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Heimwerker-Berater

Magnetbohrmaschine

Werkzeugvon Christoph4 Min. · 9 Abschnitte
Inhalt9 Abschnitte
  1. Wofür der Magnet da ist
  2. Der Elektromagnet und seine Grenzen
  3. Kernbohrer statt Spiralbohrer
  4. Einsatzbereiche
  5. Sicherheitsgurt ist Pflicht
  6. Bohren in sechs Schritten
  7. Die Nachteile
  8. Worauf Sie beim Kauf achten
  9. Häufige Fragen

Eine Magnetbohrmaschine ist eine tragbare Bohrmaschine mit Elektromagnet im Fuß. Eingeschaltet, hält der Magnet das Gerät fest auf Stahl – waagerecht, senkrecht und über Kopf. So lassen sich in Stahlträgern, Blechen und Konstruktionen große Löcher bohren, die mit einer Handbohrmaschine nicht zu schaffen wären.

Wofür der Magnet da ist

Der Magnet ersetzt den Bohrständer, und zwar dort, wo man keinen aufstellen kann: an einem verbauten Träger, an einer Stahlstütze, an einem Kranbahnträger. Die Maschine steht damit so fest wie eine Ständerbohrmaschine, der Bohrer läuft exakt senkrecht, und das Drehmoment verschwindet nicht im Handgelenk des Bedieners.

Ein verbreiteter Irrtum: Der Magnet soll keine Späne aus dem Loch ziehen. Er hält nur die Maschine. Die Späne werden vom Bohrwerkzeug und dem Kühlmittel abgeführt.

Der Elektromagnet und seine Grenzen

Der Magnet arbeitet elektrisch und hält nur, solange Strom fließt. Die Haftkraft gängiger Geräte liegt bei rund 10.000 Newton und mehr. Das klingt nach viel, hängt aber stark vom Untergrund ab:

  • Materialstärke. Die volle Haftkraft erreichen die meisten Geräte erst ab etwa 10 mm Stahl. Auf dünnem Blech hält der Magnet deutlich schwächer.
  • Oberfläche. Farbe, Zunder, Rost und Unebenheiten schaffen einen Luftspalt, und jeder Zehntelmillimeter kostet Haftkraft. Die Aufstellfläche sollte blank und eben sein.
  • Werkstoff. Nur ferromagnetischer Stahl trägt. Auf Aluminium, Kupfer und austenitischem Edelstahl hält der Magnet nicht – dort braucht es eine Vakuumplatte oder eine Spannvorrichtung.

Einige Geräte haben zwei Magnetstufen: eine schwache zum Ausrichten, eine volle zum Bohren.

Kernbohrer statt Spiralbohrer

Magnetbohrmaschinen arbeiten vor allem mit Kernbohrern. Ein Kernbohrer schneidet nur einen Ring aus dem Material; übrig bleibt ein runder Kern, den ein Auswerferstift nach dem Bohren herausdrückt. Das braucht viel weniger Leistung als ein Vollbohrer, der das gesamte Volumen zerspanen muss. Ein 30-mm-Loch in 20 mm Stahl ist damit in weniger als einer Minute fertig.

Kernbohrer gibt es aus HSS für Baustahl und mit Hartmetallschneiden für harte Stähle und hohe Stückzahlen. Übliche Durchmesser reichen von 12 bis über 50 mm, die Schnitttiefe liegt meist bei 30 oder 50 mm. Mit Adapter nehmen viele Maschinen auch normale Metallbohrer oder Gewindebohrer auf.

Die Beschichtung spielt für den Magneten keine Rolle. Sogenannte Titan-Bohrer sind in aller Regel HSS-Bohrer mit Titannitrid-Beschichtung und damit ebenso magnetisch wie jeder andere Stahlbohrer. Das stört nicht, denn der Bohrer sitzt fest im Aufnahmeschaft.

