Zu welcher Zeit sollte man den Buchsbaum schneiden?

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Buchsbaum verträgt Schnitt wie kaum ein anderes Gehölz, deshalb ist er seit Jahrhunderten die Pflanze für Kugeln, Kegel und niedrige Hecken. Beim Zeitpunkt ist er aber empfindlicher, als man denkt. Die kurze Antwort: Hauptschnitt im Mai oder Juni, Nachschnitt spätestens Anfang September, und immer bei bedecktem Himmel.
Der Hauptschnitt im Frühsommer
Buchs treibt im Frühjahr hellgrün aus. Geschnitten wird, wenn dieser erste Austrieb abgeschlossen ist und die jungen Triebe etwa 2 cm lang sind oder schon leicht verholzen. Je nach Region und Wetter ist das Mitte Mai bis Ende Juni.
Wer zu früh schneidet, nimmt der Pflanze die frischen Triebe, bevor sie ihre Kraft zurückgeben konnten. Wer zu spät dran ist, schneidet kräftiger zurück – das verträgt der Buchs, sieht aber einige Wochen gerupft aus.
Der zweite Schnitt im Spätsommer
Bis zum Hochsommer treibt der Buchs ein zweites Mal durch. Für scharfe Konturen, etwa bei Kugeln und Figuren, folgt deshalb ein Nachschnitt Ende Juli bis Ende August, spätestens Anfang September.
Später sollte nicht geschnitten werden. Jeder Schnitt regt neuen Austrieb an. Kommen die jungen Triebe erst im Oktober, verholzen sie vor dem Winter nicht mehr und erfrieren. Braune Spitzen im Frühjahr sind die Folge.
Warum das Wetter wichtiger ist als das Datum
Schneiden Sie an einem bedeckten, trockenen Tag. Bei voller Sonne verbrennen die Blätter im Inneren der Pflanze, die nach dem Schnitt plötzlich frei liegen. Das zeigt sich als braune oder gelbliche Flecken, die Wochen bleiben.
Nässe ist das zweite Risiko. Pilzkrankheiten wie das Buchsbaum-Triebsterben verbreiten sich über feuchte Blätter und Schnittwunden. Schneiden Sie deshalb nie nach Regen oder bei Tau, sondern wenn die Pflanze abgetrocknet ist und es für die nächsten Tage trocken bleibt.

Das richtige Werkzeug
Für kleine Kugeln und Figuren ist eine Buchsbaumschere mit kurzen, scharfen Klingen am handlichsten. Für Hecken und größere Formen eignen sich Akku-Strauchscheren oder kleine Heckenscheren. Eine Übersicht bietet der Beitrag Buchsbaum schneiden – die besten Scheren und Geräte; zu handgeführten Modellen siehe Buchsbaumschere.
Die Klingen müssen scharf und sauber sein. Stumpfe Klingen quetschen die Triebe, und an gequetschten Stellen setzen Pilze leichter an. Desinfizieren Sie die Schere zwischen zwei Pflanzen mit Alkohol, wenn eine davon krank aussieht.
So schneiden Sie
- Plane unterlegen. Das Schnittgut lässt sich dann einfach aufnehmen. Liegenbleibendes Laub fördert Pilze.
- Von oben nach unten arbeiten. Erst die grobe Form, dann Feinarbeit.
- Nur den Neuaustrieb kürzen. Beim regelmäßigen Formschnitt bleibt etwa 1 cm des neuen Triebs stehen.
- Schablonen nutzen. Für Kugeln eine halbe Kreisschablone aus Pappe oder Draht, für Hecken eine gespannte Schnur.
- Nicht ins Innere schneiden. Die Pflanze soll außen dicht bleiben.
- Nachdüngen. Nach dem Hauptschnitt eine Gabe organischer Dünger hilft beim Neuaustrieb.
Verjüngungsschnitt bei altem Buchs
Ist ein Buchs verkahlt oder aus der Form geraten, hilft ein kräftiger Rückschnitt bis ins alte Holz. Buchs treibt daraus wieder aus, braucht aber Zeit. Der beste Zeitpunkt dafür ist das zeitige Frühjahr, März oder April, bevor der Austrieb beginnt.
Bei Hecken ist ein so starker Rückschnitt zwischen 1. März und 30. September nach dem Bundesnaturschutzgesetz nicht erlaubt. Schonende Form- und Pflegeschnitte sind ganzjährig zulässig – vorher aber nachsehen, ob Vögel darin brüten.
Buchsbaumzünsler im Blick behalten
Der Schnitt ist eine gute Gelegenheit, nach dem Buchsbaumzünsler zu sehen. Seine grünen Raupen mit schwarzen Punkten fressen die Pflanze von innen kahl, erkennbar an Gespinsten und Kotkrümeln. Befallene Zweige großzügig herausschneiden und über den Restmüll entsorgen, nicht über den Kompost.
Kugel, Hecke, Einfassung – was anders ist
Kugeln und Figuren brauchen den zweiten Schnitt im Spätsommer, sonst verwischt die Form bis zum Herbst. Arbeiten Sie hier mit kurzen Klingen und in kleinen Schritten, immer wieder mit Abstand prüfen.
Niedrige Einfassungen an Beeten schneiden Sie oben leicht gewölbt oder waagerecht und an den Seiten leicht nach unten breiter werdend. So bekommen auch die unteren Blätter Licht, und die Einfassung verkahlt nicht von unten.
Höhere Hecken folgen derselben Regel: unten breiter als oben, im Querschnitt wie ein leichtes Trapez. Eine oben breitere Hecke beschattet sich selbst und wird unten licht.
Typische Fehler
- Schnitt in praller Sonne. Verbrannte Blätter, braune Flecken.
- Schnitt im Oktober. Junge Triebe erfrieren im Winter.
- Schnittgut liegen lassen. Ideale Brutstätte für Pilze.
- Stumpfe Schere. Zerfaserte Triebe, die braun werden.
- Schnitt bei Nässe. Öffnet dem Triebsterben die Tür.
Häufige Fragen
Wie oft muss man Buchsbaum schneiden?
Für eine lockere Form reicht ein Schnitt im Frühsommer. Für exakte Kugeln, Figuren und Einfassungen schneiden Sie zweimal im Jahr.
Kann man Buchs im Herbst schneiden?
Leichte Korrekturen bis Anfang September sind möglich. Danach sollte die Schere ruhen, damit die Triebe vor dem Frost ausreifen.
Was mache ich mit dem Schnittgut?
Gesundes Schnittgut kann auf den Kompost. Bei Pilzbefall oder Zünslern gehört es in den Restmüll.


