Heizkörperverkleidung selber bauen

Sie haben Ihre Wohnung gerade neu renoviert oder sind in eine neue Wohnung gezogen? Die Inneneinrichtung ist nach der Renovierung nahezu perfekt, wenn da nicht der Heizkörper wäre, der sich einfach nicht in das Gesamtbild der Einrichtung einfügen will. Es gibt jedoch Tricks, wie man den Heizkörper optisch verschönern kann, sodass er besser zur Einrichtung passt.

Vor allem bei alten und klobigen Heizungen wünschen sich viele Menschen eine optische Verbesserung. Klar, könnte man den Heizkörper gegen einen modernen austauschen, sofern der Vermieter da mitmacht oder man ein eigenes Haus besitzt. Aber auch dann wirken diese oft noch störend.

Mit einer Heizkörperverkleidung holen Sie das Beste aus Ihrer Heizung heraus, sodass sie besser in das Gesamtbild Ihrer Wohnung passt. In diesem Beitrag erfahren Sie, wie Sie eine Heizkörperverkleidung selber bauen können und welche Alternativen es dazu gibt.

Heizkörper mit Teddy Bär und Gummi-Stiefeln darauf
Den Heizkörper verschönern? Das schafft man besser mit einer selbst gebauten Heizkörperverkleidung. Hier zeigen wir, wie das gemacht wird! | Foto: belchonock / Depositphotos.com

Was ist eine Heizkörperverkleidung?

Heizkörperverkleidungen können Sie teilweise im Handel kaufen. Sie können diese jedoch mit etwas handwerklichem Geschick auch recht einfach selber bauen. Dies bietet zudem den Vorteil, dass Sie die Verkleidung ganz nach Ihren individuellen Vorstellungen gestalten können. Wie der Name schon sagt, ist die Heizkörperverkleidung eine Verschönerung für die Heizung. Sie wird sozusagen hinter einer neuen Front versteckt, sodass Sie letztendlich besser zur Wohnungseinrichtung passt. Mit einer Verblendung können Sie Ihrem Heizkörper also ein völlig neues Design geben.

Was sind die Vorteile einer Heizkörperverkleidung?

Der größte Vorteil, der für eine solche Verschalung spricht, ist die optische Verschönerung des Heizkörpers. Meistens wirken diese recht klobig oder sie passen optisch einfach nicht zur Einrichtung. Dies gilt vor allem für ältere Rippenheizkörper. Diese können zudem sehr heiß werden, sodass man sich daran mitunter verbrennen kann.

Eine Heizkörperverkleidung bietet in diesem Fall nicht nur eine optische Verschönerung, sondern kann je nach gewähltem Material auch als Schutz dienen, um die oftmals sehr heißen Heizflächen abzuschirmen. Je nach Bauweise, kann die Heizung dann zudem als Ablagefläche oder gar als Sitzmöbel verwendet werden.

Was sind die Nachteile einer Heizkörperverkleidung?

Leider hat eine Verblendung auch gewisse Nachteile. Die Wärmeabgabe der Heizung kann durch die Heizkörperverkleidung mitunter deutlich geringer ausfallen. Dies ist abhängig vom gewählten Material für die Verblendung und von der Bauweise.

Durch eine Verschalung kann es passieren, dass der Raum nicht mehr richtig aufgeheizt wird und es zu einem Wärmeverlust von 7 Prozent und mehr kommt.

Viele Menschen drehen die Heizung dann höher, was unweigerlich dazu führt, dass die Energiekosten deutlich steigen. Sie sollten sich also gut überlegen, ob Sie eine Heizkörperverkleidung bauen möchten oder ob Sie den Heizkörper nicht lieber doch in einer anderen Farbe streichen und ihn somit an die Wohnungseinrichtung anpassen.

Welche Materialien eignen sich als Heizkörperverkleidung?

Für die Heizkörperverkleidung bieten sich Materialien wie Edelstahl, Holz, Glas oder Stein an. Alternativ kann man hierfür auch einen Vorhang wählen. Im Handel sind fertige Elemente für die Heizkörperverkleidung erhältlich. Diese kann man sich direkt auf die richtige Größe zuschneiden lassen.

Wenn Sie sich für eine Verblendung entscheiden, sollten Sie daran denken, dass diese die Wärme möglichst wieder abgibt oder aber die Wärme durchlässt. Auch einfache Sichtschutzzäune lassen sich als Blende nutzen. Mit Holz können Sie die Heizkörperverkleidung leicht selber bauen. Das Holz können Sie dann in der gewünschten Farbe streichen.

