Schlosserhammer
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Der Schlosserhammer ist der Standardhammer für Metallarbeiten und in den meisten Werkzeugkästen der Hammer schlechthin. Er hat eine flache Bahn für kräftige Schläge und eine keilförmige Finne gegenüber, genormt in der DIN 1041. Entscheidend ist das Kopfgewicht: Die Norm reicht von 50 g bis 2000 g, und der Unterschied ist nicht nur eine Frage der Kraft.
Aufbau in Kürze
| Bahn | Die flache, gehärtete Schlagfläche mit leicht gebrochenen Kanten. |
| Finne | Das keilförmige Ende gegenüber. Zum Strecken, Stauchen und Nieten von Blech, und für Schläge an engen Stellen. |
| Auge | Die ovale Öffnung im Kopf, in der der Stiel sitzt. |
| Stiel | Meist Esche oder Hickory, seltener Stahlrohr oder Glasfaser. |
| Keil | Treibt das Stielende im Auge auseinander und hält den Kopf fest. |
Bahn und Finne sind gehärtet, die Mitte um das Auge bleibt zäher. So verträgt der Kopf harte Schläge, ohne zu springen.
Welches Gewicht wofür
| Kopfgewicht | Typische Arbeiten |
| 50–200 g | Körnen, Anreißen, Stifte, Feinmechanik, Modellbau |
| 300 g | Allrounder für Werkbank und Haushalt |
| 500 g | Meißeln, Durchtreiber, allgemeine Metallarbeit, Bau |
| 800–1000 g | Kräftiges Meißeln, Splinte, Bolzen lösen |
| 1500–2000 g | Richten, Schmieden, schwere Montage |
Wer nur einen Hammer kauft, nimmt 300 g. Er ist schwer genug für Dübel, Nägel und Meißelarbeiten im Haushalt und leicht genug, um präzise zu treffen. Wer regelmäßig in der Werkstatt mit Meißel und Durchschlag arbeitet, ergänzt einen 500er oder 800er.
Ein zu schwerer Hammer ermüdet das Handgelenk und trifft ungenau, ein zu leichter verleitet dazu, mit Kraft statt mit Masse zu arbeiten. Beides endet öfter auf dem Daumen.
Der Stiel
Holz dämpft Schwingungen am besten und lässt sich ersetzen. Esche ist üblich, Hickory ist zäher und teurer. Achten Sie auf einen Faserverlauf, der längs durch den Stiel läuft; quer angeschnittene Fasern sind eine Sollbruchstelle.
Stahlrohr ist praktisch unzerstörbar, überträgt aber mehr Vibration auf die Hand. Einige Modelle haben einen gummierten Griff, der das mildert.
Glasfaser liegt dazwischen: leicht, schwingungsarm, wetterfest. Ein gebrochener Glasfaserstiel lässt sich allerdings meist nicht ersetzen.
Die Stiellänge wächst mit dem Kopfgewicht. Fassen Sie am Stielende an, nicht direkt unter dem Kopf – die Hebelwirkung macht den Schlag, nicht der Unterarm.
Die Finne und ihre Verwandten
Die klassische deutsche Finne steht quer zum Stiel. Daneben gibt es Formen, die im Handel ebenfalls als Schlosserhammer laufen:
- Englischer Schlosserhammer (Kugelhammer). Statt der Finne eine halbkugelige Pinne, gedacht zum Nieten und Treiben von Blech. Er ist meist schwerer ausgeführt als der deutsche Hammer gleicher Größe.
- Hammer mit Längsfinne. Die Finne steht parallel zum Stiel, praktisch bei Arbeiten neben einer Wand.
- Schonhammer. Für empfindliche Oberflächen, mit Köpfen aus Kunststoff, Gummi oder Kupfer. Mehr dazu beim Schonhammer.
Für Holz ist der Schlosserhammer übrigens nur die zweitbeste Wahl. Zimmerleute nehmen den Zimmermannshammer mit Klaue, auf dem Dach den Lattenhammer. Den Unterschied erklärt der Beitrag Latthammer und Hammer.
