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Heimwerker-Berater

Kreuzschaltung

Haus & Bauvon Andreas4 Min. · 9 Abschnitte
Kreuzschaltung
Inhalt9 Abschnitte
  1. Von der Wechsel- zur Kreuzschaltung
  2. Wo sie typischerweise eingesetzt wird
  3. Der Kreuzschalter von außen und innen
  4. Die Leitungen dazwischen
  5. Die Alternative: Stromstoßschalter mit Tastern
  6. Warum Sie nicht selbst anschließen sollten
  7. Fehler erkennen
  8. Typische Planungsfehler
  9. Häufige Fragen

Mit einer Kreuzschaltung lässt sich eine Lampe von drei oder mehr Stellen aus ein- und ausschalten, etwa im Treppenhaus über drei Etagen oder in einem langen Flur mit mehreren Türen. Sie besteht aus zwei Wechselschaltern an den Enden und beliebig vielen Kreuzschaltern dazwischen. Den Anschluss am Netz darf nur eine Elektrofachkraft vornehmen – verstehen und planen können Sie sie selbst.

Von der Wechsel- zur Kreuzschaltung

Ein normaler Ausschalter unterbricht eine Leitung. Eine Wechselschaltung mit zwei Wechselschaltern erlaubt das Schalten von zwei Stellen: Jeder Schalter legt den Strom wahlweise auf eine von zwei Leitungen, die zwischen den Schaltern verlaufen und Korrespondierende heißen. Stehen beide Schalter auf derselben Leitung, brennt das Licht, stehen sie über Kreuz, ist es aus. Jede Betätigung an einer der beiden Stellen kehrt den Zustand um.

Die Kreuzschaltung setzt zwischen die beiden Wechselschalter einen oder mehrere Kreuzschalter. Ein Kreuzschalter hat vier Anschlüsse und macht genau eines: Er vertauscht die beiden Korrespondierenden miteinander. Damit kehrt er, genau wie die Wechselschalter, den Schaltzustand der Lampe um. So lassen sich beliebig viele Schaltstellen in Reihe hintereinanderhängen.

SchaltstellenBenötigte Schalter
1Ausschalter
22 Wechselschalter
32 Wechselschalter + 1 Kreuzschalter
42 Wechselschalter + 2 Kreuzschalter
n2 Wechselschalter + (n − 2) Kreuzschalter

Wo sie typischerweise eingesetzt wird

  • Treppenhäuser über drei Etagen, mit Schaltern unten, in der Mitte und oben.
  • Lange Flure mit mehreren Zimmertüren.
  • Große Wohnräume mit mehreren Eingängen, etwa Wohn-Ess-Bereich mit Terrassentür.
  • Schlafzimmer, in denen das Deckenlicht an der Tür und an beiden Bettseiten schaltbar sein soll.
  • Kellergänge und Garagen mit Zugang von mehreren Seiten.

Der Kreuzschalter von außen und innen

Von vorn ist ein Kreuzschalter nicht von einem Aus- oder Wechselschalter zu unterscheiden. Wippe und Rahmen sind bei einer Schalterserie identisch. Der Unterschied liegt im Schaltereinsatz: Der Kreuzschalter hat vier Klemmen, der Wechselschalter drei, der Ausschalter zwei. Im Handel werden Einsätze und Abdeckungen oft getrennt verkauft, sodass alle Schalter eines Raums gleich aussehen, egal welche Funktion dahintersteckt.

Für Feuchträume und den Außenbereich gibt es Kreuzschalter in Aufputz-Ausführung mit Schutzart IP44 oder IP54, für den Innenbereich die üblichen Unterputzeinsätze in allen gängigen Schalterprogrammen.

Die Leitungen dazwischen

Zwischen allen Schaltern einer Kreuzschaltung müssen die beiden korrespondierenden Adern durchgehend verlegt sein. Dazu kommen je nach Aufbau Neutralleiter und Schutzleiter. Bei Neubau oder Renovierung ist deshalb vorab zu klären, wo welche Leitung liegen muss – nachträglich ist das nur mit Stemmarbeiten möglich. Planen Sie die Schaltstellen gemeinsam mit dem Elektriker, bevor Wände verputzt werden.