Eine gute Planung ist alles

Bevor Sie einfach drauflos bauen, sollten Sie zunächst planen, wie die Heizkörperverkleidung aussehen soll und aus welchem Material Sie sich diese bauen möchten. Messen Sie zunächst aus, wie groß Ihr Heizkörper ist. Sie benötigen die Breite und die Höhe sowie die Tiefe. Berücksichtigen Sie auch die Stelle, an der der Heizkörper befestigt ist. Liegt dieser unter einem Fenster oder ist dieser an einer Wand ohne Fensterbank angebracht? Wenn Sie eine Fensterbank in Ihre Planung mit einbeziehen müssen, überlegen Sie, ob die Verkleidung mit der Fensterbank abschließen soll oder ob Sie diese gegebenenfalls verbreitern möchten.

Beachten Sie außerdem, dass Sie an allen Seiten des Heizkörpers Platz lassen müssen, damit die erwärmte Luft durch die Heizkörperverkleidung nach außen in den Raum abgegeben werden kann. Die warme Luft muss hinter der Verblendung zirkulieren können. Die Heizkörperverkleidung benötigt Löcher oder Luftschlitze, durch die die erwärmte Luft austreten kann. Sonst kann der Raum nicht mehr richtig erwärmt werden. Die Verschalung sollte also insgesamt etwa 10 cm breiter sein als die Heizung selbst. Zur Tiefe müssen Sie ebenfalls noch einmal etwa 5 cm Luft rechnen.

Die Front der Heizkörperverkleidung bauen

Für den Bau der Holzkörperverkleidung benötigen Sie Leisten und Holzbretter. Schneiden Sie die Bretter auf die richtigen Maße zu. Das heißt, wenn Ihre Heizung 80 cm breit ist, müssen Sie diese so zuschneiden, dass die Verschalung später mindestens 90 cm breit ist.

Auch zur Tiefe der Heizung und dem Wandabstand müssen Sie etwa 5 cm dazurechnen, damit die Luft im Innenraum der Verblendung frei zirkulieren kann. Ist die Heizung 60 cm hoch, müssen Sie auch hier etwa 10 cm zurechnen, damit die Luft sowohl über als auch unter der Heizung zirkulieren kann. Alternativ können Sie im Handel auch Lochplatten kaufen und auf die richtige Größe zuschneiden lassen.

Nehmen Sie zwei der Leisten quer und kleben Sie auf diese mit einem Holzkleber die auf Ihre Heizungshöhe zugeschnittenen anderen Leisten im rechten Winkel auf. Denken Sie daran, dass die Leisten 10 cm länger sein müssen als Ihre Heizung hoch ist.

Denken Sie außerdem daran, zwischen den einzelnen Leisten etwa 2 bis 3 cm Platz zu lassen, sodass die erwärmte Luft aus den Schlitzen austreten kann, um die Wärme an den Raum abzugeben. Die Leisten werden sozusagen so auf die Querleisten aufgeklebt, dass optisch ein Zaun entsteht. Wenn Sie eine geschlossene Platte gekauft haben, sägen Sie dort mit einer Stichsäge Schlitze hinein oder ausreichend Löcher, damit die Wärme an den Raum abgegeben werden kann.

Für den Bau der Verschalung benötigen Sie Magnetschnäpper. Schrauben Sie die zu den Metallschnäppern gehörigen Metallscheiben an das Ende der beiden Querleisten. Sie benötigen vier Metallscheiben für alle Enden.

Schrauben Sie die Winkel und Magnetschnäpper an

Schrauben Sie an die Seitenteile der Heizkörperverkleidung jeweils zwei Winkel und an die Wand zwei, mit denen Sie die Seitenteile mit der Front der Verschalung verbinden. Mit Hilfe der Magnetschnäpper befestigen Sie die Frontseite Ihrer Verblendung. Schrauben Sie die Magnetschnäpper von innen an die Seitenteile. Sie haben die Metallscheiben, der Holzkörperverkleidung bereits befestigt. Diese dienen zur Befestigung an den Seitenteilen. Die Front wird also magnetisch an den Seitenteilen gehalten.

Die Seitenteile und die Verblendung anbringen

Zeichnen Sie die richtige Position an der Wand an, damit Sie wissen, wo Sie den Bohrer ansetzen müssen, um die Löcher in der richtigen Position in die Wand zu bohren. Bringen Sie nun die Seitenteile als Rahmen an den Winkeln der Wand an.

