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Heimwerker-Berater

Konturenlehre

Haus & Bauvon Andreas4 Min. · 9 Abschnitte
Konturenlehre
Inhalt9 Abschnitte
  1. Nachbilden, prüfen, vervielfältigen
  2. Die Arten im Überblick
  3. Wo die Nadellehre an ihre Grenzen kommt
  4. Anwendung Schritt für Schritt
  5. Worauf es beim Kauf ankommt
  6. Eine Konturenlehre selbst bauen
  7. Das Beispiel Türzarge
  8. Typische Fehler
  9. Häufige Fragen

Eine Konturenlehre überträgt eine Form von einem Gegenstand auf ein Werkstück, ohne dass man sie ausmessen muss. Die bekannteste Bauart ist der Nadelkamm, der sich an ein Profil anschmiegt. Daneben gibt es feste Profillehren, verstellbare Winkel und ganz einfache Schablonen aus Pappe. Welche Lehre die richtige ist, hängt davon ab, ob Sie eine Form nachbilden, prüfen oder vervielfältigen wollen.

Nachbilden, prüfen, vervielfältigen

In der Werkstatt dienen Lehren drei Zwecken. Nachbilden heißt, eine unbekannte Form abzunehmen, etwa das Profil einer Türzarge, damit die Fliese darum herum passt. Prüfen heißt, eine gefertigte Form mit einer Vorgabe zu vergleichen – eine Radiuslehre zeigt zum Beispiel, ob eine Rundung stimmt. Vervielfältigen heißt, dieselbe Form mehrfach herzustellen, etwa zwanzig gleiche Ausschnitte für Treppenstufen.

Heimwerker brauchen meist das Erste. Dafür ist die Nadellehre gebaut, die ausführlich unter Kontur-Vervielfältigungslehre beschrieben ist.

KLRStec Konturenlehre zur Übertragung von Konturen

Die Arten im Überblick

ArtFunktionTypischer Einsatz
Nadellehre (Konturenkamm)Nadeln passen sich der Form anZargen, Rohre, Profile beim Bodenverlegen
Radius- und Profillehrefeste Schablonen mit bekannten MaßenRundungen und Fasen prüfen
Schmiegeverstellbarer Winkelschräge Wände, Dachschrägen, Gehrungen
Schablone aus Pappe oder Sperrholzselbst geschnittene Form im Maßstab 1:1große, unregelmäßige Flächen
Digitale Lehretastet oder fotografiert und misst elektronischFachbetriebe, Serienfertigung

Wo die Nadellehre an ihre Grenzen kommt

Eine Nadellehre erfasst nur so viel, wie sie breit und tief ist, bei kleinen Modellen etwa 13 × 3 cm. Für eine ganze Nische, eine Treppenwange oder den Ausschnitt um eine Badewanne ist sie zu klein. Dann ist eine Schablone aus Pappe schneller und genauer: Pappe grob zuschneiden, an die Form legen, mit dem Cutter Stück für Stück nacharbeiten, bis sie passt. Die fertige Schablone wird auf das Werkstück gelegt und umfahren.

Für Winkel, etwa an schräg verlaufenden Wänden, ist eine Schmiege genauer als jede Nadellehre. Sie nimmt den Winkel ab und hält ihn fest, bis er auf das Werkstück übertragen ist.

Anwendung Schritt für Schritt

  1. Werkzeug wählen. Kleine Profile mit der Nadellehre, Winkel mit der Schmiege, große Flächen mit Schablone.
  2. Referenz festlegen. Wand, Boden oder eine bereits verlegte Reihe – jedenfalls eine Kante, die auch auf dem Werkstück vorhanden ist.
  3. Kontur abnehmen. Lehre gerade andrücken, Nadeln oder Winkel fixieren.
  4. Übertragen. Mit spitzem Bleistift oder feinem Filzstift nachzeichnen, bei Fliesen mit einem Fliesenstift.
  5. Mit Zugabe schneiden. Etwas außerhalb der Linie, Rest nacharbeiten.
  6. Probepassen. Werkstück an das Hindernis halten, bevor geklebt oder eingeklickt wird.
Die KLRStec Konturenlehre im Einsatz

