Baumwurzel und Baumstumpf entfernen

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Einen Baumstumpf bis etwa 30 cm Stammdurchmesser bekommen Sie mit Spaten, Axt und etwas Ausdauer selbst aus dem Boden. Der wichtigste Arbeitsschritt passiert dabei schon beim Fällen. Wer den Stamm nicht bodennah, sondern auf gut einem Meter Höhe absägt, hat später einen Hebel, der die halbe Arbeit abnimmt. Einen Überblick über alle Methoden bis zur Stubbenfräse gibt der Artikel Baumwurzel entfernen.
Flachwurzler und Tiefwurzler
Wie viel Arbeit ein Stumpf macht, hängt von seinem Wurzelsystem ab. Flachwurzler wie Fichte, Birke oder Pappel breiten ihre Wurzeln tellerförmig dicht unter der Oberfläche aus. Sie lassen sich relativ leicht freilegen, aber die Wurzeln reichen weit. Tiefwurzler wie Eiche, Kiefer oder Walnuss haben eine kräftige Pfahlwurzel, die senkrecht nach unten geht. Hier ist weniger Fläche aufzugraben, dafür muss tiefer gegraben und die Pfahlwurzel durchtrennt werden. Herzwurzler wie Linde oder Buche liegen dazwischen.
Das Werkzeug
| Spaten und Schaufel | Zum Freilegen. Ein spitzer Spaten dringt besser zwischen die Wurzeln. |
| Kreuzhacke | Lockert verdichteten Boden und kappt dünne Wurzeln. |
| Axt oder Beil | Für Wurzeln bis Armdicke. Vorsicht bei Steinen im Boden. |
| Wurzel- oder Bügelsäge | Schneidet auch in der Erde, ohne dass die Axt abprallt. |
| Brechstange | Zum Hebeln, wenn der Stamm kurz ist. |
| Gartenschlauch | Spült Erde aus dem Wurzelballen, damit Sie sehen, wo noch Verbindungen sind. |
Eine Kettensäge hat im Erdreich nichts verloren. Schon ein kleiner Stein macht die Kette stumpf, und ein Rückschlag im engen Graben ist gefährlich.
Schritt für Schritt
- Beim Fällen einen Stamm von 1 bis 1,5 m stehen lassen. Er ist Ihr Hebel.
- Ringgraben ausheben. Rund um den Stumpf im Abstand von etwa einem halben Meter einen Graben von 30 bis 50 cm Tiefe ziehen. Die Erde auf einer Plane lagern, dann ist das Zufüllen einfacher.
- Hauptwurzeln freilegen. Mit Spaten, Hacke und Wasserstrahl die Wurzeln sichtbar machen.
- Wurzeln doppelt kappen. Jede starke Wurzel an zwei Stellen durchtrennen, einmal nah am Stock und einmal etwa eine Spatenbreite weiter außen, und das Stück herausnehmen. So entsteht eine Lücke, und die Wurzel behindert beim Weitergraben nicht.
- Stamm als Hebel nutzen. Den Stamm kräftig hin und her drücken. Wo der Boden sich hebt, sitzt noch eine Wurzel. Freilegen, kappen, weiter.
- Pfahlwurzel durchtrennen, sobald der Stock kippt. Bei Tiefwurzlern ist das der letzte und schwierigste Schnitt, oft mit der Säge schräg von der Seite.
- Stock herausheben, notfalls zu zweit oder mit einer Sackkarre.
- Loch füllen mit der Aushuberde und etwas Mutterboden, lagenweise antreten, damit später nichts absackt.
Wenn der Stamm schon ab ist
Wurde der Baum bodennah gefällt, fehlt der Hebel. Dann hilft eine lange Brechstange, die unter den Wurzelstock geschoben wird, oder ein Seilzug, der an einer starken Wurzel befestigt wird. Bei größeren Stümpfen ist die Fräse die realistischere Wahl, siehe Baumwurzel entfernen.
Die Kraft richtig einteilen
Ein Stumpf von 25 cm Durchmesser kann einen ganzen Tag dauern. Arbeiten Sie mit Pausen, heben Sie mit geradem Rücken und aus den Beinen. Wechseln Sie zwischen Graben, Hacken und Sägen ab, das verteilt die Belastung auf unterschiedliche Muskeln. Zu zweit geht es deutlich schneller, weil einer hebelt, während der andere die freiwerdenden Wurzeln kappt.
Leitungen im Boden
Vor dem Graben sollten Sie wissen, was unter dem Stumpf liegt. Wasser-, Gas- und Stromleitungen, Drainagen und Abwasserrohre verlaufen oft genau dort, wo früher einmal ein Baum gepflanzt wurde. Bäume wachsen gern mit den Wurzeln in undichte Abwasserrohre hinein. Prüfen Sie Pläne und graben Sie im Zweifel mit der Hand statt mit der Hacke. Ein durchtrenntes Stromkabel ist lebensgefährlich.
Verwittern lassen
Muss die Fläche nicht sofort frei sein, ist Geduld die bequemste Methode. Sägen Sie den Stumpf so tief wie möglich ab, bohren Sie Löcher hinein und füllen Sie sie mit Kompost. Ein feucht gehaltener, abgedeckter Stumpf zersetzt sich innerhalb weniger Jahre so weit, dass er sich mit der Axt zerschlagen lässt. Bis dahin lässt er sich mit Efeu, Kapuzinerkresse oder einem aufgesetzten Pflanzgefäß kaschieren.
Ausbrennen
Das Ausbrennen eines Stumpfes wird gelegentlich empfohlen, funktioniert aber schlecht: Holz im feuchten Boden glimmt eher, als dass es brennt, und kann über Tage unterirdisch weiterschwelen. In vielen Gemeinden ist offenes Feuer dieser Art ohnehin verboten. Von dieser Methode ist abzuraten.
Wohin mit dem Wurzelstock
Wurzelholz ist voller Erde und Steine und damit schlecht als Brennholz zu gebrauchen. Größere Mengen nimmt der Grünschnittplatz oder Wertstoffhof an, meist gegen Gebühr. Ein dekorativer Stock kann auch als Totholzelement im Garten liegen bleiben, als Unterschlupf für Igel und Insekten.
Häufige Fragen
Wie lange dauert das Ausgraben?
Bei 15 cm Durchmesser rechnen Sie mit ein bis zwei Stunden, bei 30 cm mit einem Tag oder mehr, je nach Boden und Baumart.
Treibt der Baum nach dem Fällen wieder aus?
Manche Arten ja, etwa Kirsche, Pflaume, Pappel und Robinie. Dort sollten Sie den Stumpf samt Hauptwurzeln entfernen oder die Austriebe über eine Saison konsequent abschneiden.
Kann ich Wurzelreste im Boden lassen?
Dünne Wurzeln ja, sie verrotten. Nur bei Pflaster und Fundamenten sollte nichts Größeres zurückbleiben, weil der Boden über verrottendem Holz nachsackt.



