ventil nur dann auf Solar, wenn es dort tatsächlich wärmer ist. So kühlt die Anlage das Becken abends und bei Wolken nicht aus. Solche Steuerungen kosten etwa 150 bis 400 Euro mit Ventil.

Kosten und Betrieb

Einfache Absorbermatten für Aufstellpools gibt es ab etwa 100 Euro, Anlagen für ein Einbaubecken mit 20 bis 30 m² Absorberfläche, Verrohrung und Steuerung liegen oft bei 1000 bis 3000 Euro. Die Betriebskosten sind gering, weil die Filterpumpe ohnehin läuft; allenfalls muss sie tagsüber etwas länger laufen. Zum Vergleich: Eine Wärmepumpe heizt unabhängig vom Wetter, braucht aber Strom. Wie sie arbeitet, steht unter Luftwärmepumpen.

Einbau in Eigenleistung

Absorbermatten, Schläuche, Bypass und eine einfache Steuerung lassen sich selbst montieren; eine Sandfilteranlage, wie unter Sandfilteranlage anschließen beschrieben, ist meist schon vorhanden. Bei Dachmontage gilt: Absturzsicherung beachten, Dachhaut nicht beschädigen, die Last des gefüllten Absorbers bedenken.

Überwintern

Vor dem ersten Frost müssen Absorber und Leitungen vollständig entleert werden. Frierendes Wasser sprengt die Kanäle. Matten lassen sich meist ausblasen oder abkoppeln und aufrollen. Wer die Absorber dauerhaft montiert, braucht eine Entleerung am tiefsten Punkt.

Häufige Fragen

Kann der Pool im Winter solar beheizt werden?

Praktisch nicht. Bei tiefer Sonne, kurzen Tagen und kalter Luft reicht der Ertrag nicht. Die Solaranlage verlängert die Saison, sie macht keine Ganzjahressaison.

Muss die Anlage nachts laufen?

Nein, nachts kühlt sie das Wasser eher aus. Die Filterpumpe kann weiterlaufen, dann aber mit geschlossenem Solarkreis.

Was ist günstiger: Solar oder Wärmepumpe?

Im Betrieb ist Solar fast kostenlos, die Wärmepumpe liefert dafür verlässlich Wärme. Viele Poolbesitzer kombinieren beides.

Lohnt sich das für einen kleinen Aufstellpool?

Ja, gerade dort: Kleine Becken reagieren schnell, und wenige Quadratmeter Absorbermatte zusammen mit einer Solarplane bringen deutlich merkbar mehr Temperatur.

Das könnte Sie auch interessieren