Einsatzbereiche

  • Stahlbau und Schlosserei: Anschlusslöcher in Trägern, Stützen und Laschen
  • Montage vor Ort, wenn Teile nicht zur stationären Maschine können
  • Brücken-, Hallen- und Anlagenbau
  • Reparaturen an Maschinen und Fahrzeugrahmen
  • Schiffbau

Im Heimwerkerbereich ist die Magnetbohrmaschine selten nötig. Für gelegentliche Löcher in Blech oder Flachstahl reichen eine Tisch- oder Säulenbohrmaschine oder ein Stufenbohrer in der Handmaschine.

Sicherheitsgurt ist Pflicht

Fällt der Strom aus, fällt die Maschine ab. Das passiert, wenn jemand über das Kabel stolpert, der Baustromverteiler auslöst oder der Stecker herausrutscht. Bei senkrechter oder Überkopfmontage muss die Maschine deshalb immer mit dem mitgelieferten Sicherheitsgurt oder einer Kette gegen Absturz gesichert sein. Das schreiben die Hersteller vor, und es ist keine Formalie – die Geräte wiegen 10 bis 25 kg.

Außerdem gilt: Schweißarbeiten am selben Werkstück sind tabu, solange die Magnetbohrmaschine daran haftet. Der Schweißstrom kann über die Maschine fließen und sie beschädigen.

Bohren in sechs Schritten

  1. Fläche säubern. Späne, Farbe und Rost unter dem Magnetfuß entfernen.
  2. Ankörnen und ausrichten. Den Zentrierstift im Kernbohrer auf den Körnerpunkt setzen, dann Magnet einschalten.
  3. Sichern. Gurt oder Kette um das Bauteil legen.
  4. Kühlmittel zugeben. Viele Maschinen haben einen Kühlmittelbehälter, der Schneidöl oder Emulsion durch den Zentrierstift an die Schneide leitet.
  5. Gleichmäßig vorschieben. Mit dem Kreuzgriff mäßigen Druck geben, nicht drücken, bis der Motor einbricht.
  6. Kern auswerfen. Nach dem Durchbruch Bohrer zurückfahren, der Stift drückt den Kern heraus. Vorsicht, er ist heiß und scharfkantig.

Die Nachteile

Das Gewicht ist der größte. Mit Motor, Magnet und Bohrständer kommen schnell 12 kg und mehr zusammen; über Kopf ist das Ansetzen oft Arbeit für zwei. Dazu braucht die Maschine Netzstrom oder einen leistungsfähigen Akku, und der Magnet verlangt eine saubere, ausreichend dicke Auflage. Holz, Beton, Stein oder Kunststoff lassen sich damit nicht sinnvoll bearbeiten – dafür gibt es die Kernbohrmaschine für mineralische Baustoffe.

Worauf Sie beim Kauf achten

  • Bohrleistung. Maximaler Kernbohrerdurchmesser und Schnitttiefe müssen zu Ihren Aufgaben passen.
  • Hub. Der Schlittenweg bestimmt, wie lang der Bohrer sein darf.
  • Drehzahlstufen. Große Durchmesser brauchen niedrige Drehzahlen; zwei Gänge oder eine Regelung sind sinnvoll.
  • Aufnahme. Weldon-Schaft 19 mm ist verbreitet, Morsekegel bei größeren Maschinen.
  • Haftkraftüberwachung. Manche Geräte schalten den Motor ab, wenn die Haftung nachlässt.

Häufige Fragen

Hält die Maschine auf einem Stahlrohr?

Nur mit Adapter. Die gerade Magnetfläche liegt auf einem Rohr nur an einer Linie auf; dafür gibt es Rohrbohrvorrichtungen.

Was kostet eine Magnetbohrmaschine?

Einstiegsgeräte beginnen im mittleren dreistelligen Bereich, professionelle Maschinen mit großem Bohrdurchmesser kosten deutlich über 1000 Euro. Kernbohrer sind Verschleißteile und kosten je nach Größe 20 bis über 100 Euro.

Geht es auch ohne Kühlmittel?

Kurzzeitig ja, aber die Schneiden verschleißen dann erheblich schneller. Hartmetall-Kernbohrer vertragen Trockenbohren besser als HSS.

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