Einen lockeren Kopf richtig befestigen
Ein wackelnder Hammerkopf ist gefährlich, er kann im Schwung abfliegen. Nicht mit Wasser „aufquellen“ lassen: Das hält einen Tag und lässt das Holz danach umso stärker schwinden.
- Stiel prüfen. Ist er eingerissen oder gebrochen, wird er ersetzt.
- Alten Keil entfernen oder, wenn er nicht herausgeht, einen zusätzlichen Querkeil setzen.
- Kopf aufsetzen, indem Sie den Stiel senkrecht mit dem Ende auf die Werkbank stoßen. Das Trägheitsmoment treibt den Kopf nach unten.
- Holzkeil längs einschlagen, überstehende Reste bündig absägen.
- Stahl-Ringkeil oder Spreizkeil quer dazu setzen. Er spreizt das Holz zusätzlich und sichert den Holzkeil.
Richtig zuschlagen
Halten Sie den Hammer am Stielende und lassen Sie die Bewegung aus dem Ellbogen kommen, bei leichten Schlägen aus dem Handgelenk. Der Blick bleibt auf dem Ziel, nicht auf dem Hammerkopf. Die Bahn soll flach auftreffen, sonst rutscht sie ab oder beschädigt mit der Kante das Werkstück. Beim Meißeln halten Sie den Meißel locker, nicht verkrampft, und schauen auf die Schneide – dann trifft der Hammer den Meißelkopf erstaunlich zuverlässig von selbst.
Sicher arbeiten
- Schutzbrille tragen, besonders beim Meißeln. Splitter vom Werkstück oder vom Meißelkopf treffen fast immer das Gesicht.
- Nie zwei gehärtete Hammerköpfe aufeinanderschlagen. Gehärteter Stahl kann dabei absplittern.
- Pilzköpfe an Meißeln und Durchschlägen abschleifen. Der aufgestauchte Rand bricht sonst beim nächsten Schlag ab.
- Bahn sauber und fettfrei halten. Eine ölige Bahn rutscht vom Nagel ab.
- Beschädigte Bahn nicht weiterbenutzen. Ausbrüche an der Kante zeigen, dass die Härtung versagt.
Worauf Sie beim Kauf achten
Geschmiedete Köpfe sind gegossenen vorzuziehen. Die Bahn sollte plan und sauber geschliffen sein, die Kanten leicht angefast. Ein Hinweis auf DIN 1041 ist ein gutes Zeichen, garantiert aber noch keine Qualität. Prüfen Sie den Sitz: Zwischen Stiel und Auge darf kein Spalt sein, der Keil muss sauber eingeschlagen sein.
Ein ordentlicher Schlosserhammer mit Eschenstiel kostet 10 bis 25 Euro, mit Hickory- oder Glasfaserstiel 20 bis 40 Euro. Sehr billige Hämmer sparen fast immer an der Härtung.
Häufige Fragen
Welcher Hammer gehört in die Grundausstattung?
Ein Schlosserhammer mit 300 g und ein Schonhammer. Wer Holz baut, ergänzt einen Zimmermannshammer. Einen Überblick gibt Grundausstattung der Heimwerker-Werkstatt.
Warum heißt er Schlosserhammer?
Weil er das Grundwerkzeug des Schlossers war, also des Metallhandwerkers. Heute heißt der Beruf Metallbauer, der Hammer blieb.
Kann ich damit Steine spalten?
Für gelegentliche Arbeiten mit einem Meißel ja. Für Pflaster und Naturstein gibt es eigene Hämmer, etwa den Pflasterhammer oder den Maurerhammer.
Wie lange hält ein Hammerstiel?
Bei normaler Nutzung viele Jahre. Holzstiele trocken lagern, nicht in der Sonne liegen lassen und gelegentlich mit Leinöl einreiben.



