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Heimwerker-Berater

Teichsauger

Gartenvon Christoph7 Min. · 13 Abschnitte
Teichsauger
Inhalt13 Abschnitte
  1. Was sich am Teichgrund sammelt
  2. Die drei Bauarten
  3. Übliche Leistungswerte
  4. Zubehör, das sich lohnt
  5. Wann und wie oft saugen
  6. Nie alles auf einmal
  7. Entschlammen Schritt für Schritt
  8. Die Sache mit dem Wasser
  9. Wohin mit dem Teichschlamm
  10. Pflege und Lagerung
  11. Kaufen oder leihen
  12. Vorbeugen ist billiger als saugen
  13. Häufige Fragen

Ein Teichsauger arbeitet wie ein Nasssauger mit langem Saugrohr: Er holt Schlamm, Laubreste und Fadenalgen vom Teichgrund, ohne dass Sie das Wasser ablassen müssen. Die Geräte – oft auch Teichschlammsauger genannt – unterscheiden sich vor allem darin, ob sie in Intervallen arbeiten oder durchlaufen. Über Erfolg oder Schaden entscheidet aber weniger das Gerät als die Frage, wann, wie viel und wie vorsichtig Sie saugen.

Was sich am Teichgrund sammelt

Jeder Teich produziert Schlamm. Blätter, Pollen, abgestorbene Pflanzenteile, Fischkot und Futterreste sinken zu Boden und werden dort zersetzt. Das verbraucht Sauerstoff und setzt Nährstoffe frei, die Algen wachsen lassen. Eine dünne Schicht ist normal und gehört zum Lebensraum: In ihr leben Bakterien, Kleinkrebse und Insektenlarven, die organisches Material abbauen.

Kritisch wird es, wenn

  • der Schlamm dicker als etwa 5 bis 10 cm ist (mit einem Stab an mehreren Stellen messen),
  • beim Aufwirbeln Blasen aufsteigen und es nach faulen Eiern riecht,
  • das Wasser trotz Filter dauerhaft trüb bleibt oder die Algenblüte jedes Jahr früher kommt,
  • Seerosen und Unterwasserpflanzen kümmern.

Der Geruch nach faulen Eiern ist Schwefelwasserstoff aus sauerstofffreiem Faulschlamm. Er ist für Fische giftig.

Die drei Bauarten

BauartFunktionGeeignet für
Einkammer-Saugersaugt einen Tank voll, schaltet ab, pumpt ihn leerkleine Teiche, gelegentliche Reinigung
Zweikammer-Saugereine Kammer saugt, die andere entleert sich gleichzeitigmittlere Teiche, fast unterbrechungsfreies Arbeiten
Dauerläufer mit PumpePumpe saugt kontinuierlich, Wasser läuft über Filtersack abgroße Teiche und Schwimmteiche

Dazu kommen Sauger ohne eigenen Motor, die am Gartenschlauch hängen und nach dem Venturi-Prinzip arbeiten: Der Wasserstrahl erzeugt einen Unterdruck, der Schmutz in einen Beutel zieht. Für kleine Becken und Miniteiche reicht das; echten Faulschlamm schaffen sie kaum. Das Prinzip kennt man vom Poolsauger mit Gartenschlauch.

Übliche Leistungswerte

Elektrische Teichsauger für den Garten nehmen meist 1.100 bis 1.800 W auf. Die Saugtiefe liegt bei den meisten Modellen um 2 m, der Tank fasst oft 30 bis 35 Liter. Wichtiger als die Wattzahl ist der Rhythmus: Einkammergeräte saugen nur etwa die Hälfte der Zeit, weil sie zwischendurch entleeren.

Dauerläufer erreichen Förderleistungen von mehreren Tausend Litern pro Stunde. Dafür muss das Abwasser irgendwohin – mit der Leistung wächst auch die Menge, die Sie ableiten oder zurückführen müssen.

