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Heimwerker-Berater

Gipskartonplatten Feuchtraum

Haus & Bauvon Christoph4 Min. · 10 Abschnitte
Inhalt10 Abschnitte
  1. Woraus Gipskarton besteht
  2. Was die Feuchtraumplatte anders macht
  3. Wo sie eingesetzt werden darf
  4. Die Unterkonstruktion
  5. Verarbeiten Schritt für Schritt
  6. Ohne Fliesen: streichen
  7. Alternativen zur grünen Platte
  8. Lüften bleibt Pflicht
  9. Typische Fehler
  10. Häufige Fragen

Die grüne Gipskartonplatte ist im Bad Standard – und wird oft überschätzt. Sie ist imprägniert, aber nicht wasserdicht. Die eigentliche Arbeit macht die Abdichtung unter den Fliesen; die Platte sorgt nur dafür, dass gelegentliche Feuchte ihr nicht sofort schadet.

Woraus Gipskarton besteht

Eine Gipskartonplatte hat einen Kern aus Gips, der beidseitig mit Karton ummantelt ist. Der Karton gibt die Zugfestigkeit, der Gips die Formstabilität und den Brandschutz. Das Prinzip ist alt: Schon 1894 wurde in den USA eine Gipsplatte mit Papierlagen patentiert. Heute ist sie der Grundbaustoff im Trockenbau, siehe Rigipsplatten.

Was die Feuchtraumplatte anders macht

Feuchtraumplatten sind imprägniert: Gipskern und Karton enthalten wasserabweisende Zusätze, die die Wasseraufnahme verringern. Man erkennt sie am grünen Karton und an der Kennzeichnung auf der Rückseite. Früher hießen sie GKBI, nach der europäischen Norm DIN EN 520 werden sie als Typ H geführt, meist H2.

Typ A (früher GKB)Standardplatte für trockene Räume
Typ H2 (früher GKBI)imprägniert, Gesamtwasseraufnahme höchstens 10 Prozent
Typ DFH2 (früher GKFI)imprägniert und für Brandschutz, oft rot-grün gekennzeichnet
Gipsfaserplatteohne Karton, Fasern im Gips, fester und feuchteunempfindlicher

Wo sie eingesetzt werden darf

Für häusliche Bäder, Gäste-WC, Waschküchen und Küchen sind Feuchtraumplatten üblich. Im Spritzwasserbereich von Dusche und Wanne brauchen sie immer eine Abdichtung aus Flüssigfolie mit Dichtbändern in Ecken und Anschlüssen, geregelt in DIN 18534. Ohne diese Schicht saugt sich die Platte über die Fugen der Fliesen langsam voll, der Karton schimmelt und der Gips verliert seine Festigkeit.

Für Bereiche mit hoher Wasserbelastung, etwa bodengleiche Duschen, Dampfbäder oder gewerbliche Nassräume, empfehlen viele Hersteller keine Gipsplatten, sondern zementgebundene Bauplatten. Welche Platte zulässig ist, legen die Wassereinwirkungsklasse und die Systemangaben des Herstellers fest.

Die Unterkonstruktion

Im Bad wird mit Metallständern gebaut, nicht mit Holz – Holz arbeitet bei Feuchtigkeit und kann faulen. Die Profile sind verzinkt. Soll gefliest werden, stehen die Ständer enger als im Wohnbereich: Statt der üblichen 62,5 cm meist etwa 40 bis 42 cm Achsabstand bei einfacher Beplankung, damit die Wand unter dem Gewicht der Fliesen nicht nachgibt. Alternativ wird doppelt beplankt. An Stellen, wo Waschtisch, WC oder Handtuchheizkörper hängen, gehören Tragständer oder Montageplatten in die Wand.

Verarbeiten Schritt für Schritt

  1. Zuschneiden. Karton mit dem Cuttermesser anritzen, Platte brechen, Rückseite durchtrennen. Schnittkanten mit dem Kantenhobel anfasen.
  2. Montieren. Mit Schnellbauschrauben im Abstand von etwa 25 cm an die Ständer schrauben. Plattenstöße immer auf einem Ständer.
  3. Fugen spachteln. Mit Fugenspachtel und bei Bedarf Bewehrungsstreifen. Nach dem Trocknen schleifen, siehe Rigips schleifen.
  4. Grundieren. Die ganze Fläche mit einer geeigneten Grundierung behandeln, sonst entzieht der Karton der Abdichtung und dem Kleber Wasser.
  5. Abdichten. In Ecken, an Boden- und Wandanschlüssen und an Rohrdurchführungen Dichtband und Manschetten einbetten, dann die Flächen zweilagig mit Flüssigfolie streichen.
  6. Fliesen. Mit flexiblem Fliesenkleber, siehe Fliesenkleber auftragen.

Ohne Fliesen: streichen

Wo nicht gefliest wird, etwa an der Decke oder außerhalb des Spritzwasserbereichs, genügt nach dem Spachteln eine Feuchtraumfarbe. Sie ist dampfdurchlässig und enthält oft Zusätze gegen Schimmel, siehe Feuchtraumfarbe. An Decken im Bad sorgt eine Schattenfuge am Rand für einen sauberen Abschluss, siehe Decken in Feuchträumen.

Alternativen zur grünen Platte

  • Gipsfaserplatten sind fester, schlagzäher und vertragen Feuchte besser. Sie sind schwerer zu schneiden.
  • Zementgebundene Bauplatten sind feuchteunempfindlich und für Nassbereiche mit hoher Belastung gedacht.
  • Hartschaumplatten aus XPS mit Zementbeschichtung sind leicht, wasserfest und dämmen. Sie eignen sich für Duschtrennwände, Vorsatzschalen und Badmöbel.
  • Porenbeton-Planbauplatten sind massiv und leicht zu bearbeiten, siehe Gasbetonsteine.

Lüften bleibt Pflicht

Auch die beste Platte hilft nicht, wenn die Luftfeuchtigkeit im Bad dauerhaft hoch bleibt. Nach dem Duschen kräftig lüften oder einen Lüfter einbauen, der bei hoher Feuchte selbst anspringt. Feuchte, die nicht abgeführt wird, schlägt sich in kalten Ecken nieder – und dort wächst Schimmel auf jeder Wand, egal welcher Farbe der Karton ist.

Typische Fehler

  • Grüne Platte ohne Abdichtung in der Dusche. Nach wenigen Jahren ist die Wand hinter den Fliesen weich.
  • Holzständer statt Metall.
  • Ständerabstand wie im Wohnzimmer. Die Fliesen reißen in den Fugen.
  • Plattenkante auf dem Boden aufgesetzt. Sie saugt Wasser vom Estrich; immer etwa 1 cm Abstand lassen.

Häufige Fragen

Kann ich normale Gipskartonplatten im Bad verwenden?

Außerhalb der Nassbereiche ist das technisch oft möglich, üblich und sicherer sind aber imprägnierte Platten. Der Preisunterschied ist gering.

Braucht die Feuchtraumplatte eine Grundierung?

Ja, vor jeder Abdichtung, jedem Kleber und jedem Anstrich.

Wie dick sollte die Platte sein?

Üblich sind 12,5 mm. Für Fliesen an Wänden mit großen Ständerabständen wird doppelt beplankt.

Kann ich an einer Gipskartonwand Hängeschränke befestigen?

Leichte Lasten halten spezielle Hohlraumdübel, siehe Rigipsdübel. Für Hängeschränke, Spiegelschränke oder ein Wand-WC gehören Tragständer, Holz- oder Metalltraversen oder Montageplatten in die Wand, bevor sie geschlossen wird.

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