Da die Heizkörperverkleidung auf der Innenseite der Frontabdeckung mit den Metallscheiben versehen ist, können Sie diese nun einfach auf den Rahmen klicken. Die Magnetschnäpper können Sie nun noch korrigieren, falls die Verschalung noch nicht richtig sitzen sollte.

Welche Alternativen gibt es zur Heizkörperverkleidung?

Ihnen fehlt das nötige Geschick für den Bau einer Heizkörperverkleidung, aber Sie möchten Ihre Heizung dennoch möglichst „verstecken“? Dann erhalten Sie nun ein paar alternative Tipps, wie Sie dieses Ziel erreichen können. Es gibt viele Möglichkeiten, um einen Heizkörper optisch schöner zu gestalten. Sie müssen also nicht zwingend eine Heizkörperverkleidung bauen. Manche Menschen stören sich zudem daran, dass diese zwar optisch toll aussieht, Sie aber mehr Platz als die eigentliche Heizung benötigt und das es je nach Material und Bauweise der Verblendung zu einem Wärmeverlust kommen kann.

Streichen

Eine Alternative zur Heizkörperverkleidung mit Holz oder Metall ist das einfache Streichen der Heizung. Heutzutage gibt es Heizkörperlacke in unterschiedlichen Farben, sodass Sie Ihre Heizung auf Wunsch sogar mit einem Motiv gestalten können. So wirkt die Heizung im Anschluss wie ein Gemälde, das den Raum optisch verschönert.

Dekorationsfolien

Wenn Sie über einen Plattenheizkörper verfügen, können Sie Ihre Heizung auch mit einer Dekorationsfolie aufpeppen. Aber Vorsicht! Hierfür sind die Folien, die üblicherweise für Schränke verwendet werden, nicht geeignet, da sie nicht hitzebeständig sind. Für Heizungen sind spezielle, wärmebeständige Dekorationsfolien in unterschiedlichen Motiven erhältlich.

Vorhänge

Manchmal muss man einen Heizkörper gar nicht aufwändig dekorieren. Eine Alternative ist das Kaschieren. Für diesen Zweck können Sie unter anderem auch einen undurchsichtigen Vorhang nutzen.

Wenn alle Stricke reißen und Ihnen die Idee für die Neugestaltung Ihrer alten Heizung nicht gefällt, können Sie immer noch in einen Design-Heizkörper investieren. Allerdings ist diese Neuanschaffung mit höheren Kosten verbunden. Design-Heizkörper sind ab etwa 150 Euro zu bekommen. In diesem Fall haben Sie jedoch keine individuelle Gestaltung. Diese bietet sich Ihnen nur dann, wenn Sie Ihre Heizung komplett selbst gestalten mit Hilfe einer Verblendung oder Heizungslack in unterschiedlichen Farben.

FAQ

✅ Heizt die Heizung mit der Heizkörperverblendung genauso gut wie vorher?

Je nach Material und Bauweise der Heizkörperverkleidung kann ein Wärmeverlust von 7 Prozent und mehr entstehen. Es ist also möglich, dass der Raum je nach Größe und Empfinden nicht mehr richtig bzw. ausreichend geheizt wird.

✅ Welche Materialien eignen sich für den Bau einer Heizkörperverkleidung?

Als Materialien eignen sich Holz, Metall, Glas und Stein.

✅ Wozu dient eine Heizkörperverkleidung?

Eine Heizkörperverblendung kann eine in die Jahre gekommene Heizung verschönern. Solche Verblendungen sind im Handel zu bekommen. Wenn Sie jedoch eine individuelle Gestaltung wünschen, kommen Sie nicht darum herum, diese selbst zu bauen.

✅ Was sind die Vor- und Nachteile einer Heizkörperverkleidung?

Die Verkleidung bietet den Vorteil, dass sich die Heizung besser in das Gesamtbild der Wohnungseinrichtung einfügt. Je nach Bauweise und Material kann es jedoch zu einem Wärmeverlust von 7 Prozent und mehr kommen. Dies führt wiederum dazu, dass viele Menschen den Thermostat dann weiter aufdrehen, wodurch der Energieverbrauch und somit die Heizkosten steigen.

✅ Gibt es eine Alternative zur Heizkörperverkleidung?

Eine Heizung lässt sich häufig auch mit einfacheren Mitteln verschönern, wie zum Beispiel mit einem neuen Anstrich. Heizungslacke sind heutzutage in vielen verschiedenen Farben erhältlich. Eine Alternative dazu, sind spezielle wärmebeständige Dekorationsfolien für Heizungen oder aber der gute alte Vorhang.

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