Zubehör, das sich lohnt

  • Verschiedene Düsen: breite Bodendüse für den Grund, schmale für Ecken, Bürstendüse für Steine.
  • Verlängerungsrohre, idealerweise genug für die tiefste Stelle plus Reserve.
  • Klarsichtrohr am Saugrohr: Sie sehen sofort, ob Schlamm oder nur Wasser kommt.
  • Filtersack zum Auffangen des Schlamms.
  • Grobschmutzfilter oder Vorabscheider für Laub.

Wann und wie oft saugen

Die besten Zeitfenster sind das zeitige Frühjahr und der Frühherbst. Im Frühjahr saugen Sie, sobald das Wasser etwas wärmer ist, aber vor der Laichzeit von Fröschen und Kröten ab März oder April. Im September und Oktober ist der Großteil der Tiere noch aktiv und kann ausweichen, Amphibien haben das Wasser meist verlassen, und Sie entfernen den Schlamm, bevor das Herbstlaub neuen bringt. Dazwischen reicht es, bei Bedarf einzelne Stellen abzusaugen, etwa unter einem Baum oder in der Fütterungsecke.

Im Winter bleibt der Sauger im Schuppen: Fische und Amphibien überwintern im Bodenbereich und würden aus der Winterruhe gerissen, und kaum ein Gerät verträgt Frost oder eiskaltes Wasser. Im Hochsommer ist das Wasser warm und sauerstoffarm; aufgewirbelter Schlamm verbraucht zusätzlich Sauerstoff.

Nie alles auf einmal

Ein Teich, der an einem Nachmittag komplett blank gesaugt wird, braucht danach eine Saison, um sich zu erholen. Saugen Sie höchstens ein Drittel bis die Hälfte der Teichfläche pro Durchgang und lassen Sie dazwischen einige Wochen Pause. So bleiben Mikroorganismen und Kleintiere erhalten, die den Teich wieder besiedeln. Auch in den abgesaugten Bereichen muss nicht die letzte Flocke weg; ein bis zwei Zentimeter dürfen liegen bleiben. Auf Pflanzkörben und in Pflanzzonen saugen Sie behutsam oder gar nicht – dort ist der Schlamm Nährboden.

Entschlammen Schritt für Schritt

  1. Gerät am Ufer aufstellen, standsicher und nicht höher als nötig über dem Wasserspiegel.
  2. Ablauf klären. Schlauch in ein Beet, auf den Rasen oder in einen Filtersack legen.
  3. Saugrohr zusammenstecken, lieber ein Segment zu lang als zu kurz.
  4. Langsam arbeiten. Die Düse knapp über den Grund führen, nicht hineinstechen. In Bahnen von der flachen zur tiefen Zone.
  5. Behälter kontrollieren bei jeder Entleerung. Libellenlarven, Molche, Kaulquappen und kleine Fische zurücksetzen.
  6. Pausen machen, damit sich aufgewirbeltes Material absetzen kann und Sie sehen, wo Sie schon waren.

Folienteiche sind dabei empfindlicher, als sie aussehen. Eine scharfkantige Düse oder ein zu kräftig aufgedrücktes Rohr kann die Folie beschädigen, besonders an Falten und über Steinen. Verwenden Sie für Folienteiche Düsen mit abgerundeten Kanten oder Bürstendüsen, und drücken Sie nicht. Bei Fertigteichen aus Kunststoff ist das Risiko geringer, aber Kratzer bieten Algen Halt.

Die Sache mit dem Wasser

Jeder Teichsauger saugt mit dem Schlamm eine Menge Wasser ab, oft ein Vielfaches des Schlamms. Bei einem Nachmittag Arbeit können das einige Kubikmeter sein. Drei Wege gibt es:

  1. In Beete oder Rasen leiten. Schlammwasser ist ein guter Dünger. Es darf nicht in einen Bach, einen Graben, ein anderes Gewässer oder den Straßenablauf.
  2. Filtersack benutzen. Das Wasser läuft durch einen Vlies- oder Gewebesack ab, der Schlamm bleibt zurück.
  3. Wasserrückführung. Manche Geräte leiten das gefilterte Wasser in den Teich zurück. Das schont den Wasserstand, bringt aber feine Trübstoffe mit zurück.

