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Heimwerker-Berater

Heizkörperverkleidung selber bauen

Haus & Bauvon Andreas4 Min. · 10 Abschnitte
Heizkörperverkleidung selber bauen
Inhalt10 Abschnitte
  1. Was die Verkleidung können muss
  2. Maß nehmen mit Luftzugabe
  3. Material und Werkzeug
  4. Die Front bauen
  5. Seitenteile und Abdeckung
  6. Abnehmbare Front mit Magnetschnäppern
  7. Das Thermostat
  8. Typische Fehler
  9. Alternativen ohne Verkleidung
  10. Häufige Fragen

Eine selbst gebaute Heizkörperverkleidung passt exakt, kostet einen Bruchteil einer Tischlerarbeit und lässt sich im Stil der Einrichtung gestalten. Damit sie nicht zur Wärmefalle wird, braucht sie Luft: unten offen, oben durchlässig, rundherum Abstand. Mit etwas Planung ist sie an einem Wochenende fertig.

Was die Verkleidung können muss

Bevor Sie Material kaufen, legen Sie fest, was die Verkleidung leisten soll: nur verdecken, zusätzlich eine Ablage bieten, Kinder vor heißen Flächen schützen? Daraus ergeben sich Höhe, Stabilität der Abdeckplatte und Material der Front. In jedem Fall gilt: Das Thermostat muss weiter richtig messen, und der Heizkörper muss für Entlüften und Reinigen erreichbar bleiben. Grundsätzliches zu Bauarten und Wärmeverlust steht unter Heizkörperverkleidung.

Maß nehmen mit Luftzugabe

Messen Sie Breite, Höhe und Tiefe des Heizkörpers einschließlich Ventilen und Anschlüssen, dazu den Abstand zur Wand. Dann rechnen Sie zu:

MaßZugabeBeispiel Heizkörper 80 × 60 × 10 cm
Breiteca. 10 cm (5 cm je Seite)90 cm
Höheca. 10 cm70 cm
Tiefe inkl. Wandabstandca. 5 cmHeizkörper plus Wandabstand plus 5 cm

Prüfen Sie außerdem die Fensterbank: Endet die Verkleidung darunter, darf zwischen Oberkante und Fensterbank ein Spalt bleiben, durch den die warme Luft entweicht. Der Sockel bleibt offen oder erhält eine große Öffnung, damit kühle Luft nachströmen kann.

Material und Werkzeug

  • Leisten aus Kiefer oder Fichte, etwa 20 × 40 mm, für den Rahmen.
  • Platten für Seiten und Abdeckung: MDF oder Multiplex, 12 bis 19 mm. MDF lässt sich glatt lackieren, Multiplex ist stabiler bei Feuchte.
  • Front-Füllung: Rattan- oder Wiener Geflecht, Lochblech, Streckmetall oder ein Lattenrost aus schmalen Leisten.
  • Beschläge: Metallwinkel, Magnetschnäpper, Schrauben, Holzleim.
  • Werkzeug: Stichsäge oder Handkreissäge, Akkuschrauber, Winkel, Schleifpapier, Tacker für das Geflecht.

Achten Sie bei MDF auf formaldehydarme Platten und lackieren Sie alle Flächen einschließlich der Kanten. Unbehandeltes MDF nimmt Feuchte auf und wellt sich an der warmen Heizung.

Die Front bauen

  1. Rahmen zuschneiden. Zwei senkrechte und zwei waagerechte Leisten auf Endmaß der Front.
  2. Rahmen verbinden. Mit Holzleim und Schrauben, Dübeln oder Flachdübeln; auf Winkligkeit prüfen, indem Sie die Diagonalen messen – sie müssen gleich lang sein.
  3. Füllung zuschneiden und von hinten auf den Rahmen tackern oder schrauben. Geflecht vorher leicht anfeuchten, dann spannt es beim Trocknen.
  4. Schleifen und lackieren, am besten vor dem Einsetzen der Füllung.

Je größer die offene Fläche der Front, desto weniger Wärme bleibt hängen. Ein grobmaschiges Geflecht oder Lochblech mit großen Löchern ist besser als schmale Schlitze in einer Platte.

Seitenteile und Abdeckung

Die Seitenteile schneiden Sie aus Plattenmaterial auf Höhe und Tiefe der Verkleidung zu. Sie können unten einen Ausschnitt erhalten, damit Luft auch seitlich einströmt. Die Abdeckplatte ragt vorn und an den Seiten ein bis zwei Zentimeter über. Oben braucht sie Luftauslässe: eine Reihe Bohrungen, ein ausgesägtes Gitter oder einfach einen Spalt von einigen Zentimetern zwischen Platte und Wand.

Seiten und Abdeckung verschrauben Sie von innen mit Winkeln miteinander. Die Konstruktion wird entweder an der Wand befestigt oder steht auf dem Boden und wird mit einem Winkel gegen Kippen gesichert.

Abnehmbare Front mit Magnetschnäppern

Die Front sollte sich ohne Werkzeug abnehmen lassen. Am einfachsten gelingt das mit Magnetschnäppern: Schrauben Sie an die Innenseite der Seitenteile kleine Winkel oder Leisten als Anschlag und setzen Sie darauf die Magnete, die Gegenplättchen kommen an den Frontrahmen. Unten kann die Front auf einer schmalen Leiste stehen. Zum Entlüften oder Putzen ziehen Sie die Front einfach ab.

Das Thermostat

Ein Thermostatkopf hinter der Front misst die gestaute Wärme und regelt den Raum zu kalt. Entweder sparen Sie in der Front oder im Seitenteil eine Öffnung aus, durch die der Kopf herausragt, oder Sie montieren einen Thermostatkopf mit Fernfühler, dessen Sensor an einer freien Wandstelle sitzt. Wie Thermostatventile funktionieren, erklärt Heizkörper-Thermostatventil.

Typische Fehler

  • Geschlossener Sockel. Ohne Zuluft von unten sinkt die Heizleistung stark.
  • Massive Abdeckplatte direkt an der Wand. Die warme Luft staut sich unter der Platte.
  • Zu knapp gemessen. Die Front liegt am Heizkörper an und wird heiß.
  • Unlackiertes MDF. Verzieht sich in der ersten Heizperiode.
  • Fest verschraubte Front. Jede Wartung wird zur Baustelle.

Alternativen ohne Verkleidung

Oft reicht weniger. Ein alter Heizkörper kann mit Heizkörperlack neu gestrichen werden, das wirkt erstaunlich. Dekorfolien für Heizkörper gibt es in vielen Mustern, sie müssen aber ausdrücklich hitzebeständig sein. Vorhänge vor dem Heizkörper sehen gemütlich aus, schlucken aber viel Wärme und sind deshalb die schlechteste Lösung.

Häufige Fragen

Heizt der Heizkörper mit Verkleidung genauso gut?

Nicht ganz. Mit offener Front, freiem Sockel und Luftauslässen oben bleibt der Verlust gering, meist im einstelligen Prozentbereich. Geschlossene Konstruktionen können deutlich mehr kosten.

Welches Holz eignet sich?

Für den Rahmen trockenes Nadelholz, für Platten beschichtetes oder lackiertes MDF oder Multiplex. Massivholzplatten arbeiten an der Heizung stark und reißen leicht.

Was kostet eine selbst gebaute Verkleidung?

Material für einen Heizkörper von 80 cm Breite kostet je nach Füllung etwa 40 bis 100 Euro. Rattangeflecht ist teurer als Lochblech oder Leisten. Wie Sie die Leimfugen sauber hinbekommen, steht unter Holz leimen.

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