Worauf es beim Kauf ankommt

  • Größe. Etwa 13 cm reichen für die meisten Zargen und Rohre, 25 cm für breitere Profile.
  • Feststellung. Ein Hebel verhindert, dass sich die Nadeln beim Übertragen verschieben.
  • Nadelmaterial. Kunststoff schont Oberflächen, Metall ist feiner.
  • Gleichmäßiger Lauf. Die Nadeln sollen weder klemmen noch von allein herausrutschen.
  • Koppelbarkeit. Manche Lehren lassen sich aneinanderstecken.

Konturenlehren gibt es in jedem Baumarkt und bei Werkzeughändlern. Einfache Modelle kosten unter 10 Euro, gute mit Feststellung etwa 15 bis 35 Euro. Digitale Geräte kosten ein Vielfaches und lohnen sich für Heimwerker kaum.

Eine Konturenlehre selbst bauen

Für einen einzelnen Ausschnitt tut es eine improvisierte Lehre. Dafür eignet sich ein Stück Pappe, in das man von einer Kante aus im Abstand weniger Millimeter parallele Schnitte setzt. Die so entstandenen Streifen werden gegen das Hindernis gedrückt und knicken an der Kontur um. Genauer geht es mit Zahnstochern oder Schaschlikspießen, die dicht nebeneinander zwischen zwei Holzleisten geklemmt werden und sich gegen Reibung verschieben lassen.

Solche Behelfe funktionieren, sind aber ungenauer und umständlicher als eine gekaufte Lehre. Bei einem ganzen Raum mit Laminat oder Fliesen lohnt die Anschaffung.

Das Beispiel Türzarge

An der Türzarge zeigt sich, wie die Werkzeuge zusammenspielen. Beim Laminat ist die sauberste Lösung, die Zarge unten um die Stärke von Boden und Dämmung zu kürzen und das Paneel darunterzuschieben. Dafür braucht man keine Lehre, sondern ein Reststück als Anschlag und eine flach geführte Säge. Bei Fliesen geht das nicht, weil der Fliesenkleber aufträgt und die Fliese nicht unter die Zarge passt. Hier nimmt die Nadellehre das Profil ab, und die Fliese wird exakt darum herum geschnitten.

Die Faustregel: Bei schwimmenden Böden die Zarge kürzen, bei geklebten Belägen die Kontur ausschneiden. Bei Stahlzargen, die sich nicht kürzen lassen, bleibt ohnehin nur die Lehre. Wer mehrere gleiche Türen im Haus hat, nimmt die Kontur einmal ab, überträgt sie auf ein Stück Pappe und hat so eine Schablone für alle weiteren Zargen.

Typische Fehler

  • Falsches Werkzeug für die Aufgabe. Eine Nadellehre für eine schräge Wand ist ungenauer als eine Schmiege.
  • Referenzkante vergessen. Die Form stimmt, der Ausschnitt sitzt daneben.
  • Kontur spiegelverkehrt übertragen. Wer das Werkstück umdreht, um auf der Rückseite anzuzeichnen, muss die Lehre mitdrehen.
  • Direkt auf der Linie geschnitten. Eine Fliese ist schnell zu klein und nie mehr zu groß.

Häufige Fragen

Wie funktioniert eine Konturenlehre?

Die Nadeln sind einzeln verschiebbar und sitzen mit leichter Reibung in einer Führung. Beim Andrücken werden sie von der Form zurückgeschoben und bilden deren Profil als Negativ ab.

Welche Lehre soll ich kaufen?

Für Bodenarbeiten eine Nadellehre aus Kunststoff mit Feststellung, etwa 13 cm breit. Dazu eine Schmiege, wenn schräge Wände im Spiel sind. Ein Modell mit festen Radien lohnt sich nur für Holzarbeiten.

Gibt es Alternativen?

Pappschablonen, Schmiegen, ein Anreißwinkel für rechte Winkel und ein Messschieber für genaue Maße. Für große Formen ist die Pappschablone oft unschlagbar.

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