Drechselbank
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Auf einer Drechselbank dreht sich das Holz, und das Werkzeug steht still in Ihrer Hand. Daraus entstehen runde Teile wie Schalen, Stuhlbeine, Kerzenständer, Griffe und Kreisel. Für den Einstieg entscheiden drei Maße über fast alles: Spitzenweite, Drehdurchmesser und Drehzahlbereich.
Aufbau einer Drechselbank
| Bett | Das Grundgestell, auf dem alles gleitet. Schwer und steif ist besser, weil es Vibrationen schluckt. |
| Spindelstock | Links, mit Motor und angetriebener Spindel. Hier sitzen Mitnehmer oder Futter. |
| Reitstock | Rechts, verschiebbar. Seine mitlaufende Körnerspitze stützt lange Werkstücke. |
| Handauflage | Die Stütze für das Drechselwerkzeug, so nah wie möglich am Holz. |
| Morsekegel | Die kegelige Aufnahme in Spindel und Reitstock, bei Heimwerkermaschinen meist MK 1 oder MK 2. |
Die wichtigen Maße
Spitzenweite ist der größte Abstand zwischen Spindel und Reitstock, also die maximale Werkstücklänge. Für Stuhlbeine und Tischfüße sollten es mindestens 50 cm sein, für Treppenstäbe entsprechend mehr.
Drehdurchmesser über dem Bett ist doppelt so viel wie die Spitzenhöhe, also der Abstand von der Spindelmitte zum Bett. Er bestimmt, wie groß eine Schale werden kann. Einsteigergeräte bieten etwa 25 bis 30 cm, Tischmodelle wie die Proxxon Micro nur rund 8 cm, dafür sind sie für Stifte und Miniaturen ideal.
Gewicht ist kein Nachteil. Eine Maschine mit 30 kg und mehr läuft deutlich ruhiger als ein leichtes Gerät, das bei einem unwuchtigen Rohling über die Werkbank wandert.
Drehzahl: Riemen oder Elektronik
Einfache Maschinen stellen die Drehzahl über Stufenscheiben und einen Keilriemen ein, meist in vier bis fünf Stufen zwischen einigen hundert und gut 2000 U/min. Das Umlegen des Riemens kostet Zeit, und oft fehlt genau die Drehzahl, die man braucht.
Bessere Geräte haben eine stufenlose elektronische Regelung. Beim Schalendrechseln ist eine niedrige Anfangsdrehzahl entscheidend, denn ein unrunder Rohling mit 30 cm Durchmesser wird bei hoher Drehzahl zur Gefahr. Große Rohlinge beginnen Sie immer auf der niedrigsten Stufe und erhöhen erst, wenn das Teil rund läuft.
Langholz und Querholz
Beim Langholzdrechseln verläuft die Faser parallel zur Drehachse. Das Werkstück wird zwischen Mitnehmer und Reitstockspitze gespannt. So entstehen Stuhlbeine, Griffe, Spindeln und Kerzenständer.
Beim Querholzdrechseln verläuft die Faser quer zur Achse. Das Werkstück sitzt nur auf der Spindelseite, auf einer Planscheibe oder in einem Spannfutter. So entstehen Schalen, Teller und Dosen. Querholz ist anspruchsvoller, weil das Werkzeug abwechselnd mit und gegen die Faser schneidet.
Die Grundausstattung an Werkzeugen
- Schruppröhre. Macht aus einem kantigen Rohling einen runden Zylinder.
- Formröhre. Für Kehlen, Rundungen und Schalen.
- Meißel, oft als Ovalmeißel. Für glatte Oberflächen und Wülste an Langholz.
- Abstechstahl. Zum Einstechen auf Maß und zum Abtrennen des fertigen Teils.
- Schaber. Für Innenflächen von Schalen und Dosen.
Ein Set mit fünf bis acht Werkzeugen reicht für den Anfang. Wichtiger als die Anzahl ist die Schärfe: Drechselwerkzeuge werden oft nach wenigen Minuten nachgeschliffen, am besten am Doppelschleifer mit Schleifvorrichtung oder an einem Nassschleifer.
Spannmittel
Mitgeliefert werden meist ein Mitnehmer, eine mitlaufende Körnerspitze und eine Planscheibe. Die wichtigste Erweiterung ist ein Vierbacken-Spannfutter, das Werkstücke ohne Schrauben hält und beim Schalendrechseln unverzichtbar ist. Achten Sie beim Kauf auf das passende Spindelgewinde; es muss zu Ihrer Maschine passen.
Ein Bohrfutter mit Morsekegel im Reitstock macht die Drechselbank zudem zur Bohrmaschine für mittige Bohrungen, etwa für Kerzenhalter oder Pfeffermühlen.
Das richtige Holz
Für den Anfang eignen sich Linde, Ahorn, Buche und Kirsche. Sie drechseln sich gleichmäßig und verzeihen Fehler. Obstgehölze wie Apfel und Birne haben schöne Maserungen. Nadelholz ist weich und faserig und reißt leicht aus.
Frisches, feuchtes Holz lässt sich besonders gut drechseln, verzieht sich aber beim Trocknen. Schalen aus Nassholz werden deshalb meist erst grob vorgedrechselt, einige Wochen getrocknet und dann fertig gedreht. Rohlinge mit Rissen, Ästen oder Einschlüssen sind tabu, denn sie können während der Arbeit auseinanderfliegen.
Sicherheit
- Gesichtsschutz tragen. Mindestens eine Schutzbrille, beim Schalendrechseln ein Gesichtsschild. Ein abgerissenes Holzstück trifft sonst das Gesicht.
- Keine Handschuhe, keine weiten Ärmel, keine Ketten, lange Haare zusammenbinden. Alles, was sich um die Spindel wickeln kann, zieht Sie mit.
- Handauflage nah ans Holz. Maximal wenige Millimeter Abstand, und vor jedem Einschalten das Werkstück von Hand drehen, ob es frei läuft.
- Werkstück sicher spannen. Reitstock fest, Spannfutter angezogen.
- Neben der Flugbahn stehen. Beim Einschalten nicht in der Ebene des Werkstücks.
- Staubabsaugung. Beim Schleifen auf der Drechselbank entsteht viel feiner Staub.
Was eine Drechselbank kostet
Kleine Tischgeräte für Miniaturen gibt es ab etwa 150 Euro. Einsteigermaschinen mit rund 25 bis 30 cm Drehdurchmesser kosten 200 bis 500 Euro. Solide Maschinen mit elektronischer Drehzahlregelung und schwerem Bett liegen bei 600 bis 1500 Euro, Profigeräte darüber. Rechnen Sie für Werkzeuge, Spannfutter und Schleifvorrichtung noch einmal einige hundert Euro dazu.
Häufige Fragen
Kann ich eine Drechselbank selbst bauen?
Es gibt Bauanleitungen, aber die Anforderungen an Rundlauf und Stabilität sind hoch. Für den Einstieg ist ein gebrauchtes Seriengerät die sicherere Wahl.
Muss das Holz vorbereitet werden?
Rohlinge werden grob rund vorgesägt oder die Kanten abgeschrägt, damit sie weniger schlagen. Die Mitte wird angezeichnet und angekörnt.
Kann ich Holzspielzeug drechseln?
Ja, Kreisel, Jojos, Rasseln und Spielfiguren sind klassische Projekte. Für Spielzeug nur speichelfeste Öle oder Wachse verwenden. Zum Verzieren eignet sich ein Brandmalkolben.

