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Heimwerker-Berater

Fluchtrucksack

Werkzeugvon Christoph4 Min. · 9 Abschnitte
Inhalt9 Abschnitte
  1. Wofür man ihn realistisch braucht
  2. Was hinein gehört
  3. Der Dokumentenordner zuerst
  4. Der richtige Rucksack
  5. Packen und lagern
  6. Regelmäßig prüfen
  7. Was nicht hinein gehört
  8. Der Rucksack ist nur ein Teil der Vorsorge
  9. Häufige Fragen

Ein Fluchtrucksack, auch Notgepäck oder Bug-out-Bag genannt, ist ein vorgepackter Rucksack, mit dem Sie Ihr Zuhause innerhalb weniger Minuten verlassen können. Das klingt nach Weltuntergang, ist aber in Wahrheit viel alltäglicher: Evakuierungen wegen Hochwasser, Bombenfunden, Bränden oder Gaslecks kommen in Deutschland jedes Jahr vor, und dann bleibt oft nur eine Viertelstunde zum Packen.

Wofür man ihn realistisch braucht

Die Szenarien, für die ein Notgepäck gedacht ist, sind meist kurz und lokal: eine Nacht in der Turnhalle, weil in der Nachbarschaft eine Fliegerbombe entschärft wird. Zwei Tage bei Verwandten, weil der Keller unter Wasser steht. Eine Evakuierung nach einem Chemieunfall.

In all diesen Fällen geht es nicht ums Überleben in der Wildnis, sondern darum, die wichtigsten Papiere, Medikamente und ein Minimum an Versorgung dabeizuhaben, ohne in Panik durch die Wohnung zu laufen. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) empfiehlt deshalb jedem Haushalt ein solches Notgepäck.

Was hinein gehört

Die folgende Liste orientiert sich an den Empfehlungen des BBK. Pro Person ein Rucksack, für Kinder angepasst.

  • Dokumente. Personalausweis, Reisepass, Krankenkassenkarte, Impfpass. Kopien von Geburtsurkunde, Versicherungspolicen, Grundbuch oder Mietvertrag, Zeugnissen und Kontoverbindungen, wasserdicht verpackt.
  • Medikamente. Persönliche Dauermedikation für mehrere Tage, dazu eine kleine Erste-Hilfe-Ausstattung.
  • Bargeld. In kleinen Scheinen, falls Kartenzahlung ausfällt.
  • Wasser und Verpflegung für etwa zwei Tage: eine Trinkflasche, haltbare Lebensmittel in staubdichter Verpackung.
  • Kleidung. Wetterfeste Jacke, Wechselwäsche, feste Schuhe, Mütze.
  • Schlafen. Leichter Schlafsack oder Wolldecke.
  • Licht und Information. Taschenlampe oder Stirnlampe mit Ersatzbatterien, ein batteriebetriebenes oder Kurbelradio.
  • Hygiene. Zahnbürste, Seife, Toilettenpapier, Handtuch, Hygieneartikel.
  • Kleinkram. Taschenmesser, Besteck, Becher, Feuerzeug, Arbeitshandschuhe, Atemschutzmaske, Handy-Ladekabel und geladene Powerbank.
  • Für Kinder. Ein Kuscheltier oder Spiel – eine Nacht in der Notunterkunft ist sonst sehr lang.

Die vollständige Checkliste finden Sie im Ratgeber für Notfallvorsorge des BBK.

Der Dokumentenordner zuerst

Die größte Sorge nach einer Evakuierung ist selten das Essen, sondern der Papierkram: Versicherung, Bank, Behörden. Legen Sie deshalb eine Dokumentenmappe an, die unabhängig vom Rucksack griffbereit steht und im Ernstfall als Erstes mitgenommen wird. Ergänzend lohnt eine verschlüsselte digitale Kopie auf einem USB-Stick oder in einem Cloudspeicher.

Der richtige Rucksack

Ein Wanderrucksack mit 30 bis 45 Litern reicht für eine Person. Wichtig sind ein gepolsterter Hüftgurt, der das Gewicht auf das Becken verlagert, und ein wasserabweisendes Material oder eine Regenhülle. Militär-Look ist nicht nötig; ein unauffälliger Rucksack ist in einer Notunterkunft sogar angenehmer.

Gewicht: Packen Sie so, dass Sie den Rucksack eine Stunde lang zu Fuß tragen können. Für die meisten Erwachsenen sind das um 10 kg. Wasser ist das Schwerste; eine volle Flasche reicht, Nachschub gibt es in jeder Notunterkunft.

Packen und lagern

  1. Schwere Dinge nah an den Rücken, auf Schulterblatthöhe. Das hält den Schwerpunkt stabil.
  2. Häufig Gebrauchtes oben oder in Außentaschen: Lampe, Regenjacke, Dokumente.
  3. Alles in Beutel verpacken. Zippbeutel oder Packsäcke halten Wasser ab und schaffen Ordnung.
  4. Lagerort neben der Wohnungstür oder im Flurschrank, nicht im Keller. Der ist bei Hochwasser als Erstes unerreichbar.

Regelmäßig prüfen

Ein gepackter Rucksack wird schnell vergessen. Einmal im Jahr durchsehen: Sind die Lebensmittel noch haltbar, die Medikamente aktuell, die Batterien geladen, passt die Kleidung den Kindern noch? Ein fester Termin hilft, etwa die Zeitumstellung im Frühjahr oder Herbst.

Was nicht hinein gehört

Viele fertige Survival-Sets aus dem Internet sind voll mit Dingen, die im realistischen Ernstfall nicht helfen: Feuerstahl, Angelhaken, Drahtsäge, Nachtsichtgerät. Das macht den Rucksack schwer und lenkt vom Wichtigen ab. Messer mit feststehender Klinge über 12 cm dürfen in der Öffentlichkeit ohnehin nicht geführt werden, und in einer Notunterkunft sind sie unerwünscht.

Fertige Sets sind ein Einstieg, aber prüfen Sie jedes Teil. Meist fehlt das Wichtigste – Ihre Dokumente und Medikamente –, weil der Hersteller es nicht beilegen kann.

Der Rucksack ist nur ein Teil der Vorsorge

Für den häufigeren Fall, dass Sie zu Hause bleiben, etwa bei einem längeren Stromausfall, zählt der Vorrat im Haus: Trinkwasser, Lebensmittel, Licht, Heizung. Das BBK empfiehlt Wasser von etwa zwei Litern pro Person und Tag und einen Lebensmittelvorrat für mehrere Tage. Wer Technik für den Stromausfall sucht, findet mehr beim Notstromaggregat für das Einfamilienhaus und beim Baustellenradio mit Akkubetrieb.

Häufige Fragen

Ist ein Fluchtrucksack übertriebene Panikmache?

Nein. Es geht nicht um Katastrophenszenarien, sondern um Evakuierungen, die jedes Jahr Tausende Menschen betreffen. Ein gepackter Rucksack kostet einmal einen Nachmittag und spart im Ernstfall die kopflose Suche.

Brauche ich einen pro Person?

Ja, im Idealfall. Jeder trägt sein eigenes Gepäck, und wenn die Familie getrennt wird, hat jeder das Nötigste dabei. Kleine Kinder bekommen einen kleinen Rucksack, das Schwere tragen die Eltern.

Was ist mit Haustieren?

Notunterkünfte nehmen Tiere nicht immer auf. Packen Sie Futter, Leine, Transportbox, Impfausweis und ein Foto des Tieres ein, und überlegen Sie vorher, wo es unterkommen könnte.

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