Die Alternative: Stromstoßschalter mit Tastern

Ab etwa drei Schaltstellen ist eine Kreuzschaltung nicht mehr die eleganteste Lösung. Die Alternative ist ein Stromstoßschalter im Verteiler oder in einer Abzweigdose, angesteuert von einfachen Tastern. Jeder Tastendruck schaltet das Licht um. Die Taster werden parallel angeschlossen, der Verdrahtungsaufwand ist geringer, und weitere Schaltstellen lassen sich einfacher ergänzen.

Kreuzschaltung
  • Keine zusätzliche Elektronik
  • Klassisch, jeder Elektriker kennt sie
  • Leise, kein Klicken im Verteiler
  • Günstig bei drei Schaltstellen
Stromstoßschalter
  • Weniger Leitungen zwischen den Schaltstellen
  • Beliebig erweiterbar
  • Leicht mit Zeitschaltung oder Smart Home koppelbar
  • Hörbares Klicken, zusätzliches Bauteil

Bei nachträglicher Erweiterung ohne Stemmarbeiten helfen Funkschalter. Ein Funkempfänger sitzt an der Lampe oder in der Schalterdose, die zusätzlichen Schaltstellen sind batteriebetriebene oder energieautarke Funktaster, die einfach an die Wand geklebt werden.

Warum Sie nicht selbst anschließen sollten

Arbeiten an der Hausinstallation, also alles hinter der Steckdose, sind in Deutschland Elektrofachkräften vorbehalten. Das hat handfeste Gründe: Bei einer Kreuzschaltung gibt es viele Adern, die leicht vertauscht werden, und ein falsch angeschlossener Schutzleiter fällt im Alltag nicht auf, bis jemand eine Lampe berührt. Außerdem kann ein Versicherer im Schadensfall die Leistung verweigern, wenn eine Laieninstallation die Ursache war.

Was Sie tun können: den Bedarf planen, die Schaltstellen festlegen, Schalterprogramm und Farbe auswählen, Schlitze nach Absprache vorbereiten. Das spart dem Elektriker Zeit und Ihnen Geld.

Fehler erkennen

Funktioniert eine Kreuzschaltung nur in bestimmten Kombinationen, sind meist Adern an einem Schalter vertauscht, etwa eine Korrespondierende auf der falschen Klemme. Typisches Symptom: Ein Schalter funktioniert nur, wenn ein anderer in einer bestimmten Stellung steht. Das ist kein Defekt am Schalter, sondern ein Verdrahtungsfehler und gehört vom Elektriker geprüft. Flackern oder Knistern im Schalter deutet auf lose Klemmen hin – in diesem Fall den Stromkreis abschalten und nicht weiter benutzen.

Typische Planungsfehler

  • Zu wenige Schaltstellen geplant. Ein Schalter fehlt immer genau da, wo man im Dunkeln steht.
  • Verschiedene Schalterserien. Nachträglich ergänzte Schalter anderer Hersteller passen optisch nicht.
  • Ungünstige Höhe. Üblich sind etwa 1,05 m über dem fertigen Fußboden, neben Türen auf der Griffseite.
  • Kreuzschaltung für vier und mehr Stellen. Hier ist der Stromstoßschalter meist die bessere Wahl.

Häufige Fragen

Was kostet ein Kreuzschalter?

Einsätze einfacher Serien kosten wenige Euro, Markenprogramme mit Rahmen und Wippe meist 10 bis 25 Euro je Schaltstelle. Hinzu kommt die Arbeit des Elektrikers.

Wie viele Kreuzschalter kann ich einbauen?

Technisch beliebig viele. Praktisch wird es ab vier oder fünf Schaltstellen unübersichtlich.

Kann ich einen Wechselschalter gegen einen Kreuzschalter tauschen?

Nicht einfach so, denn der Kreuzschalter braucht vier Adern statt drei. Ob die vorhandene Leitung reicht, muss der Elektriker prüfen.

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