Glitzer Wandfarbe

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Glitzer-Wandfarbe enthält feine Partikel, die das Licht reflektieren und die Wand je nach Blickwinkel funkeln lassen. Die meisten Produkte sind keine deckende Farbe, sondern eine transparente Lasur auf einem normalen Grundanstrich. Wer das weiß, plant die Arbeit richtig und wundert sich nicht über eine milchige erste Schicht.
Was drin ist
Glitzerfarben enthalten Effektpigmente aus Kunststoff, Glimmer oder beschichtetem Glas. Sie werden in einem klaren oder leicht getönten Bindemittel gebunden. Je nach Produkt sind sie fein wie Perlglanz oder grob wie Paillettenstaub. Es gibt drei Wege zum Glitzer:
- Fertige Glitzerlasur wird auf eine gestrichene Wand aufgetragen.
- Glitzerfarbe mit Farbton bringt Farbe und Effekt in einem Arbeitsgang, deckt aber oft schwächer als normale Wandfarbe.
- Glitzerzusatz wird in eine gewöhnliche Dispersionsfarbe eingerührt. Das ist günstig, doch ein großer Teil der Partikel verschwindet in der deckenden Farbe.
Wo sie passt
Glitzer wirkt dort, wo Licht auf die Wand fällt, besonders im Streiflicht von Fenster oder Lampe. Beliebt ist sie im Kinderzimmer, im Flur, im Bad an trockenen Flächen, im Schlafzimmer hinter dem Bett oder als Akzentwand im Wohnzimmer. Eine einzelne Wand wirkt meist besser als ein ganzer Raum, der schnell unruhig wird.
Weniger geeignet sind Wände, die oft berührt oder abgewischt werden. Viele Glitzerlasuren sind zwar wischbeständig, die Partikel können sich aber mit der Zeit an stark beanspruchten Stellen abreiben.
Die Farbtöne
Weiß und Silber auf hellem Grund ergeben einen dezenten Schimmer, der erst auf den zweiten Blick auffällt. Grau mit Silberglitzer wirkt modern und kühl. Rosa, Gold und Champagnertöne sind im Kinder- und Schlafzimmer beliebt. Der Grundanstrich bestimmt den Farbton, die Lasur bestimmt den Effekt. Wer unsicher ist, streicht auf einem Stück Karton oder Gipsplatte ein Muster und hält es bei Tages- und Kunstlicht an die Wand.
Der Untergrund
Die Wand muss sauber, tragfähig und gleichmäßig gestrichen sein. Glitzerlasuren decken keine Flecken ab. Auf einem ungleichmäßig saugenden Untergrund wird der Effekt fleckig, weil die Lasur an manchen Stellen stärker einzieht. Neue Putzflächen und Spachtelstellen deshalb vorher grundieren und mit der gewünschten Grundfarbe streichen. Glatte Wände zeigen den Effekt gleichmäßiger, auf Rauhfaser glitzert es eher in Punkten. Für Rauhfaser eignet sich auch die normale Rauhfaserfarbe als Grundanstrich.
Auftragen Schritt für Schritt
- Grundanstrich. Wand im gewünschten Farbton streichen und vollständig trocknen lassen.
- Lasur gut aufrühren. Die Glitzerpartikel setzen sich am Boden ab. Während der Arbeit immer wieder umrühren.
- Mit Rolle, Pinsel oder Schwamm auftragen. Eine kurzflorige Rolle gibt ein gleichmäßiges Bild, ein Schwamm oder Kreuzschlag mit dem Pinsel eine lebendige Struktur.
- Nass in nass arbeiten. Eine Wand ohne Pause fertigstellen, von einer Ecke zur anderen.
- Zweite Schicht nach Bedarf. Für mehr Glitzer nach dem Trocknen einen weiteren Durchgang auftragen.
Bei selbst gemischten Farben: Glitzer nur in kleinen Mengen einrühren und eine Probefläche streichen. Zu viel Glitzer macht die Farbe rau und klumpig.
Verbrauch
Glitzerlasuren sind ergiebig. Als grober Richtwert reicht ein halber Liter für einige Quadratmeter, häufig um 6 m² je Schicht; die genaue Angabe steht auf dem Gebinde. Die Gebinde sind klein, meist 0,5 bis 1 Liter, und im Vergleich zu Wandfarbe teuer. Für eine Akzentwand reicht in der Regel eine Dose.
Draußen verwenden
Die meisten Glitzerfarben sind für Innenräume gemacht. Außen setzen Regen, Frost und UV-Strahlung dem Bindemittel und den Partikeln zu. Nur Produkte, die ausdrücklich für außen freigegeben sind, eignen sich für Fassaden, Gartenmauern oder Balkonwände – und auch sie glitzern nach einigen Jahren weniger.
Überstreichen und entfernen
Wer den Effekt wieder loswerden will, streicht mit einer gut deckenden Dispersionsfarbe darüber. Grobe Glitzerpartikel können sich durch einen Anstrich abzeichnen; dann hilft ein leichter Zwischenschliff oder ein zweiter Anstrich. Glitzer auf Tapete verschwindet mit der Tapete. Ähnliche Fragen stellen sich bei anderen Spezialfarben, etwa bei Latexfarbe oder Magnetfarbe.
Typische Fehler
- Ohne Grundanstrich auf fleckige Wand. Die Lasur betont jeden Fleck.
- Nicht aufgerührt. Oben kaum Glitzer, am Ende ein Klumpen.
- Pause mitten in der Wand. Ansätze glitzern anders.
- Ganzen Raum glitzernd gestrichen. Was als Akzent schön ist, wirkt auf vier Wänden schnell zu viel.
Häufige Fragen
Ist Glitzerfarbe im Kinderzimmer unbedenklich?
Die meisten Innenraumfarben sind lösemittelfrei und emissionsarm. Achten Sie auf Umweltzeichen und darauf, dass das Produkt für Wohnräume freigegeben ist.
Kann ich Glitzer in Kalkfarbe mischen?
Das ist möglich, das Ergebnis ist aber schwer vorherzusagen, weil Kalkfarbe anders trocknet. Probefläche streichen, siehe Kalkfarbe.
Wo kaufe ich Glitzer-Wandfarbe?
In Baumärkten, im Malerfachhandel und online. Die Auswahl an Farbtönen und Effekten ist im Fachhandel und bei spezialisierten Herstellern am größten.
Kann ich Glitzerfarbe im Bad verwenden?
An Wänden außerhalb des Spritzwasserbereichs ja, sofern die Lasur für Feuchträume geeignet ist. Direkt an Dusche und Wanne hält sie nicht dauerhaft. Wer im Bad streichen will, wählt als Grundanstrich eine Feuchtraumfarbe und lüftet gut.


