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Heimwerker-Berater

Maurerhammer

Werkzeugvon Christoph4 Min. · 10 Abschnitte
Inhalt10 Abschnitte
  1. Woran man ihn erkennt
  2. Berliner und Rheinische Form
  3. Das richtige Gewicht
  4. Holz-, Stahl- oder Glasfaserstiel
  5. Einen Stein zuschlagen
  6. Weitere Einsätze auf der Baustelle
  7. Wo andere Werkzeuge besser sind
  8. Verwandte Hämmer
  9. Sicher arbeiten
  10. Häufige Fragen

Der Maurerhammer ist das Universalwerkzeug am Mauerwerk. Mit der flachen Bahn schlägt er Nägel und klopft Steine ins Mörtelbett, mit der scharfen Schneide auf der Rückseite teilt er Ziegel und Kalksandstein und schlägt Mörtel ab. Wer mauert, hat ihn am Gürtel – wer nur ein Bild aufhängt, braucht ihn nicht.

Woran man ihn erkennt

Das Erkennungszeichen ist die Schneide: Der hintere Teil des Kopfes läuft nicht in eine Finne oder Klaue aus, sondern in eine breite, quer zum Stiel stehende Kante. Mit ihr wird der Stein angeritzt und gespalten. Die vordere Bahn ist quadratisch oder rund und dient wie bei jedem Hammer zum Schlagen. Bei vielen Modellen sitzt seitlich am Kopf ein Schlitz zum Ziehen von Nägeln – auf der Baustelle praktisch, wenn Schalungsbretter oder Lehren gelöst werden.

Berliner und Rheinische Form

MerkmalBerliner FormRheinische Form
Schneideflacher und breiterschmaler, kräftiger
Nagelzieherseitlich am Kopfje nach Hersteller seitlich oder in der Schneide
VerbreitungNord- und OstdeutschlandWest- und Süddeutschland

Daneben gibt es regionale Formen wie die Münchner, die Holländische oder die Amerikanische, die hierzulande kaum eine Rolle spielen. Für den Heimwerker ist die Form Geschmackssache; entscheidend sind Gewicht und Stiel.

Das richtige Gewicht

Maurerhämmer haben meist ein Kopfgewicht zwischen 500 und 800 Gramm. Leichtere Hämmer ermüden weniger, schwerere spalten Steine mit weniger Schlägen. Für Heimwerker ist ein Kopf um 600 Gramm ein guter Kompromiss. Wer den ganzen Tag Steine zuschlägt, nimmt eher den schwereren – die Arbeit erledigt dann die Masse statt der Muskel.

Auch die Stiellänge spielt mit. Übliche Maurerhämmer haben einen Stiel um 30 cm. Ein längerer Stiel erhöht die Schlagkraft, macht den Hammer aber kopflastiger und ungenauer. Nehmen Sie den Hammer vor dem Kauf in die Hand: Er sollte sich ausgewogen anfühlen und beim lockeren Pendeln nicht nach vorn ziehen.

Holz-, Stahl- oder Glasfaserstiel

  • Holzstiel. Klassisch aus Esche oder Hickory. Er dämpft Schläge gut, kann aber bei Fehlschlägen neben dem Stein brechen und muss im trockenen Sommer gelegentlich nachgekeilt werden.
  • Stahlrohrstiel. Unverwüstlich, der Kopf löst sich nie. Dafür überträgt er mehr Vibrationen ins Handgelenk; ein guter Gummigriff ist Pflicht.
  • Glasfaserstiel. Leicht, dämpfend, witterungsfest. Heute bei vielen Profis die erste Wahl.

Achten Sie beim Holzstiel darauf, dass der Kopf fest sitzt. Ein lockerer Hammerkopf, der beim Schlag abfliegt, ist eine echte Gefahr.

Einen Stein zuschlagen

  1. Anreißen. Die Trennlinie mit Bleistift oder Kreide auf allen Seiten markieren.
  2. Ritzen. Mit der Schneide leicht rundum entlang der Linie schlagen, sodass eine flache Kerbe entsteht.
  3. Spalten. Den Stein auf eine weiche Unterlage legen, etwa Sand oder einen Mörtelsack, und mit einem kräftigen Schlag auf die Kerbe teilen.
  4. Nacharbeiten. Unebenheiten an der Bruchkante mit der Schneide abschlagen.

Das gelingt bei Vollziegeln und Kalksandstein gut. Bei Lochziegeln und Hohlblocksteinen bricht der Stein leicht unkontrolliert; hier ist Übung gefragt.

Weitere Einsätze auf der Baustelle

Mit der Bahn werden frisch gesetzte Steine ins Mörtelbett geklopft und ausgerichtet – bei größeren Steinen übernimmt das ein Gummihammer. Die Schneide schlägt alten Mörtel von wiederverwendeten Ziegeln und dünne Putzreste von der Wand. Mit dem Nagelzieher lösen Sie Schalungen und Richtlatten.

Für größere Putzflächen ist der Maurerhammer das falsche Werkzeug. Dafür gibt es das Putzbeil oder einen elektrischen Meißelhammer.

Wo andere Werkzeuge besser sind

Moderne Plansteine und Porenbeton werden nicht zugeschlagen, sondern gesägt – mit einer Gasbetonsäge oder einer Steinsäge. Das ergibt glatte Fugen, die beim Dünnbettmörtel nötig sind. Für präzise Schnitte in hartem Stein nehmen Sie eine Steintrennmaschine. Für Pflastersteine gibt es den eigenen Pflasterhammer, für Fliesen den Fliesenmeißel.

Verwandte Hämmer

  • Zimmermannshammer. Mit Klaue statt Schneide, zum Nageln und Nägelziehen im Holzbau.
  • Lattenhammer. Mit Beilschneide für Holzlatten, gern verwechselt mit dem Maurerhammer.
  • Maurerbeil oder Putzbeil. Mit zwei Schneiden, zum Abschlagen von Putz und Leichtbeton.
  • Geologenhammer. Ähnlicher Kopf, aber zum Spalten von Gestein und ohne Nagelzieher.

Sicher arbeiten

Beim Zuschlagen fliegen Splitter. Eine Schutzbrille ist deshalb kein Luxus, sondern Pflicht – Steinsplitter im Auge sind eine der häufigsten Verletzungen am Bau. Handschuhe schützen vor scharfen Bruchkanten. Schlagen Sie nie mit dem Maurerhammer auf einen gehärteten Meißel; dafür ist der Fäustel da. Gehärteter Stahl auf gehärtetem Stahl kann absplittern.

Prüfen Sie den Kopf regelmäßig auf Risse und einen aufgepilzten Bahnrand. Ein ausgefranster Rand gehört abgeschliffen, sonst lösen sich Späne.

Häufige Fragen

Kann ich mit dem Maurerhammer Nägel einschlagen?

Ja, dafür ist die Bahn gedacht. Für viel Nagelarbeit ist ein Zimmermannshammer aber ausgewogener.

Was ist ein Grundsteinhammer?

Eine meist aufwendig verzierte, oft versilberte Nachbildung des Maurerhammers. Bauherren oder Ehrengäste klopfen damit bei der Grundsteinlegung symbolisch auf den Stein. Auf der Baustelle hat er keine Aufgabe.

Was kostet ein guter Maurerhammer?

Gute Markenhämmer liegen bei 20 bis 40 Euro. Billighämmer unter 10 Euro haben oft weiche Schneiden, die schnell stumpf werden.

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