Den Wasserverlust gleichen Sie am besten mit Regenwasser aus der Regenwassertonne aus. Leitungswasser bringt je nach Region Nitrat, Phosphat und Kalk mit – genau die Stoffe, die das Algenwachstum fördern. Wenn es Leitungswasser sein muss, füllen Sie langsam und in kleinen Mengen nach, damit sich Temperatur und Wasserwerte nicht schlagartig ändern. Als Faustregel sollte nicht mehr als ein Fünftel des Wassers auf einmal getauscht werden.

Wohin mit dem Teichschlamm

Teichschlamm ist nährstoffreich und ein guter Dünger. Lassen Sie ihn einige Tage an der Luft abtrocknen, dann verliert er den Geruch. Anschließend kann er in dünnen Schichten auf den Kompost oder als Bodenverbesserer unter Sträucher und in Gemüsebeete. Wer sehr große Mengen hat oder den Verdacht, dass der Schlamm belastet ist, etwa durch Straßenabwässer, fragt bei der Kommune nach dem richtigen Entsorgungsweg.

Pflege und Lagerung

Nach jedem Einsatz Tank, Rohre und Schläuche mit klarem Wasser ausspülen. Getrockneter Schlamm wird hart wie Lehm und verklebt Ventile und Dichtungen. Vor dem Winter das Gerät vollständig entleeren und frostfrei lagern – Restwasser in Pumpe oder Ventilen sprengt bei Frost Gehäuse.

Kaufen oder leihen

Wer nur einmal im Jahr einen kleinen Teich reinigt oder gar nur alle zwei Jahre entschlammt, fährt mit Leihen oft besser. Viele Baumärkte und Gerätevermietungen haben Teichsauger im Programm, meist für einen Tagespreis. Bei einem größeren Teich oder mehreren Einsätzen im Jahr lohnt sich ein eigenes Gerät. Einfache Modelle gibt es ab etwa 100 Euro, Zweikammergeräte bekannter Hersteller wie Oase, Gardena, Pontec, Kärcher oder Heissner liegen meist zwischen 150 und 400 Euro.

Vorbeugen ist billiger als saugen

Weniger Schlamm entsteht, wenn weniger organisches Material in den Teich gelangt. Ein Teichnetz im Herbst hält das Laub ab, ein Teichskimmer holt Pollen und Blütenblätter von der Oberfläche, bevor sie absinken. Sparsam füttern: Was die Fische nicht in wenigen Minuten fressen, wird zu Schlamm. Und ein ausreichend großer Teichfilter hält Schwebstoffe zurück.

Teichschlammsauger

Häufige Fragen

Ist ein Teichsauger dasselbe wie eine Schlammpumpe?

Nein. Eine Schlammpumpe steht im Wasser und fördert Schmutzwasser mit Feststoffen, hat aber kein Saugrohr, mit dem man gezielt den Grund abfahren kann. Zum Absenken des Wasserstands ist sie praktisch, zum Entschlammen eher nicht.

Wie oft muss ein Teich entschlammt werden?

Ein naturnaher Teich mit wenig Laubeintrag kommt mit einer Entschlammung alle paar Jahre aus. Fischteiche unter Bäumen brauchen oft jedes Jahr eine.

Schadet das Absaugen den Fischen?

Nicht, wenn Sie abschnittsweise und langsam arbeiten. Kleine Fische und Kaulquappen können in die Düse geraten, deshalb den Tankinhalt vor dem Entleeren kontrollieren. Kritisch ist der aufgewirbelte Faulschlamm, der Sauerstoff verbraucht – bei empfindlichem Besatz während und nach dem Saugen belüften.

Geht auch ein normaler Nasssauger?

Für eine Pfütze Schlamm am Rand ja. Für einen ganzen Teich fehlt ihm das lange Saugrohr, und der kleine Tank ist in Minuten voll.

Kann ich den Teich stattdessen ablassen?

Das ist die große Lösung und für die Tiere erheblich belastender. Sie ist nur sinnvoll, wenn der Teich ohnehin saniert oder die Folie repariert werden muss.

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